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Gedenken
Auf den Spuren jüdischen Lebens

Stolpersteine erinnern vielerorts an jüdische Opfer.
Stolpersteine erinnern vielerorts an jüdische Opfer. © Foto: Jörn Tornow
Larissa Benz / 08.11.2018, 21:45 Uhr - Aktualisiert 09.11.2018, 08:21
Beeskow (MOZ) Am 9. November 1938 zerstörte die Reichspogromnacht im gesamten deutschen Reich die Existenzen vieler jüdischer Familien.

Anlässlich des 80. Jahrestages finden am Wochenende verschiedene Veranstaltungen in der Region statt. In Beeskow organisiert die evangelische Kirchengemeinde heute einen Stadtspaziergang vorbei an Orten jüdischen Lebens.  Beginn ist um 16 Uhr an der Alten Schule am Kirchplatz 4. Den Spaziergang leitet Bürgermeister Frank Steffen. Anschließend findet in der alten Schule ein kleiner Imbiss mit Gesprächen und einer Filmvorführung zum Thema statt.

Ab 19.30 Uhr gibt die Klezmergruppe Novum Pendulum, die deutschlandweit tourt, im Südschiff der Beeskower Marienkirche ein Konzert mit jiddischer Musik und Geschichten. „Wir wollten uns für den 80. Jahrestag ein spezielles Programm überlegen“, sagt Pfarrerin Elisabeth Preckel. Da nach und nach die Zeitzeugen aus der NS-Zeit sterben würden, seien nun die nachfolgenden Generationen in der Pflicht, die Erinnerung an dieses Kapitel deutscher Geschichte wachzuhalten.

Die Musikgruppe Novum Pendulum habe ihr ansonsten recht fröhliches Programm eigens etwas abgewandelt: „Es geht aber generell darum, die jiddische Kultur zu zeigen“, sagt Preckel. Jiddisch war bis 1945 vor allem die Sprache der sogenannten aschkenasischen Juden, die in weiten Teilen Europas lebten. Auch heute noch wird die Sprache von Nachfahren gesprochen.

In Storkow führen Mitglieder des historischen Beirats am Sonntag zu markanten Punkten jüdischen Lebens in der Stadt. Treffpunkt ist um 10 Uhr auf dem Marktplatz, die Tour führt auch zum Jüdischen Friedhof in der Reichenwalder Straße.

Der Landkreis Dahme-Spreewald ruft anlässlich des Gedenktages Bürger heute zur Reinigung von sogenannten Stolpersteinen auf, die an verschiedenen Orten an jüdisches Leben erinnern. Im Anschluss an die Reinigung sollen Lichter für eine Gedenkminute angezündet werden. Mitzubringen sind kleine Putzschwämme, Bürsten oder Stoffplappen, Metall-Reinigungsmilch sowie Taschenlampen. Stolpersteine gibt es im Landkreis unter anderem in Lübben und in Lieberose am Marktplatz.

Die Stolpersteine sind kleine Gedenktafeln im Straßenpflaster. Sie erinnern an die Vertreibung und Vernichtung von Juden und weiteren NS-Opfern, die an dem jeweiligen Ort gelebt haben.

Während der Reichspogromnacht, die am Abend des 9. Novembers begann, brannten Synagogen, jüdische Geschäfte wurden beschädigt, Juden geprügelt und getötet. Historiker sprechen aus heutiger Sicht von einem vorläufigen Höhepunkt der Judenverfolgung und Vernichtung.

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