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Bücherzeit im Bus, Brauwerk, Bibliothek und Klassenraum / Viele Ehrenamtler laden zu Spannung und Träumen ein

Bücherzeit
Im Banne von Geschichten

Eva-Martina Weyer / 17.11.2018, 06:45 Uhr - Aktualisiert 19.11.2018, 14:42
Schwedt/Casekow (MOZ) Der bundesweite Vorlesetag hat am Freitag zum 15. Mal stattgefunden. Über eine halbe Million Vorleser haben mitgemacht, viele kommen aus der Uckermark. Sie lasen in Kindergärten und Schulen, Bibliotheken, im Kino und im Brauwerk und sogar im Bus aus Lieblingsbüchern vor.

Die Fäden der Organisation liefen in Schwedt bei der Aktionsgemeinschaft City zusammen. „Das ist ein Lesefest in der Stadt. Wir haben ein Netzwerk von Vorlesern“, freute sich Geschäftsführerin Ireen Kautz. „Es hatten sich über 1000 Vorleser aus der Region gemeldet, die ungefähr 2000 Zuhörer erreicht haben.“ Schulen, Kindergärten und Senioreneinrichtungen, die Stadtbibliothek und die Buchhandlung „Ehm Welk“, das Schwedter Filmforum, aber auch Firmen haben das Thema Lesen in den Mittelpunkt des Tages gerückt.

Ehrenamtliche Vorleser hatten ihre Freude, Lieblingsbücher vorzustellen. Zu ihnen gehörte der 79-jährige Gerd Meister aus Wolletz. Er hat in der Waldrandschule sein eigenes Buch „Aus dem Tagebuch eines Waisenkindes“ vorgestellt. „Die Schüler waren sehr aufnahmebereit. Ich hatte aus meiner Kindheit ein selbstgenähtes Diktatheft dabei und ihnen meine alten Schulbücher gezeigt“, erzählte Gerd Meister zufrieden.

In der Grundschule Casekow hat Lehrerin Kornelia Beling zum fünften Mal einen Vorlesetag organisiert. Sie konnte sich auf einen zuverlässigen Stamm Lesebegeisterter verlassen. Sie kommen nicht nur aus Casekow, sondern aus den umliegenden Dörfern. Zu ihnen gehörten ehemalige Lehrer, Erzieher, eine Postzustellerin, Großeltern und eine Journalistin der Märkischen Oderzeitung.

Sportlehrer Piotr Bykowski aus Gryfino unterrichtet seit zwei Jahren in Casekow. Er las für polnische Schüler der 1. bis 4. Klasse in ihrer Muttersprache vor. Winfried Randhagen und seine Frau, Senior-Chefs der Bora Kunststoffverarbeitungs GmbH in Casekow, lasen in ihrer Firma aus Ottokar Dommas Kinderbuch „Der brave Schüler Ottokar“. Über die Kapitel „Westbesuch“ und „Altstoffsammeln“ haben die Schüler gelacht und gestaunt. Viele Kinder sind interessiert daran zu erfahren, wie es in der DDR war, wissen die Vorleser.

In der Schwedter Stadtbibliothek haben Leiterin Irina Queck und Bibliothekarin Claudia Charlotte Benkert Mädchen und Jungen aus den Grundschulen „Bertolt Brecht“ und „Astrid Lindgren“ mit ihrer Lesefreude angesteckt. Schon Wochen vor dem Vorlesetag waren ehrenamtliche Vorleser, darunter ein Polizist und Großeltern, in die Bibliothek gekommen und haben sich Bücher speziell für diesen Tag ausgeliehen. „Wir haben sie dabei gern beraten. Schwedt ist eine Lesestadt geworden. Wir haben auffällig viele Nutzeranmeldungen“, stellte ClaudiaBenkert fest.

Anlässlich des Vorlesetages hat die Verlagsbuchhandlung „Ehm Welk“ den zweiten Band der Anthologiereihe „Schwedter Vorlesebuch“ herausgegeben. Sie  war nach der Lesestunde im Schwedter Brauwerk ein Dankeschön für alle aktiven Bücherfreunde.

Am Abend fuhr ein Stadtli-nienbus der Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft (UVG) durch Schwedt. An vielen Stationen stiegen Leute ein, die Freude am Vorlesen haben. Sie präsentierten den 60 Passagieren Kurzgeschichten und Balladen. „Die60 Tickets im Vorverkauf waren nach drei Tagen weg“, erzählte UVG-Geschäftsführer Lars Boehme. So mancher Vorleser, egal, ob in Schwedt, Casekow oder Angermünde, entschied sich am Freitag: Nächstes Jahr mache ich wieder mit.

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