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Gastronomieprojekt
Schnell wie Fastfood, hochwertig wie Bio

Torsten Kleinschmidt (v.l), Renata Plizga, Marcin Konieczny, Malgorzata Pawlowska und Ralf Hillburger vom QCW
Torsten Kleinschmidt (v.l), Renata Plizga, Marcin Konieczny, Malgorzata Pawlowska und Ralf Hillburger vom QCW © Foto: Patrizia Czajor
Patrizia Czajor / 11.10.2018, 21:45 Uhr - Aktualisiert 12.10.2018, 06:57
Eisenhüttenstadt (MOZ) Endlich geht es los, findet Torsten Kleinschmidt. Denn nach Ansicht des Küchenmeisters des Qualifizierungszentrums der Wirtschaft (QCW) wird es Zeit, dass das Gastronomie- und Lebensmittelgewerbe beidseits der Oder enger zusammenarbeitet. Das betonte er am Donnerstag vor seinen Gästen und Kooperationspartnern aus Polen. Anlass der Veranstaltung in der Ausbildungsküche Kochhütte war der Start eines Projekts zwischen dem QCW und der Gastronomie- und Hotelfachschule in Gorzów. Das Projekt beinhaltet grenzüberschreitende Workshops sowie Aufenthalte für deutsche und polnische Schüler im jeweiligen Nachbarland, die in die Ausbildung integriert werden sollen.

„Das Gastgewerbe verändert sich“, machte Torsten Kleinschmidt deutlich. In den Augen des Ausbilders besteht die Herausforderung darin, Industrieprodukten etwas entgegenzusetzen. „Um Wertigkeit zu schaffen, die uns einmalig macht“, führte Torsten Kleinschmidt aus. Als gutes Beispiel für die sogenannte Eventgastronomie führte er das Wein und Spa Hotel in Mierzecin (Wojewodschaft Lebus) an, das deutsche und polnische Auszubildende im Rahmen des Projekts besuchen werden. Auf diese Weise könnten sie Anregungen für die eigene Gastronomie finden und ein Gefühl dafür bekommen, was gefragt sei, meinte Torsten Kleinschmidt. Das Stichwort Erlebnis sei für ihn zentral. „Man muss schnell wie Fastfood sein und hochwertig wie Bio“, ist er überzeugt.

Auch der Projektverantwortliche auf der polnischen Seite, Marcin Konieczny von der Gastronomie- und Hotelfachschule in Gorzów, stellte ebenso die Bedeutung des Projekts für die Stärkung der Region dar, sowie dafür, Auszubildenden die Fähigkeiten zu vermitteln, die in einem offenen Europa gefragt sind. Für die Schule in Gorzów ist die grenzüberschreitende Zusammenarbeit hingegen kein Neuland, wie Direktorin Malgorzata Pawlowska herausstellte. Seit zehn Jahren arbeitet die Bildungseinrichtung, an der Konditoren und Köche ausgebildet werden, erfolgreich mit dem Berufsförderungswerk des Bauindustrieverbandes in Frankfurt (Oder) zusammen. Denn Auszubildende sollten laut Malgorzata Pawlowska nicht nur Fachwissen, sondern auch sprachliche und zwischenmenschliche Kompetenzen erwerben.

Noch in diesem Jahr steht für die Lernenden beider Einrichtungen ein Barista-Workshop in Bad Saarow auf dem Programm sowie für die Auszubildenden aus Eisenhüttenstadt ein Konditor-Workshop in Gorzów. Und um sich besser kennenzulernen hat Torsten Kleinschmidt eine Bootstour auf der Oder ins Auge gefasst. „Wir können zusammen Fische fangen und sie dann am Oderufer zubereiten“, kündigte er an.

Während des Besuchs sollten sich die Gäste zudem einen Eindruck von der regionalen Gastronomie machen. Zum Kosten gab es etwa Karpfen-Häppchen aus der QCW-Küche sowie etwa Bratkartoffelbrot, Roggenbrot mit Kümmel und Quiche von Bäckerobermeister Wolfgang Scharmer. Die Auszubildenden der Klosterbrauerei, die eine Auswahl von Brausen anboten, freuen sich über die Möglichkeiten, die das Projekt bereithält. Gerade in der Braubranche sei der Einblick in andere Länder spannend, findet Christopher Busche. „Jeder pflegt seine eigenen Traditionen.“ (pac)

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