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Zirkusprojekt
Kleine Stars der Manege

Janet Neiser / 27.11.2018, 06:45 Uhr - Aktualisiert 27.11.2018, 09:16
Eisenhüttenstadt (MOZ) Einmal in der Manege stehen, das ist der Traum vieler Kinder und sogar Erwachsener. Durch Andre Sperlich werden diese Träume war. In Eisenhüttenstädter Grundschulen ist sein 1. Ostdeutscher Projektzircus seit 2011 ein gern gesehener Gast.

Das Lampenfieber der Kinder an der Otto-Buchwitz-Schule und der Diesterweg-Grundschule war groß. Schon bei den Generalproben – bei denen bereits Zuschauer anwesend waren. Doch der Applaus ließ nicht lange auf sich warten. Für ein paar Minuten standen die Jungen und Mädchen ab der 1. Klassenstufe als Clowns, Akrobaten, Tauben-Dompteure oder Piraten im Scheinwerferlicht, sie waren der Mittelpunkt der Welt. „Es war einfach ganz wunderbar“, schwärmt Andrea Henschel, die Leiterin der Diesterweg-Grundschule. „Das Tolle ist, dass die Kinder zeigen können, was sie draufhaben.“ Abseits vom Unterricht.

Gemeinsamer Auftritt mit Schülern der Diesterweg-Grundschule und Otto-Buchwitz-Schule in der Manege von Projectcircus Sperlich in Eisenhüttenstadt.
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Schule spielt im Projektcircus

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Ähnlich euphorisch klingt das Resümee bei Britta Kamm, der stellvertretenden Leiterin der Otto-Buchwitz-Schule. Die beiden Bildungseinrichtungen sind Nachbarn im Wohngebiet An der Schleuse und haben jüngst zum zweiten Mal den Projektcircus Sperlich zu Gast gehabt. Auf der Wiese neben dem Kanal war ein Zirkuszelt für eine Woche mehr oder weniger das Schulgebäude. „Das ist Lernen auf eine andere Art und Weise“, sagt Britta Kamm. „Unsere Kinder bekommen durch das Zirkusprojekt wirklich Selbstvertrauen. Sie können endlich mal glänzen, bekommen Applaus. Das ist für sie und ihre Entwicklung so wichtig.“ In den beiden getrennten Vorstellungen konnten sich auch die Familien der Schüler von dem Können der jungen Zirkuskünstler auf Zeit überzeugen. „Einige hat das emotional so angesprochen, dass sie Tränen in den Augen hatten“, berichtet die stellvertretende Leiterin der Otto-Buchwitz-Schule. „Auch die Kinder waren durch die Bank begeistert.“ Doch nun müsse man erst einmal wieder ein bisschen Zeit ins Land ziehen lassen, denn das sei auch eine kostspielige Geschichte. Unter anderem durch Spenden von lokalen Unternehmen konnte das Projekt mit dem Zirkus ermöglicht werden. Immerhin eine höhere vierstellige Summe mussten beide Schulen gemeinsam aufbringen. Nach Angaben von Andrea Henschel konnten dafür auch Mittel der Stadt eingesetzt werden, und zwar aus dem Topf für Prävention.

„Bei uns finanzieren das auch die Eltern“, betont Martina Werner, Leiterin der Schönfließer Grundschule. Sie war es, die Sperlich im Jahr 2011 erstmals nach Eisenhüttenstadt geholt hat. Im kommenden August steht nun schon der dritte Besuch des Projektcircus’ auf dem Schulgelände an. Und Martina Werner kann es kaum erwarten. „Hier geht es um Gemeinschaft. Diese Show funktioniert nur, wenn alle mitmachen.“ Für die Kinder, aber auch für die Eltern sei das alles ein wundervolles und unvergessliches Erlebnis. Auch die Schönfließer Schulleiterin betont: „Die Jungen und Mädchen können zeigen, was in ihnen steckt.“ Und das würde oft viele Lehrer, Erzieher, aber auch Eltern erstaunen.

Die Grundschule „Erich Weinert“ ist ebenfalls auf den Zirkus gekommen. Vor wenigen Tagen standen auch dort die Schüler in der Manege und ließen sich feiern. Drei von fünf städtischen Grundschulen wollen auf Sperlich, dessen Team laut Martina Werner wunderbar mit Kindern umgehen kann, nicht mehr verzichten. In der Goethe-Grundschule setzt man andere Schwerpunkte: „Wir haben ganzjährig andere soziale Projekte“, erklärt Schulleiterin Simona Schmöche. Deshalb werde der Projektcircus dort nicht eingeplant.

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