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Barnimer Baumschulen Biesenthal luden zum traditionellen Obsttag ein

Baumschule
Martin Luther und sein Apfel

Renate Meliß / 15.10.2018, 06:45 Uhr - Aktualisiert 15.10.2018, 08:38
Biesenthal Zu ihrem traditionellen Obsttag hatten die Barnimer Baumschulen am Sonnabend bei herrlichem Wetter nach Biesenthal eingeladen.

„Wollen Sie noch einen Sack für Ihr Bäumchen“? Der Herr schüttelt den Kopf, nimmt sein frisch erworbenes  Apfelbäumchen und stapft zum Auto. Die Sonne scheint, grün golden leuchten die Blätter auf dem Gelände des Pflanzen-Centers der Barnimer Bauschulen. Während sich draußen große und kleine Besucher an den aufgebauten Ständen probehalber die Apfelstücke auf den Tellern schmecken lassen –  Goldparmäne, Cox, Hasekopf-Prinzenapfel, Finkenwerder-Herbstprinz, Alkmene oder Gravensteiner sind unter anderem dabei – wonach sie dann die entsprechenden Äpfel mit nach Hause nehmen, herrscht im Pflanzen-Center Hochbetrieb. Am Tisch sitzen Mathias Bartsch aus Müncheberg, Urte Delft aus der Prignitz und Hans-Georg Kosel aus Oranienburg – alle ihres Zeichens Pomologen. Eine Schlange interessierter Besucher hat sich bereits gebildet. Sie alle haben Äpfel dabei, deren Sorte sie bestimmen lassen wollen. „Der schmeckt nicht schlecht aber was Besonderes ist auch nicht dran“, meint Mathias Bartsch. Er schneidet den Apfel auf, riecht daran, kostet.  Der Apfel ist recht klein, sehr fest, hat aber aufgrund der Trockenheit des Sommers zu wenig Saft. „Es könnte ein Roter Eiserapfel sein, den hat man früher sehr viel angebaut“, so sein Resümee.

Jemand bringt zwei kleine Äpfel. „Da soll mal eine ganze Obstwiese voll damit gewesen sein. Ich habe auch noch den Zweig dazu mitgebracht, wenn das was hilft, um die Sorte zu bestimmen“, so der Besucher. Doch Urte Delft weiß nach kurzer Betrachtung Bescheid:  „Alkmene mit Cox-Armoma“, sagt sie bestimmt. Und ja, es könne durchaus sein, dass ein Baum zwei verschiedene Sorten trägt, wenn er nämlich mal veredelt wurde. Der Gast freut sich: „Super – das ist der einzige den ich vertrage, weil er nicht so sauer ist.“

Ob auch die Sorte Martin-Luther vertreten ist, will jemand wissen. Es ist der Apfel, der anlässlich des 500. Jubiläums des Reformators im vergangenen Jahr seinen Namen bekommen hat. „Der gehört zur Borsdorfer Apfel-Gruppe“, meint Mathias Bartsch. Man habe ihn in der Obstversuchsstation Müncheberg entdeckt. „Ist natürlich hierbei auch eine Marketing-Sache“.

Bis zu 250 Sorten werden in den Barnimer Baumschulen am Sydower Feld angebaut, das bereits auf eine lange Tradition zurückblicken kann. Der Gründer, Heinrich Lorberg, war mit „Lorbergs Baumschulen“ zunächst in Berlin ansässig. Seinem Sohn Max, der das Geschäft später übernahm, ist es zu verdanken, dass  die Baumschule zu einem bekannten Unternehmen heranwuchs. Als nach einer neuen Anzuchtstätte gesucht wurde, wurde man in Biesenthal fündig. Seit 1996 ist die Baumschule ein Betrieb der Hoffnungstaler Werkstätten GmbH, in der die Arbeiten meist von behinderten Menschen ausgeführt werden.

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