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Die SPD-Landtagsabgeordnete Britta Müllerwill ihren Erfolg von 2014 wiederholen und verspricht noch mehr Präsenz vor Ort

Wahlkampf
Müller kämpft ums Direktmandat

Hans Still / 25.11.2018, 13:23 Uhr
Lanke (MOZ) Die SPD-Landtagsabgeordnete Britta Müller wird bei der Landtagswahl am 1. September 2019 erneut um das Direktmandat im Wahlkreis 15 Barnim III kämpfen. Als alleinige Bewerberin bekam sie am Donnerstagabend 15 von 20 möglichen Stimmen.

Es war kurz vor 21 Uhr, als sich bei  der 46-jährigen Landtagsabgeordneten langsam die Anspannung löste. Dreiviertel der Wahlberechtigten hatten ihr das Vertrauen ausgesprochen. In der großen Politik wäre das womöglich als schallende Ohrfeige gewertet worden, Britta Müller sieht das Votum nicht so. „Es ist ein gutes, ein ehrliches Ergebnis“, reagierte sie souverän, auch wenn die phasenweise Kritik aus der einstündigen Diskussion zuvor sicher schmerzte. Es war vor allem Andreas Bergener aus Biesenthal, der mit kritischen Akzenten für gespannte Aufmerksamkeit im blütenweißen Saal der Lanker Feuerwehr gesorgt hatte. „Der Ortsverein fühlt sich nicht so gut von Dir vertreten“, hatte Bergener direkt nach der positiven Eigenbilanz der Politikerin eingeleitet und dann argumentiert. Er erinnerte an den Radweg von Wullwinkel nach Bernau, der noch immer nicht fertiggestellt ist. Er zweifelte daran, ob der Einsatz und die Lottogelder für Tiger Diego in Tempelfelde tatsächlich zum Kern sozialdemokratischer Politik gehören würden und somit als Engagement für den ländlichen Raum gewertet werden könne. Bergener gab Hinweise auf die Themen, die bei einem möglichen Einzug ins Parlament für Britta Müller wichtig sein sollten. „Im Schatten von Wandlitz und Ahrensfelde wird für uns in Biesenthal alles noch schwieriger. Es fehlen in Biesenthal Kita-Plätze, der RE 3 hält nicht, in Melchow ist das Handynetz eine Katastrophe und auch dort fehlt dringend eine Kita. Wir haben mehrmals bei Dir interveniert, aber wir müssen ehrlich sein, unser Fazit war nicht positiv.“

Britta Müller verfolgte die Rede mit großen Augen, ein wenig wurde sie auch blass, verlor aber nicht die Fassung. „Ich werbe dafür, bei der Kita-Planung die Fördermittel des Landes in Anspruch zu nehmen“, hieß es beispielsweise in ihrer Replik. Sie nannte Beispiele, bei denen der Bau neuer Kitas nicht an den Eigenanteilen der Kommune scheitert, wie es beispielsweise in Werneuchen und Biesenthal der Fall war. Beim RE 3 bleibe sie dran, allerdings seien die Fahrgastzahlen nun einmal das Kriterium für die Bestellungen von Bahnleistungen.

Deutlich positiver fiel das Fazit von Frank Feuerschütz aus. Der Werneuchener SPD-Ortsvorsitzende bescheinigte Britta Müller ein Herz für den ländlichen Raum. „Du warst immer da, selbst beim Waffelbacken am Weihnachtsstand“, lobte der Bildungsreferent der Einrichtung „Kurt Löwenstein“. Assol Urrutia-Grothe, SPD-Vorsitzende in Wandlitz, benannte mit dem Personalmangel in vielen Bereichen grundlegende Probleme. Ob in den Verwaltungen, in den Schulen oder bei den Ärzten, überall fehlt Fachpersonal. Auf diesen Feldern müssen wir mehr agieren“, mahnte sie.

Britta Müller selbst reist in ihrem positiven Fazit durch die einzelnen Gemeinden im Wahlkreis. In Schönwalde kämpfte sie für verträgliche Verkehrslösungen und die Aufnahme der Petö-Kita in den Bedarfsplan des Kreises. In Wandlitz war es gelungen, 245 Hektar Liepnitzwald vor dem Bau von Windkraftanlagen zu schützen. Die Krebsberatung wurde gesichert und der Radweg von Ützdorf nach Lanke fertiggestellt. Elf Millionen Euro Fördergeld flossen in den Barnim. In Oderberg und Klosterfelde wurden Ortsdurchfahrten gebaut – konkrete SPD-Politik.

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Jürgen Hintze 04.12.2018 - 10:43:47

Müller kämpft ums Direktmandat

In der MOZ vom 24.11.2018 war zu lesen, dass Britta Müller zu den aktivsten Abgeordneten im Landtag gehöre. Das ist eine krasse Verdrehung der Tatsachen. Wenn man sich die amtliche Statistik der Landtagsverwaltung anschaut, erfährt man, dass Britta Müller zu den inaktivsten Volksvertretern in Potsdam gehört. Sie hat in über 4 Jahren gerade einmal 33 Anfragen eingereicht, hiervon in diesem Jahr lediglich 6. Ein durchschnittlicher Abgeordneter kommt auf 50. Obwohl sie ein Direktmandat hat, liegen gerade einmal 29 Redebeiträge bei etwa 90 Sitzungstagen von ihr vor – weit unterdurchschnittlich. Mündliche Anfragen, die ihren Wahlkreis betreffen, hat sie in dieser Zeit nur 2 gestellt. Eine aktive Vertretung der Wähler ihrer Region sieht anders aus. Jürgen Hintze Wandlitz

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