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Investition
Yamaichi baut weitere Fabrik

Yamaichi wächst: Der Entwurf des Architekturbüros Vollack für die neue Produktionsstätte in Frankfurt von 2017.
Yamaichi wächst: Der Entwurf des Architekturbüros Vollack für die neue Produktionsstätte in Frankfurt von 2017. © Foto: Yamaichi Electronics
Thomas Gutke / 08.11.2018, 21:16 Uhr - Aktualisiert 09.11.2018, 08:04
Frankfurt (Oder) (MOZ) Yamaichi Electronics baut seinen Standort in Frankfurt aus. In Markendorf soll bis 2020 eine neue Fertigungsstätte entstehen. Der Hersteller von Elektronikkomponenten, die in Robotern oder Smartphones verbaut sind, investiert 20 Millionen Euro.

Über die strategische Entscheidung informierten das Unternehmen und die Stadt am Donnerstag in einer Pressemitteilung. Bereits Mitte Oktober hatte der Ausschuss der Investitionsbank des Landes einer Förderung zugestimmt und damit den Weg für den Bau eines zweiten Werkes geebnet. Nach MOZ-Informationen soll es sich um eine Unterstützung in Höhe von rund 2,3 Millionen Euro handeln.

Yamaichi Electronics produziert bereits seit 2006 in Frankfurt. Derzeit beschäftigt das Unternehmen rund 120 Mitarbeiter auf dem Gelände des ehemaligen Halbleiterwerkes. Weitere Produktionsstätten gibt es in Japan, auf den Philippinen und in Korea. Das europäische Headquarter samt Designzentrum befindet sich in München. Steckverbindungen und Halbleiter-Bauteile aus Frankfurt kommen  unter anderem bei Steuerungen für Werkzeug- oder Baumaschinen, im Medizintechnikbereich oder in Smartphones zum Einsatz. Auch Roboterhersteller setzen auf Komponenten aus der Oderstadt.

Dass Yamaichi den Produktionsstandort ausbaut, habe vor allem etwas mit den Fachkräften vor Ort zu tun. „Dank der Fähigkeiten unseres Teams können wir mit unseren Fräsmaschinen Löcher bohren, die viel dünner sind als ein menschliches Haar. Das Knowhow der Frankfurter Mitarbeiter in dieser Hinsicht ist einfach spitze und sucht seinesgleichen“, erklärt Helge Puhlmann, Europa-Chef von Yamaichi. Mit der zweiten Frankfurter Fabrik bringe das Unternehmen auch eine komplett neue Produktion für flexible Flachkabel erstmals nach Deutschland. „Aufträge dafür haben wir bereits von einem Premium-Autohersteller aus Süddeutschland“, berichtet Helge Puhlmann, ohne weitere Details zu nennen. Dem Vernehmen nach soll es sich um Audi aus Ingolstadt handeln.

Für die neue Fertigungsstätte und ergänzende Erweiterungsbauten hat der Konzern im Markendorfer Gewerbegebiet ein etwa 2,6 Hektar großes Grundstück erworben. Die Investitionssumme beträgt rund 20 Millionen Euro. Neben der Landesinvestitionsbank beteiligt sich auch die Sparkasse Oder-Spree an der Finanzierung. Die Einbindung regionaler Finanzinstitute sei dem Unternehmen sehr wichtig. Zudem wolle man auch die regionale Wirtschaft für das Projekt begeistern, heißt es in der Pressemitteilung. „Mit dem Bauvorhaben sollen auch Aufträge in der Region bleiben“, betont Helge Puhlmann.

Für den Wirtschaftsstandort Frankfurt ist die Entscheidung von Yamaichi eine gute Nachricht. Nicht zuletzt, weil in den nächsten vier, fünf Jahren die Zahl der Beschäftigten auf 250 steigen könnte, wie der Europa-Chef des Konzerns ankündigt.

Die Gespräche zwischen der Stadt und dem Unternehmen laufen seit gut zwei Jahren. Angekündigt hatte Yamaichi die Pläne bereits im April 2017 und dazu damals auch einen Entwurf des Architekturbüros Vollack (siehe Bild) präsentiert. OB René Wilke übernahm die Begleitung des Ansiedlungsvorhabens von seinem Vorgänger Martin Wilke und zeigt sich nun erleichtert über die endgültige Weichenstellung; denn es gab auch Alternativen. „Yamaichi ist ein exzellenter Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb mit internationaler Bedeutung und einem Innovationsgrad, der die Zukunftsfelder Digitalisierung Industrie 4.0 klar im Fokus hat. Die aktuelle Investition ist eine Stärkung des Mikroelektronikstandortes Frankfurt“, so der Oberbürgermeister.

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Andreas Kerber 09.11.2018 - 22:00:15

Keine Ahnung, aber mitreden

Wieso muss sich der OB R.Wilke erleichtert zeigen und wo hat er denn die Ansiedlung noch begleitet , das hatte doch schon sein Vorgänger Dr. Martin Wilke in trockene Tücher gebracht, siehe https://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1631966/ Was hat er also damit zu tun?. Ich frage mich auch, ob er weiß, wovon er spricht. "Innovationsgrad, der die Zukunftsfelder Digitalisierung Industrie 4.0 klar im Fokus hat"? Vielleicht sollte er sich doch noch einmal erklären lassen, worum es hier geht!

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