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Dorfbewohner in Casekow und Luckow können sich nicht mit Strommühlen arrangieren und kritisieren Lärm und Schlagschatten

Leben neben Windkraft
Leben neben Windkraft

Aus der Vogelperspektive: Der Blick auf das Windfeld Luckow ist nur eine scheinbare ländliche Idylle. Dorfbewohner leiden unter dem Lärm der Windkraftanlagen.
Aus der Vogelperspektive: Der Blick auf das Windfeld Luckow ist nur eine scheinbare ländliche Idylle. Dorfbewohner leiden unter dem Lärm der Windkraftanlagen. © Foto: Oliver Voigt
Eva-Martina Weyer / 12.10.2018, 06:45 Uhr - Aktualisiert 12.10.2018, 06:54
Casekow (MOZ) Dörfer der Gemeinde Casekow sind von Windmühlen umgeben. Im Ortsteil Luckow-Petershagen hat die Energiekon-tor AG vor Kurzem beim Erntefest den Windpark Luckow eingeweiht. Dort stehen16 Windanlagen von Enertrag Prenzlau und fünf von Energiekontor Bremen.

In Casekow und seinen Ortsteilen blinkt es nachts unermüdlich rot – Windkraftanlagen. Trotz feierlicher Einweihung in Luckow sind die Strommühlen schon eine Weile in Betrieb. Mehr schlecht als recht kommen die meisten Luckower mit den Windanlagen klar. Das bringen Einwohner deutlich zum Ausdruck.

„Alle stören sich an den Geräuschen. An sie kann man sich nicht gewöhnen. Auch über den Schattenschlag der Rotorblätter wird häufig diskutiert“, schildert Elke Kraus. Sie ist in Luckow geboren und will wissen: „Was passiert mit dem Geld, das die Gemeinde für die Windkraft kriegt? Luckow wird vergessen. Das spendierte Spielgerät ist nach Petershagen gegangen.“ Christian Hänsel bemängelt: „Bis auf den Lärm und die nächtliche Diskobeleuchtung haben wir nichts von den Anlagen. Wir sind nicht gegen Windkraft. Aber dass uns die Mühlen so dicht vor die Nase gesetzt werden, ist ganz schlimm.“ Die Windparkfirmen handeln offenbar korrekt, was Planung, Bau und Mindestabstände zu Wohnhäusern betrifft. Alles lief über die Gemeindevertretung, die sich mehrheitlich für den Bau eingesetzt hat. Bürgermeisterin Donata Oppelt wohnt in Petershagen und sagt: „Auch in unserem Dorf sehen wir das Leuchten der Windräder und wir hören sie auch. Aber wenn man keinen Atomstrom will, dann bleiben einem nur alternative Energien. In unserer Gegend ist das nun einmal der Wind.“

Auch in Casekow können sich Einwohner nur schwer mit den Windanlagen arrangieren. Sie dulden still. Birgit Schneeberger schildert: „Die Luckower Mühlen habe ich von Kinderzimmer, Bad und Küche  im Blick. Die Mühlen von Woltersdorf sehe ich im Wohn- und Schlafzimmer“. Viele Luckower sind unglücklich mit den riesigen Windkraftanlagen. Die der Firma Energiekontor aus Bremen sind fast200 Meter hoch und haben einen Rotordurchmesser von120 Metern. Der Energieertrag liegt bei mehr als 42 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Damit können 10 500 Haushalte mit nachhaltig erzeugtem Strom versorgt werden, rechnet Energiekontor vor.

Man baue auf die Akzeptanz der Einwohner vor Ort. Ein Teil der Stromerlöse werde deshalb an ortsansässige Vereine und regionale Projekte weitergegeben, heißt es. Doch die täglichen Belastungen durch Windkraftanlagen wiegen dieses Engagement offenbar nicht auf.

„Wir verfolgen weitere Projekte in der Uckermark“, heißt es inzwischen aus Bremen.

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