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Bauvorhaben
Viertelmillion für das Flussbad

Geplantes Flussbad: Die Liegewiese an der Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße soll zu einer Badestelle ausgebaut werden. Die Stadt will dafür Schlamm aus dem Kanal baggern. Der Vorschlag des Bürgermeisters zur Einrichtung der Flussbadestelle muss noch durch die Stadtverordneten bestätigt werden.
Geplantes Flussbad: Die Liegewiese an der Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße soll zu einer Badestelle ausgebaut werden. Die Stadt will dafür Schlamm aus dem Kanal baggern. Der Vorschlag des Bürgermeisters zur Einrichtung der Flussbadestelle muss noch durch die Stadtverordneten bestätigt werden. © Foto: Michael Dietrich
Michael Dietrich / 08.11.2018, 06:15 Uhr - Aktualisiert 08.11.2018, 06:49
Schwedt (MOZ) 2019 soll Schwedt ein Freibad haben. Der Bürgermeister hat jetzt seinen Vorschlag zur Verwirklichung dieser Forderung aus der Bürgerschaft vorgestellt. Danach soll die Hohen­saaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße an der früheren Badeanstalt zu einer Flussbadestelle ausgebaggert werden.

Die Stadtverordneten hatten den Bürgermeister zuletzt aufgefordert, nach Möglichkeiten zur Einrichtung einer Freibadesstelle in Schwedt zu suchen und einen konkreten Vorschlag vorzulegen.

Nach der Studie vom Bürgerbudget und Diskussionen der Stadtverordneten standen dafür noch zwei Standorte zur Debatte. Die Flussbadestelle und die alte Kiesgrube Meyenburg. Letztere ist kurz- oder mittelfristig nicht realisierbar, schätzt der Bürgermeister ein. Die Antworten auf seine diesbezüglichen Anfragen im Amt Oder-Welse und im Umweltamt türmten eher Probleme auf als Möglichkeiten zu eröffnen.

Vor den Kommunalwahlen im kommenden Jahr will Jürgen Polzehl jedoch sein Versprechen  unbedingt einlösen, das Problem einer fehlenden Freibadestelle in Schwedt zügig zu beheben. Ihm blieb damit nur der Ausbau der Flussbadestelle.

Der Vorschlag des Stadtverwaltungschefs sieht vor, im Bereich der Liegewiese neben der Gaststätte den Schlamm auf dem Boden des Kanals auf einer Breite von 35 Metern auszubaggern, abzutransportieren und auf eine Deponie zu verbringen. Am Ufer soll ein mit etwas aufgeschüttetem Sand ein Nichtschwimmerbereich entstehen, dahinter ein Schwimmbereich mit einer Wassertiefe von 2,25 Meter.

Sprungturm oder Steg sind nicht geplant, auch keine Uferbefestigung. In seinem Vorschlag weist der Bürgermeister , darauf hin, dass in den Folgejahren wieder Geld für das regelmäßige Ausbaggern von Ablagerung gebraucht wird– alle acht bis 10 Jahre, für öffentliche Toiletten sowie zusätzliche Parkplätze.

Allein das Ausbaggern, einschließlich Planung, Baustelleneinrichtung, Deponierung, möglicher Munitionsbergung und Ausstattung mit Schwimmbojen, soll nach vagen Schätzungen durch das Bauamt 245 000 Euro kosten. Die Bewirtschaftung soll durch den Freundeskreis Flussbadestelle organisiert werden, der dafür einen Verein gründen und Sponsoren gewinnen will.

Rechtlich ist die Einrichtung der Flussbadestelle bereits geprüft. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Eberswalde hat die erforderliche Genehmigung erteilt. Auch mit der Wasserbehörde des Landkreises, dem Bund als Eigentümer sowie dem Fischer und Restaurantbetreiber als Pächter gab es die notwendigen Absprachen.

Ob der Vorschlag des Bürgermeisters die Forderung von Bürgern nach einem Ersatz für das ehemalige Waldbad befriedigt, bleibt abzuwarten. Die kleine Badestelle am Kanal trifft auch auf Ablehnung.   Befürworter sprechen von einer naturnahen Flussbadestelle, da sie einfach gehalten ist und sich am alten Lauf der Oder befindet.

Eine Forderung der Bürger wird umgesetzt

■ Dem Ruf nach einer neuen Badestelle im Freien ging der Protest von 3000 Schwedter Bürgern gegen die Schließung des Schwedter Waldbades voraus. Das Freibad vor dem Werkszaun der Leipa war vor allem bei Familien mit Kindern sehr beliebt, hatte aber immensen Investitionsbedarf. Auf Empfehlung der Technischen Werke als Betreiber entschied die Stadt, das Bad zu schließen.

■ Mehr als 3000 Stimmen sammelte der Vorschlag des Vereins „Neues Waldbad“ beim Bürgerbudget 2017 zur Machbarkeitsstudie für ein neues Freibad.

■ Seit 2013 setzen sich der SPD-Politiker Mike Bischoff und der Freundeskreis Flussbadestelle für die Badestelle am Kanalufer ein. Seit 2016 betreibt der Freundeskreis die Liegewiese.

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