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Finanzen
Kitabeiträge in Gransee neu berechnet

Am 1. Januar soll die neue Satzung inkrafttreten, die am Montag bei der Sitzung des Schul- und Kitaausschusses erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.
Am 1. Januar soll die neue Satzung inkrafttreten, die am Montag bei der Sitzung des Schul- und Kitaausschusses erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. © Foto: Julian Stratenschulte
Matthias Henke / 01.11.2018, 13:34 Uhr
Gransee (MOZ) Auf veränderte Kitabeiträge müssen sich Eltern im Amt Gransee und Gemeinden einstellen. Am 1. Januar soll die neue Satzung inkrafttreten, die am Montag bei der Sitzung des Schul- und Kitaausschusses erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

■ Wird es nun künftig günstiger oder teurer für Eltern? Laut Karin Schröder, Abteilungsleiterin Ordnung/Kita/Schulen in der Amtsverwaltung, können sowohl Geringverdiener als auch generell kinderreiche Eltern mit Einsparungen rechnen. Für Eltern in den mittleren Einkommensgruppen mit einem oder zwei Kindern könnte es aber teurer werden (siehe Infokasten).

■Doch warum wurde überhaupt eine neue „Benutzungs- und Beitragssatzung für die Inanspruchnahme von Kindertagesstätten in Trägerschaft des Amtes Gransee und Gemeinden und Tagespflegestellen im Amt Gransee und Gemeinden“ erarbeitet, wie das Papier im Verwaltungsdeutsch heißt? Die Kommune sei angehalten, die aktuelle Rechtsprechung zu berücksichtigen, auch hätten sich die Regelsätze seit der Erarbeitung der aktuellen Satzung teils verändert, so Karin Schröder. Mit einer zugrundeliegenden umfangreichen Kalkulation könne man auch erklären, wie gerechnet wurde, und schaffe Rechtssicherheit.

■Was ist neu? Das Einkommen, bei dem der Mindestsatz berechnet wird, steigt von zirka 12 000 Euro auf knapp 19 500 Euro. Der Höchstbetrag ist weiter bei etwas mehr als 40 000 Euro zu berücksichtigendem Einkommen fällig. Bei letzterem habe man auf Erfahrungswerte zurückgegriffen, so Schröder. Eine Erhöhung um 10 000 oder 20 000 Euro hätte wenig Sinn, da es kaum Eltern in der Region betreffe. Der Mittelwert des Einkommens liege im Amtsbereich bei 28 831 Euro. Statt 22 gibt es künftig nur noch 15 Einkommensstufen, jeweils im Abstand von 1 500 Euro. Es gibt auch keine Zeiträume mehr, die berechnet werden. Stattdessen wird stundengenau abgerechnet. Auch sind nun Frühstück und Vesper in der Rechnung enthalten.

■Wofür gibt die Verwaltung Geld aus? Laut Kalkulation, aus der Karin Schröder zitierte, hat das Amt Gransee und Gemeinden jährliche Kosten in Höhe von etwa vier Millionen Euro für die Kinderbetreuung zu schultern. Den Löwenanteil, nämlich 73 Prozent machen dabei Personalkosten aus. Die Bewirtschaftung der baulichen Anlagen schlägt dagegen nur mit 4,4 Prozent ins Kontor.

■ Müssen das alles die Eltern finanzieren? Nein. Die Verwaltung kann auf der Einnahmeseite mit einem Personalkostenzuschuss und weiteren Sonderposten rechnen. Die Differenz aus Ausgaben und Einnahmen wird zur Ermittlung der Beiträge herangezogen. „Unter Strich sind das weniger als 15 Prozent der Kosten. Da ist es schade, dass manchmal der Eindruck erweckt wird, die Eltern bezahlen die ganzen Kitas oder die Kommune würde sich an den Beiträgen auch noch bereichern“, betonte die Abteilungsleiterin.

■Welche Leistung nehmen Eltern in Anspruch? Die meisten lassen ihre Kinder sieben bis acht Stunden in Krippe- und Kindergarten betreuen, vier Stunden im Hort, in Menz meist nur zwei, da die Fontaneschule eine verlässliche Halbtagsschule ist.

Beispielrechnungen

■ Ein Kind im Krippenalter, sechs Betreuungsstunden, Elterneinkommen 19 400 Euro: monatlicher Beitrag aktuell: 55 Euro, Beitrag neu: 15 Euro. Ersparnis: 40 Euro.

■ Ein Kind im Krippenalter, neun Betreuungsstunden, Elterneinkommen 29 950 Euro: monatlicher Beitrag aktuell: 179 Euro, Beitrag neu: 191 Euro. Mehrkosten: 12 Euro.

■ Ein Kind im Krippenalter, neun Betreuungsstunden, Elterneinkommen 42 000 Euro: monatlicher Beitrag aktuell: 272 Euro, Beitrag neu: 338 Euro. Mehrkosten: 66 Euro.

■ Zwei Kinder (zwei und vier Jahre), je acht Betreuungsstunden im Krippen beziehungsweise Kindergartenbereich, Elterneinkommen 41 000 Euro: monatlicher Gesamtbeitrag aktuell: 440 Euro, Beitrag neu:  486 Euro. Mehrkosten: 46 Euro.

■ Drei Kinder (zwei, acht und 15 Jahre), zehn Betreuungsstunden im Krippenbereich und sechs im Schulhort, Elterneinkommen 42 000 Euro: monatlicher Gesamtbeitrag aktuell: 422 Euro, Beitrag nach neuer Satzung:  396 Euro. Ersparnis: 26 Euro.

Quelle: Amtsverwaltung

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