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Start einer Workshop-Reihe zu den Folgen des Klimawandels in Bernau

Klimawandel
Kühle Luft aus Nordwest

Diskussion: An zwei Tischen wurden Vorschläge gesammelt, wie man den Folgen des Klimawandels begegnen kann.
Diskussion: An zwei Tischen wurden Vorschläge gesammelt, wie man den Folgen des Klimawandels begegnen kann. © Foto: Kai-Uwe Krakau
Kai-Uwe Krakau / 22.11.2018, 07:30 Uhr
Bernau Die deutschen Kommunen werden – darin sind sich die Fachleute einig – vor allem von höheren Lufttemperaturen, weniger Niederschlägen im Sommer, mehr Hochwassern im Winterhalbjahr sowie von zunehmenden Wetterextremen wie Hitzewellen und Gewitterstürmen  betroffen sein. Eine klimawandelgerechte Stadtentwicklung ist erforderlich, entsprechende Handlungsempfehlungen liegen bereits vor. Den Grün- und Wasserflächen, der sogenannten „grünen“ und „blauen“ Infrastruktur, kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.

„Wer diesen heißen Sommer erlebt hat, weiß, dass etwas passiert“, sagte Bernaus Baudezernent Jürgen Jankowiak zu Beginn des Workshops in der Grundschule am Blumenhag. Die Kommune, aber auch jeder einzelne Bürger müssten sich daher mit dem Thema beschäftigen. „Mit der Veranstaltungsreihe wollen wir Antworten auf die Fragen rund um den Klimawandel finden“, so der leitende Rathausmitarbeiter.

Steffen Kriewald vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) stellte anschließend die Ergebnisse seiner Arbeit anhand einer sogenannten Thermo-Karte dar. Sie zeigt, welche Flächen sich in Bernau in den vergangenen Sommermonaten besonders stark erwärmt haben und wo es relativ kühl war. „In den Gebieten mit einer lockeren Bebauung war es nicht so heiß“, sagte der Diplom-Physiker. Dies treffe beispielsweise auf den Blumenhag zu. Auch im Bereich des alten Stadtgrabens und der Wälder sei es eher kühler gewesen. Als „Wärmeinseln“ sind dagegen unter anderem das Gebiet um den Bahnhof sowie Weber Motors und das Einrichtungshaus an der Rüdnitzer Chaussee mit den großen Dach- und Parkflächen anzusehen. „Die Karte ist eine wichtige Grundlage, um Zukunftsentscheidungen für eine an den Klimawandel angepasste Stadtentwicklung treffen zu können“, betonte Kriewald.

In der Diskussion wies Baudezernent Jankowiak darauf hin, dass der Wind in Bernau vor allem aus nordwestlicher Richtung kommt. Der sich dort befindende Wald sei daher für die Frischluftzufuhr von besonderer Bedeutung. Eine Bernauerin forderte – wegen der großflächigen Versiegelung – eine Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes. Der Stadtverordnete Georgi Tontschev sprach sich dafür aus, die „Magistralen so auszurichten, dass der Wind kühlt“.  PIK-Mitarbeiter Kriewald riet der Kommune, „viele kleine, aber auch größere Grünflächen zu erhalten beziehungsweise zu schaffen“.

An zwei Tischen ging es anschließend darum, über bereits auftretende Folgen des Klimawandels zu sprechen und Maßnahmenvorschläge zu sammeln. Der Ortsvorsteher von Waldfrieden, Jan Bernatzki, erinnerte dabei an den Sturm im Herbst 2017, bei dem zahlreiche Schäden entstanden sind. „Viele Grundstückseigentümer sind verunsichert, wie sie mit ihren Bäumen umgehen sollen“, so Bernatzki.

„Die Bürger, die gekommen waren, haben durchaus engagiert mitgearbeitet“, sagte Juliane Geyer vom Projektteam. Dennoch ist bei den weiteren Veranstaltungen etwas Luft nach oben, denn nur rund 20 Bernauer hatten den Weg in die Rotunde der Grundschule gefunden. Am kommenden Mittwoch heißt es ab 18 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Birkholz „Landwirtschaft in Bernau – Herausforderungen und Chancen für eine klimarobuste Stadtentwicklung“.

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