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Bauausschuss stimmt für Entwicklungskonzept „Strategie Rheinsberg 2030“

Entwicklungskonzept
Fahrplan für die Zukunft

Beliebtes Reiseziel: Nur Potsdam zieht landesweit mehr Touristen als Rheinsberg. Touristiker haben es aber immer schwerer, geeignetes Fachpersonal zu finden. Das Konzept macht Vorschläge, wie dem Problem beizukommen ist.
Beliebtes Reiseziel: Nur Potsdam zieht landesweit mehr Touristen als Rheinsberg. Touristiker haben es aber immer schwerer, geeignetes Fachpersonal zu finden. Das Konzept macht Vorschläge, wie dem Problem beizukommen ist. © Foto: Carsten Dräger
Brian Kehnscherper / 12.10.2018, 19:01 Uhr
Rheinsberg (MOZ) Die Zukunft von Rheinsberg ist bis 2030 bereits klar umrissen – zumindest auf dem Papier. Der Bauausschuss hat in dieser Woche einstimmig das Stadtentwicklungskonzept empfohlen.

Das Planungsbüro EBP hat das mehr als 80 Seiten starke Papier für die Stadt entworfen. In einer Analyse werden die Stärken und Schwächen Rheinsbergs aufgezählt, daraus Strategien abgeleitet und klare Empfehlungen formuliert. Insgesamt zählt das Konzept 173 Vorschläge, die die Entwicklung der Prinzenstadt bis 2030 voran bringen sollen. EBP-Mitarbeiterin Katrin Heinz fasste für die Ausschussmitglieder die wichtigsten Eckpunkte des Papiers zusammen. Wichtige Themen sind Bevölkerungsentwicklung, Altersstruktur, Kooperationen mit umliegenden Kommunen, Infrastruktur, Bildung, Umweltschutz, Öffentlicher Nahverkehr und Breitbandausbau. Zwar zeichnet Heinz in Sachen Bevölkerungsentwicklung für Rheinsberg eine etwas bessere Prognose als das Land Brandenburg. Dennoch rechnet auch sie damit, dass die Einwohnerzahl stark zurückgeht. Sie geht für 2030 von einer Einwohnerzahl von 6 500 bis 7 000 aus. Das Land rechnet mit nur noch 6 400 Einwohnern. Derzeit leben noch etwas mehr als 8 000 Menschen in der Prinzenstadt und ihren Ortsteilen. Allerdings sei unklar, ob der seit 2014 nach oben zeigende Knick bei der Geburtenrate ein Trend ist, der anhält.

Den bisherigen Prognosen zufolge wird der Anteil an Rentnern in zwölf Jahren weitaus höher sein, als er es heute ist. Das würde den bereits vorhandenen Fachkräftemangel noch verschärfen. Auch einige Kitas würden dann nicht mehr benötigt. Darüber hinaus könnte der Schulbestand könnte gefährdet werden. Um dem entgegenzuwirken, hat Heinz sieben strategische Leitlinien entwickelt. Um für junge Menschen attraktiv zu sein, schwebt ihr unter anderem der Ausbau der digitalen Infrastruktur vor. Zudem solle sich Rheinsberg noch stärker als ökologisch nachhaltige Stadt mit einem „grünen Gewerbegebiet“ etablieren. Heinz bringt auch die Idee einer „Greencard“ als Siegel für nachhaltigen Tourismus ins Spiel. Die bereits vorhandene interkommunale Zusammenarbeit  wie etwa im Regionalen Wachstumskern Freiraum Ruppiner Land solle weiter ausgebaut werden. Was den Tourismus angeht, sind der Ausbau des Radwegenetzes, ein zentraler Omnibusplatz sowie eine Offensive um Fachpersonal wichtige Schritte, die Heinze nennt.

Von einigen Wünschen für die Zukunft haben sich die Ausschussmitglieder indes selbst verabschiedet. CDU-Mann Björn Plazkowski sagte, dass es allen Abgeordneten am Herzen liege, wieder eine Abiturstufe in Rheinsberg zu haben. „Ich denke aber, es ist besser, stattdessen eine bessere Anbindung an die Gymnasien-Standorte in Gransee, Neuruppin und Wittstock zu bekommen“.

Rheinsberg benötigt das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (Insek) so die Verwaltungsbezeichnung  des Papiers, nicht nur als Fahrplan für die Zukunft. Es ist auch Voraussetzung dafür, um Fördermittel  zu bekommen. Nun müssen Verwaltung und Lokalpolitik in ihrer täglichen Arbeit sehen, welche Ideen sie in den nächsten Jahren umsetzen wollen und können.(bk)

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