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Waldbrände
Polizei jagt Brandstifter

Absperrband: Die Krimialpolizei hat jene Waldbereiche, in denen die Feuer gelegt worden sein könnten, abgesperrt.
Absperrband: Die Krimialpolizei hat jene Waldbereiche, in denen die Feuer gelegt worden sein könnten, abgesperrt. © Foto: Frank Groneberg
Frank Groneberg / 19.10.2018, 06:30 Uhr - Aktualisiert 19.10.2018, 10:01
Weißenspring/Lossow (MOZ) Die Polizei sucht mit Hochdruck nach einem oder mehreren Brandstiftern, die seit dem vergangenen Wochenende nahe Weißenspring mehrere Waldbrände gelegt haben sollen.

Es ist nicht allzu schwer, jene Stellen im Wald zu finden, an denen der oder die Brandstifter ihr Unwesen getrieben haben. Auch am Donnerstagvormittag liegt noch immer beißender Brandgeruch in der Luft. Der steigt einem unangenehm in die Nase, noch bevor die rot-weißen Flatterbänder zu sehen sind. „Polizeiabsperrung“ steht in Großbuchstaben auf ihnen. Spiegelverkehrt, trotzdem gut zu lesen. Die Kriminalpolizei hat diese Bereiche abgesperrt. Kriminalisten haben dort Spuren gesichert und hoffen nun, dass diese dabei helfen, den oder die Täter zu überführen.

Die erste abgesperrte Stelle befindet sich nur 100 Meter vom letzten bewirtschafteten Grundstück in Weißenspring entfernt. Nochmal 100 Meter weiter sind zwei weitere Areale mit Flatterband abgeriegelt – ein kleineres und eines, auf dem das Feuer großflächig gewütet hat. Letzterer befindet sich in einer dichten Schonung junger, dürrer Kiefern. Nicht auszudenken, welche Folgen es hätte haben können, wenn die Flammen sich durch die trockene Schonung gefressen und in Richtung der Wohnhäuser, von denen die nächsten nur gut 300 Meter entfernt stehen, vorgedrungen wären. Es ist allein dem schnellen Eingreifen der Feuerwehrleute zu verdanken, dass es bei den Schäden im Wald blieb. Doch die Angst davor, dass der Feuerteufel wieder zuschlagen könnte, ist da.

Es war genau 15.51 Uhr, als am Sonnabend die Freiwillige Feuerwehr zum ersten Mal alarmiert worden ist. „Etwa 10 bis 15 Quadratmeter Waldboden standen in Flammen“, erzählt Michael Lyszczok, Amtsbrandmeister im Amt Brieskow-Finkenheerd. Wie in solchen Fällen üblich, wurde die Nordschleife der Amtswehr alarmiert – also die Feuerwehren aus Brieskow-Finkenheerd, Groß Lindow und Wiesenau. Das Feuer, das sich noch nicht allzu sehr hatte ausbreiten können, wurde schnell gelöscht.

Zwei Tage später wurde am Montag um 13.24 Uhr erneut Alarm ausgelöst. Diesmal brannte es an zwei Stellen. Wieder rückten die Feuerwehrleute der Nordschleife aus, wieder stand der Waldboden in Flammen. Diesmal brannten zwei Flächen von 10 und 30 Quadratmeter Größe. Und auch diesmal konnten die Flammen sehr schnell erstickt werden.

Nahe Weißenspring gab es am 13., 15. und 16.10.2018 mehrere Waldbrände. Die Polizei vermutet Brandstiftung. Die Kriminalpolizei hat mehrere Bereiche, in denen die Feuer gelegt worden sein können, abgesperrt. Fotos vom 18.10.2018.
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Waldbrände bei Weißenspring

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Noch am selben Tag ging die Sirene erneut, am Abend. „Ein Bürger hatte gemeldet, ein Feuer sei wieder aufgeflammt“, sagt Michael Lyszczok, „wir konnten aber keinen Brand entdecken.“ Dafür brannte es am nächsten Morgen, und das in einer neuen Größenordnung. Auf 1500 Quadratmeter Fläche stand die beschriebene Schonung an mehreren Stellen in Flammen. „Uns waren drei Glutnester an den alten Brandstellen gemeldet worden“, berichtet Michael Lyszczok, „stattdessen standen wir plötzlich vor einem ausgewachsenen Waldbrand.“ Wegen der Fehlmeldung sei die Feuerwehr zunächst nur mit einem Tanklöschfahrzeug ausgerückt, mit dem Finkenheerder. „Aber die anderen alarmierten Kräfte in Wiesenau und Groß Lindow waren ja in ihren Wachen und konnten sofort nachkommen“, so der Amtsbrandmeister. Gut zweieinhalb Stunden kämpften die Feuerwehrleute, die um 8.59 Uhr alarmiert worden waren, gegen die Flammen.

Am Sonntag gab es in Weißenspring keinen Waldbrand, dafür aber ein paar Kilometer entfernt am Helenesee. Nahe dem FKK-Strand West brannte der Wald boden auf 50 Quadratmeter Fläche. Um 2.30 Uhr wurden die Frankfurter Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr Lossow alarmiert. Sie konnten das Feuer schnell löschen. Auch hier wird Brandstiftung vermutet.

Vier Tage, viermal Waldbrände. Ob ein Zusammenhang besteht, werden die Ermittlungen zeigen. Die Kriminalpolizei sucht im Falle der Waldbrände bei Weißenspring Zeugen. Diese werden gebeten, sich unter Telefon 03361 5680 zu melden.

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