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Jeden Mittwoch und Sonntag verteilt Emily Rudoll als Zustellerin den Märkischen Markt und den Märkischen Sonntag in Biesenthal

Nebenjob
Immer die Hauptstraße entlang

Zur Abwechslung mit dem Fahrrad unterwegs: Emily Rudoll verteilt die Zeitung normalerweise mit einer Schultertasche zu Fuß. Wenn nur noch wenige Exemplare vorhanden sind, fährt sie mit dem Fahrrad durch Biesenthal.
Zur Abwechslung mit dem Fahrrad unterwegs: Emily Rudoll verteilt die Zeitung normalerweise mit einer Schultertasche zu Fuß. Wenn nur noch wenige Exemplare vorhanden sind, fährt sie mit dem Fahrrad durch Biesenthal. © Foto: Sergej Scheibe
Lukas Grybowski / 09.11.2018, 21:18 Uhr
Biesenthal (MOZ) Die 15-jährige Emily Rudoll arbeitet seit zwei Jahren als Zustellerin in Biesenthal.  Jeden Mittwoch und Sonnabend teilt sie den Märkischen Markt und Märkischen Sonntag aus. Ein perfekter Nebenjob, findet die Schülerin.

„Es ist wirklich gut, ein bisschen Taschengeld zu verdienen“, erzählt Emily Rudoll aus Biesenthal über ihren Nebenjob als Zustellerin für das Märkische Medienhaus. „Ich kann das nur jedem Schüler empfehlen“, sagt die 15-jährige weiter, während sie eine Zeitung in den Briefkasten steckt. Auch, wenn es besonders bei Schnee und Minusgraden im Winter hart sei, wisse man am Ende des Monats, wofür man gearbeitet hat.

Dabei kam ihre Mutter, die selbst im Pressezustellservice in Bernau arbeitet, auf die Idee des Nebenjobs. „Meine Eltern mussten vorher schon etwas Überzeugungsarbeit leisten, aber im Endeffekt hat es nicht lange gedauert, bis ich es auch wollte“, so die Schülerin des Wandlitz Gymnasiums. Für Emily ist die Arbeit als Zustellerin der optimale Nebenjob. „Es ist besser als im Restaurant zu kellnern, weil man dort meist im Schichtsystem arbeiten muss.“

Wie jeden Mittwochnachmittag hebt Emily die Zustellertasche mit einem beherzten Griff an und hievt sie über die Schulter. Dann macht sie sich zu Fuß auf den Weg, immer die Hauptstraße entlang.   Mit dem Fahrrad fahren, ginge nur in Ausnahmefällen, erzählt sie. Dafür sei die Schultertasche meist zu schwer und unpraktisch. Das lange Tragen der Tasche macht sich aber körperlich bemerkbar. “Irgendwann tut einem der Rücken weh“, berichtet die Biesenthalerin. Immer mehr Werbebeilagen in den Zeitungen machen die Arbeit auch nicht einfacher. Hilfe beim Austragen bekommt die Schülerin manchmal von ihrer Mutter.

Während Emily die Zeitungen in die Briefkästen steckt, die Zustellertasche langsam leerer wird, hört sie über Kopfhörer Musik. „Was ich höre, kommt immer darauf an, ob ich gute oder schlechte Laune habe“, erzählt sie lachend. Sie habe auch schon probiert, nebenbei zu lernen. Den Lernstoff nahm sie auf und hörte ihn sich immer wieder an. „Aber, ich finde, das bringt kaum was. Da höre ich lieber meine Musik und kann zwischen dem Lernen mal abschalten“, sagt Emily.Vom verdienten Geld kaufte sie sich zunächst ein neues Handy und bezahlt dafür die Vertragskosten. Außerdem legte sich die Hobbyfotografin ein Tablet zu, um ihre Bilder besser bearbeiten zu können. Außerdem will sie bald die Fahrstunden in der Fahrschule von dem verdienten  Geld bezahlen.

„Ich mache das, so lange es mir Spaß macht“, blickt die Zehntklässlerin in die Zukunft. „Ich kann mir aber auch vorstellen, dass es eine gute Tätigkeit neben dem Studium wäre.“ Die Inhalte der Zeitung selbst zu produzieren, also journalistisch tätig zu werden, kann sich die Schülerin nach dem Abitur auch vorstellen. Ihre ersten Schritte im Journalismus könnte sie demnächst an ihrer Schule wagen. „Ich wurde gefragt, ob ich die Schülerzeitung am Wandlitz Gymnasium übernehmen möchte“, erzählt sie, nicht ohne Stolz. Anschließend schnappt sie sich noch einen kleinen Stapel Zeitungen und verteilt die übrig gebliebenen Exemplare von ihrem Fahrrad aus.

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