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Angriff
Drei Wölfe reißen Damwild im Wildtiergatter

Jörg Kühl / 23.11.2018, 15:33 Uhr
Jamlitz (MOZ) Drei Wölfe sind in Jamlitz in ein Wildtiergatter eingedrungen und haben drei Stück Damwild gerissen. Ein weiterer Hirsch ist aus Panik auf die Dorfstraße geflüchtet und wurde dort von einem Pkw tödlich erfasst. Dies teilt der Geschädigte, Klaus Fritsche, mit.

Der Vorfall habe sich am Dienstag gegen 6.15 Uhr ereignet. Der Tierhalter, der seit 33 Jahren Jäger ist, hat kurz nach dem Übergriff sein Gelände umfahren. Dabei begegnete ihm einer der Wölfe außerhalb des Gatters. Fritsche konnte nach eigenen Angaben beobachten, wie zwei weitere Wölfe das Gehege verlassen haben.

Das Wildgatter ist mit zwei Zäunen umfasst, die am Fuß jeweils durch Betonschwellen gesichert sind. Dennoch haben sich die Raubtiere unter beiden Zäunen durchgegraben, eine elektrische Sicherung gab es nicht. Um einen Schadenausgleich geht es dem Halter nicht in erster Linie.Vielmehr möchte er darauf aufmerksam  machen, dass die Wildtiere auch innerhalb bewohnter Ortschaften auf Beutezug gehen. Auf Fritsches Grundstück leben auch seine beiden Enkelkinder im Alter von zwei und fünf Jahren.

In Lieberose hat sich gut eine Woche zuvor ein ähnlicher Fall ereignet. Wie in Jamlitz untergruben hier hinter dem Firmengelände des Busbetriebs Halbasch ein oder mehrere Raubtiere, mutmaßlich Wölfe, den Gatterzaun und rissen anschließend fünf Damhirsche. Auch dem Geschädigten Rainer Halbasch ist daran gelegen aufzuklären, dass Raubtiere inzwischen auch innerhalb bewohnter Gebiete jagen. Wie in Jamlitz leben in der Nähe des vor einer Woche heimgesuchten Wildtiergatters Familien mit jüngeren Kindern.

Übergriffe auf Wildgattergehege innerhalb geschlossener Ortslagen, beziehungsweise nur wenige Meter von Wohnbebauung entfernt gab es in diesem Jahr unter anderem in Blasdorf und Pfaffendorf. Im Lieberoser Raum gab es auch in den Vorjahren Wolfsrisse innerhalb von Ortschaften. Wie die Staatssekretärin im Landwirtschaftsministerium Carolin Schilde auf dem jüngsten Kreisbauerntag Oder-Spree in Beeskow mitteilte, leben in Brandenburg inzwischen 37 Wolfsrudel und ein Paar. In der Lieberoser Heide sind Wölfe seit etwa zehn Jahren als heimische Art nachgewiesen.

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