Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Stefan Zierke überbringt Fördermittelbescheid über 250 000 Euro für Sanierung des Gotteshauses in Sophienstädt

Denkmalschutz
Rettung für Büttners letzte Kirche

Olav Schröder / 04.11.2018, 07:15 Uhr - Aktualisiert 04.11.2018, 21:59
Sophienstädt (MOZ) Für die Sanierung der Dorfkirche in Sophienstädt stehen jetzt Fördermittel des Bundes in Höhe von 250 000 Euro zur Verfügung. Weitere finanzielle Unterstützung für die aufwendige Sanierung des letzten Kirchenbaus des renommierten Architekten Georg Büttner kommen hinzu.

Der Berliner Architekt Georg Büttner (1858-1914) hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Kirchenneubauten in Brandenburg und Berlin geprägt. Er entwarf rund 20 Gotteshäuser. Die Sophienstädter Kirche, die 1914 fertig gestellt wurde, ist die letzte davon. Büttner fiel wenig später als Freiwilliger im Ersten Weltkrieg.

„Das Besondere an der Kirche in Sophienstädt ist, dass fast alles noch im Original erhalten ist“, sagt Bettina Krassuski, die heute als Architektin für die Sanierung und Restaurierung zuständig ist. So sei nichts übermalt worden. Es gibt kaum etwas, was nicht dem Originalzustand entspreche. Im Wesentlichen beschränkt sich dies auf die Beleuchtung. Für sie wird ein neues Konzept erarbeitet. Und in der Vergangenheit sei ein zerstörtes Fenster von der Wandlitzer Künstlerin Amelie Grund erneuert worden.

Doch auch an dem Sophienstädter Gotteshaus ist die Zeit nicht spurlos vorüber gegangen. Darauf hatte zunächst Ortschronistin Anita Bauermeister eindringlich aufmerksam gemacht. Gravierende Schäden weist die Dachkonstruktion auf. Einzelne Balken sind vom Schwamm befallen und müssen ausgetauscht werden. Die Dachhaut ist undicht, im Mauerwerk zeigen sich Risse. Erschwert wird die Sanierung dadurch, dass die Balken nachträglich mit einem Holzschutzmittel imprägniert wurden und nur unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen entfernt werden können. All die konstruktiven Schäden sollen jedenfalls im 2019 behoben werden, sagt Bettina Krassuski. Etwas länger werden die restaurativen Arbeiten dauern. Das Bindemittel in den Bemalungen habe gelitten, so dass diese „kreidig“ werden. Auch die bemalte hölzerne Deckenbekleidung müsse von einem Restaurator teilweise vorübergehend entfernt werden.

Um all die Arbeiten durchführen zu können, wurde ein großes Finanzierungspaket geschnürt. Der SPD-Bundestagsabgeordnete und heutige parlamentarische Staatssekretär Stefan Zierke hatte sich bereits Ende 2016 für die Bewilligung der Denkmalschutzmittel eingesetzt. Mit Erfolg. Nach den äußerst langwierigen Kontrollen der Verwendung dieser Mittel konnte Stefan Zierke am Freitag den Bescheid über 250 000 Euro in Sophienstädt an Pfarrerin Karina Nippe übergeben. „Endlich ist es so weit“, freute sie sich. „Nach langer Zeit der Planung durch die verschiedensten Instanzen kann die Gemeinde zuversichtlich sein, dass jetzt tatsächlich etwas passiert.“  Der Kirchenkreis Barnim fördert die Arbeiten an der Kriche mit insgesamt 50 000 Euro, wie der Christoph Brust, Vorsitzender des Kreiskirchenrates, sagt. Auch die Gemeinde Marienwerder fördert den Erhalt des Gotteshauses. „Die Kirche wertet nicht nur Sophienstädt, sondern die gesamte Gemeinde auf“, so Marienwerders Bürgermeister Mario Strebe. Auch angesichts der Sanierung des Werbellinkanals werde die Kirchenrestaurierung mit 20 000 Euro unterstützt. Die Evangelische Landeskirche ist mit dem gleichen Betrag dabei. Die Stiftung KiBa (Kirche und Bau) unterstützt das Vorhaben mit 15 000 Euro und die Stiftung Denkmalschutz mit 10 000 Euro. Die Kirchengemeinde selbst ist mit einem Eigenanteil von gut 76 000 Euro vertreten, wobei sie sich um weitere Förderung für das Einzeldenkmal bemühe, so Pfarrerin Karina Nippe.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG