Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Biologie
Heißer Sommer hat den Schmetterlingen nicht geschadet

Peter Kriebel hat einige der vorgestellten Schmetterlingsarten gesammelt und zum Vortrag mitgebracht.
Peter Kriebel hat einige der vorgestellten Schmetterlingsarten gesammelt und zum Vortrag mitgebracht. © Foto: Holger Rudolph
Holger Rudolph / 08.11.2018, 18:31 Uhr - Aktualisiert 08.11.2018, 18:47
Alt Ruppin (MOZ) Die Schmetterlings-Vorkommen im Altkreis Neuruppin sind stabil – so das Fazit, das Hobby-Insektenforscher Peter Kriebel aus Molchow am Mittwochabend im Alt Ruppiner Hotel „Am Alten Rhin“ zog.

Eingeladen hatte der Kreisverband des Naturschutzbundes Nabu, der regelmäßig populärwissenschaftliche Vorträge veranstaltet. 25 Zuhörer verfolgten Kriebels Ausführungen. Er interessiert sich schon seit Langem für die heimischen Schmetterlingsvorkommen. Bei seinen Aufzeichnungen greift er auf die Mitarbeit weiterer Schmetterlings-Freunde zurück.

Immer wieder habe er in den vergangenen Monaten die Vermutung gehört, dass der ungewöhnlich heiße und trockene Sommer 2018 dazu beitragen werde, dass es weniger Schmetterlinge gibt, erzählte Kriebel. Doch die Realität sehe anders aus. Es habe zwar Phasen mit nur geringen Vorkommen gegeben, dann aber auch wieder welche mit sehr vielen Schmetterlingen. Zuletzt seien Weißlinge, Bläulinge, Schwalbenschwanz und Taubenschwänzchen noch bis Ende Oktober unterwegs gewesen. Eigentlich wäre deren Flugzeit längst vorbei. Doch die einschlägigen Bestimmungsbücher seien nicht auf einen solchen Ausnahmesommer eingestellt.

An Großschmetterlingen zählten Kriebel und die Helfer seines Netzwerkes 2018 im Altkreis 241 Arten. Im Jahr zuvor waren es nur 232. 2016 kamen sie auf 233 Arten, 2015 auf 225. Die großenteils farbenprächtigen Edelfalter, die für die meisten Laien die Schmetterlinge schlechthin sind, wurden 2018 in 38 Arten festgestellt. In den Jahren zuvor waren es 36 (2015), 37 (2016) und 33 (2017).

Neulinge unter den Tagfaltern im Kreis sind der Postillon und der Magerrasen-Perlmutterfalter. Letzterer liebt ruhige und vor allem trockene Standorte. Diese Art fühle sich daher im früheren Truppenübungsgebiet der Kyritz-Ruppiner Heide sehr wohl, erläuterte Kriebel. Zu den gefährdeten Arten gehörten indes der schmächtige Senfweißling und der Spiegelfleck-Dickkopffalter.

Auch wenn in der Literatur berichtet werde, dass der Schwalbenschwanz in Deutschland selten sei, treffe dies für den Altkreis nicht zu. Der große helle Falter mit den schwanzartigen Flügelauswüchsen sei in der Region mittlerweile häufig, wie Kriebel mit aktuellen Aufnahmen belegte. Allerdings komme es darauf an, den Schmetterlingen die bevorzugten Blüten anzubieten. Eine Familie in Molchow habe sich dabei regelrecht auf Schwalbenschwänze spezialisiert. Stabile Vorkommen gebe es auch bei Zitronenfalter, Tagpfauenauge und Kaisermantel.

Weit artenreicher sind die Nachtfalter. Kriebel zählte aktuell 202 Arten. Neu in der Region sind das Bibernell-Blutströpfchen, das mit seinen schwarz und tiefrot gezeichneten Flügeln imposant und durchaus auch am Tage unterwegs ist. Mit einem Bekannten fand er größere Vorkommen dieses Schmetterlings in den Zechower Bergen.

Bei den Eulen-Schmetterlingen sind neuerdings Ligustereule und Ulmen-Herbsteule auch im Ruppiner Land vorhanden. Mittlerweile häufig anzutreffen ist der Blutbär, dessen Raupen vom Jakobskreuzkraut leben. Diese Pflanze hat sich zum Leidwesen vieler Landwirte in den zurückliegenden Jahren stark verbreitet. Der Falter braucht sie, doch für den Menschen und für andere Säugetiere ist sie in allen Teilen schwer giftig.

Eine weitere Klasse der Nachtfalter sind die Spanner. Neu im Ruppinischen sind die Arten Mehlspanner, Weißer Schwarzaderspanner und Auenparkland-Waldrebenspanner.

Insgesamt gehe es der Schmetterlingswelt im Ruppiner Land gut, resümierte Kriebel zum Ende seines Vortrages, für welchen er viel Beifall erhielt.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG