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Zerstörungen
Dauerproblem Vandalismus

Martin Stralau / 11.10.2018, 21:30 Uhr
Strausberg (MOZ) Vandalismus ist ein wachsendes Problem in Strausberg. Ob Vermieter, Verkehrsbetriebe oder Freizeiteinrichtungen – alle haben mit teils blinder Zerstörungswut zu kämpfen. Den Tätern ist kaum beizukommen.

Bei den fünf zum Stadtkonzern gehörenden Gesellschaften sind vor allem die Eisenbahn (STE), der Sport- und Erholungspark (SEP) und die Strausberger Wohnungsgesellschaft (SWG) von Vandalismusschäden betroffen, sagt Geschäftsführer Andreas Gagel. Bei der Eisenbahn werden regelmäßig Scheiben von Wartehäuschen zerstört, Fahrpläne und Beleuchtung. Im Jahr 2016 seien so Schäden in Höhe von 2000 Euro und 2017 in Höhe von 3500 Euro entstanden. Die Tendenz in diesem Jahr sei steigend. So schlägt alleine die Zerstörung einer Displayscheibe eines Fahrkartenautomaten am 4. Oktober in der Straßenbahn TW 41 mit 3000 Euro zu Buche.

Im Sport- und Erholungspark lagen die Schäden 2016 und 2017 bei jeweils 3000 Euro. Hier habe es mehrfach Vandalismus in Kombination mit Einbrüchen oder versuchten Einbrüchen gegeben. Beschädigung des Grillplatzes, herausgerissene Hinweisschilder, zerschnittene Ballnetze, zählt Gagel Beispiele auf. Die Wohnungsgesellschaft hat hauptsächlich mit Graffiti-Schmierereien an Häusern und Fassaden zu tun, aber auch mit beschädigten Türen, Fenstern und Spielplatzgeräten. Erst kürzlich wurden Bänke auf dem Bolzplatz an den neu entstandenen Häusern im Otto-Grotewohl-Ring beschädigt. 2016 und 2017 verursachten die Schäden Kosten von 7500 und 9000 Euro. „Jede Form von Sachbeschädigung wird bei der Polizei angezeigt“, sagt Gagel. Täter würden in den seltensten Fällen gefasst, „obwohl wir von der Polizei unterstützt wurden, zum Beispiel durch verstärkte Kontrollfahrten auf dem SEP-Gelände“. Die SWG versuche, mit Securityfirmen den Vandalismus einzudämmen.

Auch die Stadtkasse wird in erheblichem Maß durch Zerstörungswut belastet. Die Kosten, die ihr in den Jahren 2016 und 2017 für die Beseitigung von Vandalismus- und Einbruchschäden entstanden sind, „liegen im mittleren fünfstelligen Bereich“, teilt das Rathaus mit. „Der größte Einzelschaden in Höhe von knapp 14 000 Euro entstand aufgrund von Brandstiftung 2016 an der Vorstadt-Grundschule.“ Vandalismus findet in unterschiedlichen Formen im gesamten Stadtgebiet statt – in städtischen Einrichtungen und Anlagen, am Wasserturm, an der Straßenbeleuchtung, an Versorgungskästen. Kleinere Schäden würden üblicherweise von den Hausmeistern beseitigt, bei größeren würden Unternehmen mit der Beseitigung beauftragt. „Alle Beschädigungen städtischen Eigentums, auch unerlaubte Graffiti, werden zur Anzeige gebracht“, heißt es. Um einen Beschluss der Stadtverordneten aus dem Jahr 2011 unter dem Titel „Strausberg frei von Graffiti-Schmierereien“ umzusetzen, würden diese Schmierereien durch die Ordnungsbehörde jährlich dokumentiert. „2017 wurden an 46 Versorgungskästen und an zwei Hausfassaden Schmierereien festgestellt.“ Die Telekom habe signalisiert, dass sie verstärkt an der Reinigung dieser Kästen arbeiten werde.

Carsta Göring, kaufmännischer Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft Aufbau (WBG), ist vom Thema Vandalismus inzwischen genervt. „Bei uns werden Schlösser mit Absicht kaputt gemacht, indem man kleine Metallteile hineinsteckt, die das Schloss dann beim Schließversuch zerstören“, sagt sie. „Es wurden Fensterscheiben eingeworfen und vor allem gerade in letzter Zeit häufen sich wieder Schmierereien.“ Generell komme die WBG aber „eher glimpflich davon, da wir uns dem Thema Graffiti seit Langem widmen“. Besonders belastete Ecken seien an eine ortsansässige Firma gegeben worden, die diese „Problemzonen“ verschönert habe. Gelungen sei dies zum Beispiel am Blumenfries in der August-Bebel-Straße 30/31 und am Giebel Am Försterweg 86. Am Marienberg 46–47, ebenfalls schön gestaltet, komme man hingegen mit dem Entfernen der Verunstaltungen nicht mehr hinterher. Die Kosten für Graffiti-Beseitigung lagen 2017 bei 460 Euro reinem Arbeitsaufwand. Jeder Vandalismus werde zur Anzeige gebracht. „Allerdings ist das Ergebnis deprimierend. Es kommt nichts raus“, stellt Carsta Göring ernüchternt fest.

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