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Im Kammerbezirk Frankfurt läuft es für die meisten Betriebe gut

Konjunktur
Boomendes Handwerk

Zimmermannsgeselle auf dem Bau: Von der anhaltenden Nachfrage nach Bauleistungen profitieren vor allem Betriebe des Bauhaupt- und Ausbaugewerbes.
Zimmermannsgeselle auf dem Bau: Von der anhaltenden Nachfrage nach Bauleistungen profitieren vor allem Betriebe des Bauhaupt- und Ausbaugewerbes. © Foto: dpa/Nicolas Armer
Kerstin Macht / 12.10.2018, 08:00 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Die Betriebe im Bereich der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) rechnen in den kommenden Monaten mit einer stabilen Entwicklung der Konjunktur. Steigende Umsätze werden ebenso erwartet wie eine Aufstockung des Personalbestandes. Das zeigt eine Umfrage zur wirtschaftlichen Situation im Kammerbereich.

„Wir verzeichnen derzeit die beste Geschäftslage überhaupt, seitdem wir solche Erhebungen vornehmen“, erklärte Astrid Köbsch, Leiterin der Abteilung Gewerbeförderung der Handwerkskammer Frankfurt (Oder). Fast 77 der befragten Betriebe bezeichnen ihre Geschäftslage als gut, nur bei knapp vier Prozent der Handwerksfirmen läuft es eher schlecht. Vor allem das Bauhaupt- und die Ausbaugewerke profitieren von der anhaltend guten Nachfrage nach Bauleistungen. Auch das Kfz-Gewerbe zeige gegenüber dem Vorjahr einen deutlichen Anstieg, so Köbsch.

Sie verwies aber auch darauf, dass diese Entwicklung wohl nicht ewig so weitergehen werde. „Die Achillesferse des Wachstums ist der Fachkräftemangel. Der trifft nicht nur die Industrie, sondern auch die Handwerksfirmen.“ Immerhin wollen aber 16 Prozent ihren Personalbestand vergrößern, bei drei Viertel der Betriebe soll er konstant bleiben.

Die beste Auslastung zeigt mit 93 Prozent das Bauleistungsgewerbe, gefolgt von den Ausbaugewerken (93 Prozent) und dem Kfz-Handwerk mit 87 Prozent. Auffallend ist, dass die Auslastung besonders im Landkreis Märkisch Oderland sehr hoch ist und bei Betrieben mit mehr als fünf Mitarbeitern. Nur zehn Prozent der Unternehmen verzeichnen weniger Aufträge. Allerdings schätzen die Unternehmen auch ein, dass diesem Langzeithoch der konjunkturellen Entwicklung irgendwann auch eine Eintrübung folgt und stellen sich entsprechend darauf ein.

Geschäftsführer Frank Ecker verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die Zahl der Handwerksfirmen im Kammerbezirk 2018 leicht gesunken ist. Noch gibt es rund 11 600 Unternehmen, das sind 70 weniger als im Vorjahr. „Leider zeigt sich zum einen, dass viele Betriebe einfach keinen Nachfolger finden, andererseits aber auch die Bereitschaft, sich selbstständig zu machen, bei den jungen Leuten gesunken ist.“ Ecker begründet dies damit, dass eine Gründung früher eine Möglichkeit war, aus der Arbeitslosigkeit herauszukommen, jetzt aber genügend Arbeitsplätze zur Auswahl stünden.

Das schlägt sich auch auf die Suche nach Lehrlingen nieder. Seit 2016 verzeichnet der Kammerbezirk wieder steigende Ausbildungszahlen, auch weil die Firmen neue Wege gehen, um Jugendliche für Handwerksberufe zu interessieren. In diesem Jahr konnten 917 Lehrverträge geschlossen werden, das sind 47 Verträge mehr als 2017.

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