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Festakt
Gymnasiums-Neubau gefeiert

Joachim Eggers / 18.10.2018, 20:10 Uhr - Aktualisiert 19.10.2018, 11:43
Erkner (MOZ) Mit einem Festakt ist das neue Haus des Carl-Bechstein-Gymnasiums am Donnerstag feierlich übergeben worden. Derweil wird im Hintergrund weiter um ein Schulzentrum für den westlichen Landkreis gerungen. Die erhofften Fördermittel sind mittlerweile weg.

Schüler empfangen die zahlreichen Gäste aus Politik und Verwaltung, musikalische Darbietungen vom Feinsten, kluge Reden, ein leckeres Buffet – am Carl-Bechstein-Gymnasium versteht man sich aufs Feiern. Zu den Gästen gehört auch Frithjof Cornelisen, der Leiter der benachbarten Morus-Oberschule am Hohenbinder Weg. Dort sieht es nicht so schön aus wie im einen Steinwurf entfernten Gymnasium, in das der Landkreis insgesamt schon die stolze Summe von 25 Millionen Euro gesteckt hat. Das spricht Landrat Rolf Lindemann an. In seiner Rede vor der versammelten Schülerschaft leitet er daraus den Appell an die jungen Leute ab, etwas zu machen aus dem, was die Gesellschaft in sie investiert.

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Carl-Bechstein-Gymnasium in Erkner

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Es ist Rüdiger Konertz, der Leiter des Gymnasiums, der die weiteren Wünsche anspricht, die nach einem dritten Bauabschnitt mit dem Bau einer Turnhalle. Bei Konertz gebiere „ein erfüllter Wunsch sofort Junge“, attestiert ihm Lindemann. Tatsache ist: Der Kreistag, der über die Investitionen an weiterführenden Schulen entscheidet, hat sich in seiner jüngsten Sitzung per Beschluss über eine Prioritätenliste dazu bekannt, eine Zwei-Felder-Halle für das Gymnasium zu errichten. Die Kosten werden mit etwas über vier Millionen Euro angegeben. Konertz spricht indes vom Wunsch nach einer Vier-Felder-Sporthalle. Die könnte auch von einem Schulzentrum am Hohenbinder Weg genutzt werden, von dem nicht nur Cornelisen träumt.

Auch die Stadt Erkner will eine solche Schule, die in der Endstufe von der ersten Klasse bis zum Abitur nach 13 Jahren führen könnte. Die Stadt würde damit zugleich das Kapazitätsproblem im Grundschulbereich lösen. An der Löcknitz-Grundschule rücken gerade alle ganz eng zusammen, bis im Februar Container auf den Schulhof kommen – zur Überbrückung. Niemand aber weiß, wohin diese Brücke führt. Denn der Grundsatz-Beschluss des Kreistags, in Erkner ein Schulzentrum für den Westteil des Landkreises zu schaffen, steht aus, obwohl von einem solchen Beschluss seit mehr als einem Jahr die Rede ist. Auf Nachfrage der MOZ verwies Lindemann auf das, was im Schulentwicklungsplan beschlossen ist: jährliche Überprüfung des Bedarfs.

Feierliche Übergabe des neuen Schulgebäudes am Carl-Bechstein-Gymnasium in Erkner am 18.10.2018
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Feierliche Übergabe des neuen Schulgebäudes am Bechstein-Gymnasium

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Darauf haben vor allem Kreistagsabgeordnete aus Schöneiche gedrängt, die den lange gehegten Wunsch nach einer weiterführenden Schule in ihrem Ort erfüllen wollen, der mehr und jüngere Einwohner hat als Erkner. Bürgermeister Ralf Steinbrück, ebenfalls Gast des Festakts, führt dazu in den nächsten Wochen wieder Gespräche mit der Kreisverwaltung. Die Schöneicher Gemeindevertretung hat unterdessen festgelegt, wo im Ort eine weiterführenden Schule entstehen könnte, nämlich im Dreieck von Leipziger, Woltersdorfer und Wittstockstraße. Das ist nahe an der kleineren der beiden Schöneicher Grundschulen und an der Straßenbahn-Haltestelle Grätzwalde. Das Kreis-Schulverwaltungsamt habe ihm auch mitgeteilt, dass es diesen Standort für geeignet halte, sagte Steinbrück.

Eine Konkurrenz zu einem Schulzentrum am Standort der Morus-Oberschule sieht Steinbrück nicht. „Dort gehen auch Schöneicher Schüler hin, und das wird auch künftig so sein“, sagt er. Wer in Schöneiche glaube, zu Lasten der Morus-Oberschule etwas erreichen zu können, der irre. Für Steinbrück ist klar: Der Wunsch nach einer weiterführenden Bildungseinrichtung in Schöneiche ist ein dickes Brett, an dem man lange bohren muss.

Zeitdruck hat indes vor allem Erkner. Wie lange kann die Stadt auf eine Entscheidung des Kreistags warten, wann muss sie die Reißleine ziehen und eine eigene Lösung für die Grundschule entwickeln? Auf diese Frage sagt Bürgermeister Henryk Pilz, mit seiner Verwaltungsspitze ebenfalls Gast der Feier, dazu werde er nächste Woche Gespräche mit dem Kreis führen. Die Container an der Löcknitz-Grundschule sind zunächst für fünf Jahre geplant.

Als die Diskussion um ein Schulzentrum in Erkner begann, war viel von Fördermitteln des Landes die Rede. Aber die sind ausgeschöpft, bestätigte der Sprecher des Bildungsministeriums, Ralph Kotsch. Der Landkreis habe dem Schulzentrum in Fürstenwalde Vorrang gegeben. „Dass es keine Fördermittel gibt, ist ja kein Grund, etwas Sinnvolles nicht zu machen“, sagt Morus-Schulleiter Cornelisen.

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