Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Institut für Infrastruktur sieht Ausbauziel 2025 in Gefahr

Ausbauziel
Geringe Baukapazitäten bremsen Internet

Ausbau: Die Verlegung von Glasfaserkabel für die Breitbandinfrastruktur im Land Brandenburg soll schneller gehen.
Ausbau: Die Verlegung von Glasfaserkabel für die Breitbandinfrastruktur im Land Brandenburg soll schneller gehen. © Foto: Sergej Scheibe
Ina Matthes / 30.11.2018, 08:30 Uhr
Berlin (MOZ) Bis 2025 soll Deutschland flächendeckend mit schnellem Breitbandnetz versorgt sein. Doch dieser Zeitplan könnte an den Tiefbaukapazitäten scheitern.

Das geht aus einer Studie des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK) hervor, die am Donnerstag vom Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) vorgestellt wurde. „Mit einem „Weiter so“ besteht die Gefahr, dass maximal die Hälfte aller deutschen Haushalte bis 2025 mit direkten Glasfaseranschlüssen versorgt werden könnnen“, so WIK-Chefin Iris Henseler-Unger.

Die kleinteiligen Tiefbauarbeiten würden vor allem von kleineren und mittleren Unternehmen ausgeführt, hieß es. Vor allem in den Bundesländern, in denen jetzt viele Fördermittel in Breitbandprojekte fließen wie Mecklenburg-Vorpommern oder auch Bayern sieht das WIK Engpässe. Die Nachfrage nach Tiefbauleistungen treibt auch die Preise. Die sind in den vergangenen zwei Jahren um durchschnittlich 30 Prozent, regional sogar bis um 50 Prozent gestiegen. Das wirkt sich besonders auf Breitbandprojekte aus, da der Tiefbau hier etwa 80 Prozent der Kosten ausmacht.

Das WIK sieht verschiedene Möglichkeiten, um das Problem anzugehen. Zum einen gibt es alternative Verfahren zum klassischen Kabelgraben wie das sogenannte Mikrotrenching. Dabei werden etwa 30 Zentimeter tiefe Schlitze in Gehwege geschnitten.

Das WIK sieht aber auch die Kommunen in der Pflicht. Durch den Einsatz elektronischer Tools bei Planung und Genehmigung und spezieller Ansprechpartner für Unternehmen könnten Verfahren beschleunigt werden. Dafür sollten auch Fördermittel für die Qualifizierung von Mitarbeitern eingesetzt werden.

Inzwischen bauen Telekommunikationsunternehmen laut Breko bereits eigene Tiefbaukapazitäten auf oder kooperieren mit Unternehmen aus dem Garten- und Landschaftsbau. Laut Breko bietet der Breitbandausbau diesen Firmen auf die nächsten zehn bis 15 Jahre neue Beschäftigungsmöglichkeiten.

Ab März will der Verband eine Tiefbaubörse anbieten, wo Netzbetreiber und Baufirmen zusammenkommen können. „Es ist genug Geld da“, sagt Breko-Chef Stephan Albers. Damit meint er nicht nur die Fördermittel des Bundes, auch Investoren würden in den Glasfaserausbau einsteigen. Nun muss das Geld nur zügig verbaut werden.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG