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Aufgeben wollen die Bernauer die Linie aber nicht, sondern für potenzielle Nutzer attraktiver gestalten

ÖPNV
Stadtbus 892 hat wenig Resonanz

Gähnende Leere: Der Stadtbus 892 fährt am frühen Dienstagnachmittag an der Haltestelle Schwanebecker Chaussee/Ecke Birkholzer Straße ohne Stopp vorbei. Fahrgäste sind weit und breit nicht zu sehen.
Gähnende Leere: Der Stadtbus 892 fährt am frühen Dienstagnachmittag an der Haltestelle Schwanebecker Chaussee/Ecke Birkholzer Straße ohne Stopp vorbei. Fahrgäste sind weit und breit nicht zu sehen. © Foto: Sergej Scheibe
Sabine Rakitin / 23.10.2018, 21:03 Uhr
Bernau (MOZ) Die Stadtbuslinie 892 ist nicht attraktiv genug. Das muss sich ändern, findet die Fraktion BVB/Freie Wähler und legte ein Konzept zur bedarfsgerechten Betriebsführung der Linie vor. Die Mehrheit der Stadtverordneten befürwortete diesen Vorstoß.

Im Dezember 2017 nahm die Stadtbuslinie 892 den Betrieb auf. Sie verbindet Bernau mit seinen Ortsteilen Birkholz und Birkenhöhe im Ringverkehr über Nibelungen, Lindow und Schwanebeck. Wochentags fährt der Bus stündlich bis 20 Uhr, am Wochenende täglich nur drei mal. Das sei nicht attraktiv genug, hat Peter Zelt, sachkundiger Einwohner für die Fraktion BVB/Freie Wähler, bei Befragungen und in Gesprächen mit betroffenen Bürgern aus Birkholz und Birkenhöhe herausgefunden. Die Buslinie sei immer noch zu gering ausgelastet, stellt Zelt fest. Er hat mehrere Gründe dafür ausgemacht. Zum einen macht der Bus einige Umwege, die die Fahrtzeit vom Bahnhof Bernau nach Birkenhöhe auf 35 Minuten verlängert. Zum anderen sind die Linie und die Fahrtzeiten - insbesondere in Nibelungen und Lindow - nicht genügend bekannt. Der Takt im Früh-Berufsverkehr ist nicht dicht genug, und um weitere Fahrgäste zu gewinnen, fehlt es an zusätzliche Haltepunkten auf der Strecke.

Ursprünglich sollte die Stadtbuslinie 892 nach einem Jahr auf den Prüfstand gestellt und entschieden werden, ob sie sich lohnt oder nicht. Doch eine Abschaffung der Linie, so heißt es in dem Papier, dass BVB/Freie Wähler den Stadtverordneten jetzt vorlegte, komme aus „Gründen der sozialen Daseinsvorsorge, der Verkehrsminderung und aus Gründen des Umwelt- und Ressourcenschutzes, aber auch in Bezug auf die Lebensqualität der Bernauer“ nicht infrage. Die Fraktion hat deshalb ein Konzept mit Verbesserungsvorschlägen zur Stadtbuslinie 892 gemacht. So soll in Zukunft im Südwestzweig der Linie der Ringverkehr zugunsten eines Linienverkehrs geändert werden. Zusätzliche Haltestellen an der Bahnhofspassage und am Venusbogen in Bernau-Süd könnten die Attraktivität der Linie erhöhen. Zugleich ist eine bessere Abstimmung mit der Linie 895 (Bernau-Elisenau-Birkholzaue-Blumberg-Seefeld-Werneuchen) vorgesehen. Allerdings empfiehlt das Konzept auch die Aufgabe des Haltes an der Birkholzer Straße in Schwanebeck. „Die Bedienung der Haltestelle hat für die Stadt Bernau keine Bedeutung“, heißt es zur Begründung. „Als Ersatz könnte gegebenenfalls die Einrichtung einer neuen Haltestelle an der Kreuzung L 312/Börnicker Landweg geprüft werden - von dort sund es rund 600 Meter bis zur L 200 (Schwanebecker Chaussee).“

„Durch die konzeptionellen Vorschläge verbessert sich die Fahrzeit vom Bahnhof Bernau nach Birkenhöhe um 36 Minuten, nach Birkholz um 30 Minuten. Dies bewirkt eine massive Verbesserung für die Anwohner“, argumentierte Péter Vida, Vorsitzender der Fraktion BVB/Freie Wähler, und überzeugte damit auf der jüngsten Sitzung die Mehrheit der Stadtverordneten. Sein Antrag, beim Landkreis eine Prüfung zur Umsetzung eines bedarfsgerechten Betriebsführung der Stadtbuslinie durchführen zu lassen, erhielt 19 Ja-Stimmen. „Nur die Linken votierten dagegen“, stellte Vida fest und bezeichnete es als „befremdlich, dass sogar die Birkenhöher Ortsvorsteherin Heidi Scheidt gegen den Antrag votierte, obwohl ihr Ortsteil massiv profitiert“.

In der Tat hatte die Stadtverordnete der Linken zuvor einen langen Vortrag darüber gehalten, dass sie und ihr Ortsvorsteher-Kollege aus Birkholz, Dieter Geldschläger, sich seit geraumer Zeit selbst um Verbesserungen in der Linienführung bemühten. „Sie können nicht ernsthaft eine Vorlage ablehnen, weil sich andere darum kümmern“, erteilte Vida ihr daraufhin ungerührt eine Abfuhr.

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