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Ein Modellversuch des Kreises beschert den Wandlitzern 2019 mit der Wertstofftonne einen vierten Behälter vor der Haustür

Müllentsorgung
Die letzten Gelben Säcke aus Wandlitz

Auslaufmodell: Die Gelben Säcke werden beispielsweise in der Wandlitzer Bürgerinformation von Mitarbeiterin Katy Hesse ausgegeben. Zum Jahresende ändert sich das, die Wandlitzer bekommen dann drei Jahre lang die Wertstofftonne.
Auslaufmodell: Die Gelben Säcke werden beispielsweise in der Wandlitzer Bürgerinformation von Mitarbeiterin Katy Hesse ausgegeben. Zum Jahresende ändert sich das, die Wandlitzer bekommen dann drei Jahre lang die Wertstofftonne. © Foto: Sergej Scheibe
Hans Still / 08.11.2018, 07:00 Uhr
Wandlitz (MOZ) Der Landkreis Barnim wird gemeinsam mit dem Entsorgungsunternehmen Remondis in der Gemeinde Wandlitz die Wertstofftonne als Pilotprojekt einführen. Für die Bürger sei  damit eine Vereinfachung der Mülltrennung verbunden.Sie bekommen aber auch eine vierte Tonne verpasst.

Wer es schon ahnte, wird sich einmal mehr bestätigt fühlen: Die Gemeinde Wandlitz ist die Barnimer Modellregion schlechthin. Bei der Biotonne dienten die gut 23 100 Einwohner als Probanden, nun sollen sie auch die Wertstofftonne meistern. Eine dreijährige Testphase sei zunächst vereinbart worden, berichtet Joachim Hoffmann, Leiter des Barnimer Bodenschutzamtes, zum Wochenbeginn im Wandlitzer Ordnungsausschuss.

Dabei geht es mit der 240 Liter fassenden Wertstofftonne nicht allein um einen Ersatz des Gelben Sackes mit den Vorteilen einer festeren Umverpackung. „Die Wertstofftonne ersetzt den Gelben Sack, sie dient aber neben den Verpackungsabfällen aus Kunststoff, Metall und Verbundstoffen auch für Nichtverpackungen aus den gleichen Materialien“, referierte Hoffmann daher in Basdorf.

Das hört sich eventuell etwas kompliziert an. Einfacher ausgedrückt klingt das aber wenig aufregend: Neben den Materialien des Gelben Sackes können dann auch CDs, Besteck, Draht, Nägel Metallwerkzeuge oder Plastikschüssel  in die Tonne befördert werden. Es geht eben um stoffgleiche Nichtverpackungen.

Dass es überhaupt zur Ablösung des Gelben Sackes kommt, hängt mit den Nachteilen dieses Systems zusammen. Zu oft wirbelt der Wind die Inhalte des Sackes durch die Straßen. Bekanntlich besteht die dünne Folie der Säcke kaum einen Reißtest. Außerdem vergreifen sich Waschbären und andere Tiere gern an den Beuteln, die alle 14 Tage zur Abholung an die Straßen gestellt werden. „Dieser Rhythmus bleibt bestehen“, versprachen Hoffmann und Guido Zoschke, Betriebsleiter der Remondis Brandenburg GmbH aus Werneuchen.

Für die Wandlitzer Einwohner folgt damit zum Jahresbeginn 2019 eine vierte Tonne auf dem Grundstück. Neben der Restmülltonne, dem Behälter für Bioabfall und den Papiertonnen (manche Haushalte haben nämlich zwei) gesellt sich dann die gelbe Tonne mit dem schwarzem Deckel. „Im Januar erwarten wir die Wertstofftonne und noch Gelbe Säcke zur Abfuhr, aber ab Februar werden nur noch die Tonnen abgefahren“, erklärt Zoschke den Zuhörern im Ausschuss. Auch entfallen mit Beginn des neuen Jahres die Ausgabestelle für die Gelben Säcke.

Mit zweifelnden Sorgen fragten die Mitglieder des Ordnungsausschuss nach. Beispielsweise nach der Möglichkeit, zwei Tonnen zu bestellen. „Manche Bürger stellen ja regelmäßig mehrere Gelbe Säcke vor die Tür. Was machen wir mit den Verpackungsjunkies“, fragte Klaus Siebertz (CDU). Zoschke antworte eindeutig: „Eine zweite Tonne ist nicht vorgesehen.“ Hoffmann sprach von einem „Erziehungsprozess“, den die Wandlitzer mitmachen müssten.

Überzeugen konnten beide damit nicht vollständig, denn das gelebte Leben schafft mitunter andere Fakten. Daran erinnerte in der Debatte der Schönerlinder Ortsvorsteher Frank Liste (SPD). Prinzipiell ist das eine tolle Sache, aber wenn ich mitunter die Berge Gelber Säcke sehe, dann kommen mir doch Zweifel“, räumte er ein.

Für Hoffmann und Zoschke überwiegen klar die Vorteile der neuen Wertstofftonne. Es sollen so genannte Fehlwürfe verhindert werden. Dahinter steht die Hoffnung, weniger Restmüll in der Tonne zu finden, als es mitunter beim Gelben Sack der Fall ist. Die Mülltrennung könnte sich verbessern, ebenso die Recyclingquote.

Noch vor Weihnachten verteilt Remondis die neuen Tonnen. Zusätzlich Kosten sind für die Bürger damit nicht verbunden.

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Niels Neudeck 08.11.2018 - 23:51:12

Danke

Die vierte Tonne sehe ich kein Problem , ich hatte ein anderes Elstern. Die nach nicht mal 15 Minuten der Meinung waren meine ordentlich aufgereihten gelbe Säcke zu verteilen. Ein Anruf bei zuständigen Behörde ob es nicht möglich ist eine Gelbe Tonne zu bestelle wurde verneint. Ich habe dann in meiner Not eine 500l Regentonne immer rausgestellt und die abgedeckt. Was mir übrigens ausdrücklich untersagt wurde, weil das aus "arbeitsschutzrechtlichen Gründen das verboten ist" Aussage von der zuständigen Behörde. Dank an die Abfallentsorger das man das die letzten 2 Jahren ignoriert hat. Übrigens meine Frage ob ich die Elstern dann abschießen muß, wurde nicht untersagt. (was ich nicht gemacht habe Dank der Müllmänner die Vorschriften ignoriert haben.

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