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Die Untere NaturschutzbehördeBarnim spricht von einem Sorgenkind und Flickschusterei

Schönste Allee 2018
Spitzahornallee mit besonderem Titel gekrönt

Schild enthüllt: Carsten Preuß, Katharina Dujesiefken, beide vom BUND, Dietmar Olonscheck aus Panketal und Cornelia Behm (v.l.) an der Allee des Jahres 2018 in Rüdnitz
Schild enthüllt: Carsten Preuß, Katharina Dujesiefken, beide vom BUND, Dietmar Olonscheck aus Panketal und Cornelia Behm (v.l.) an der Allee des Jahres 2018 in Rüdnitz © Foto: Sergej Scheibe
Andrea Linne / 20.10.2018, 06:45 Uhr - Aktualisiert 23.10.2018, 11:54
Rüdnitz (MOZ) Licht spielt in den rötlich und gelb gefärbten Blättern der alten Linden und Ahorne. Zwischen Rüdnitz und Danewitz erstreckt sich entlang der Kreisstraße 6005 über fünf Kilometer eine ganz besondere Baumreihe, die schon mehrfach der Straßenerweiterung zum Opfer fallen sollte.

Sogar prozessiert wurde deswegen, der Landkreis Barnim unterlag 2006. Nun gibt es wieder Initiativen von Anrainern, die eine bessere Straße fordern. Für den BUND Grund genug, das Stück zur „Allee des Jahres“ zu küren.  Auch der Sieger des Fotowettbewerbes kommt aus dem Barnim. Unter 146 bundesweit eingereichten Arbeiten gewann das Motiv „Spitzahorn-Allee im leuchtenden Herbstkleid“ von Dietmar Olonscheck aus Panketal den Hauptpreis. Der Meteorologe ist der Natur eng verbunden, er ist dort gern mit seiner Kamera unterwegs. Olonscheck kann sich über eine Urkunde und ein romantisches Wochenende zu zweit freuen.

Spitzahornbäume, dazwischen hier und dort Bergahorne, am dorfseitigen Eingang Linden. So macht die Allee des Jahres 2018 an der Grenze zum Naturpark Barnim  auf sich aufmerksam. Für Amtsleiter Ronny Baaske von der Unteren Naturschutzbehörde ist die K 6005 „unser Sorgenkind“. Die schlechteste Straße im Landkreis müsste dringend saniert werden. Mit einem ­Schreiben an das Landes-Straßenbauamt versucht der Kreis laut Baaske, Fördermittel zu bekommen, ohne alle Bäume zu fällen. Wenn die Straßenbreite unter 5,50 Meter bleiben könnte, wären viele der 80 Jahre alten Riesen zu retten. Zuletzt hatte die Allee beim Sturm Xavier im Oktober 2017 sehr gelitten. Baaske: „Wir diskutieren viele Varianten, haben uns jedoch noch nicht festgelegt.“

Vor Ort dabei sind am Freitag Vertreter der Gemeinde und grüne Politiker, wie Cornelia Behm, die Vorsitzende der Alleen­schutzgemeinschaft oder der BUND-Vorsitzende Brandenburgs, Carsten Preuß. Aber auch aus der Hochschule Eberswalde schaut Sachverstand in Person von Professor Jürgen Peters vorbei. Der Spagat zwischen Alleen­schutz und Verkehrssicherheit wird unter den Baumkronen debattiert. Ein runder Tisch könnte helfen, rät Behm.

Im Ortsentwicklungskonzept  Rüdnitz 2035 findet der Baumschutz seinen Niederschlag. Nicht zuletzt hat auch die Filmindustrie diese verwunschene Allee entdeckt. Der historische Film „Traumfabrik“ kommt im Herbst 2019 in die Kinos.

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