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Erneuerbare Energie
Kritik aus Wandlitz an Windkraft-Plänen

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Olav Schröder / 04.12.2018, 06:30 Uhr - Aktualisiert 03.12.2018, 21:09
Biesenthal (MOZ) Die geplante Aufstellung von vier Windkraftanlagen westlich und östlich der A 11 hat im Biesenthaler Bauausschuss eine Kontroverse ausgelöst. Der Plan der Barnimer Kreiswerke stößt insbesondere in der Gemeinde Wandlitz auf Kritik.

Die Barnimer Kreiswerke planen die Aufstellung von vier Windrädern zur Stromerzeugung mit einer Gesamtleistung von 14 Megawatt, erläuterte Geschäftsführer Christian Mehnert. Die Anlagen mit einer Gesamthöhe von jeweils 229 Metern sollen im Windeignungsgebiet Nr. 44 Prenden“ errichtet werden, und zwar zwei auf der östlichen und zwei auf der westlichen Seite.

Sie könnten Strom für 8500 Haushalte erzeugen,  so Mehnert. Die Grundlage für die Pläne sei ein Pachtvertrag mit der Stadt Biesenthal, der ein großer Teil der Fläche des Eignungsgebietes gehört. Die Plannungshoheit liegt in den Händen der Stadt, die im August 2017 die Aufstellung eines Bebauungsplanes für dieses Vorhaben beschlossen hat. Über die Beteiligungsmöglichkeiten werde noch gesprochen, kündigte Mehnert an.

Die Beweggründe, das Vorhaben aus Sicht der Stadt zu ermöglichen, erläuterten mehrere Stadtverordnete. Da das Eignungsgebiet durch die Raumplanung ausgewiesen sei, die Stadt aber einen großen Teil der Flächen besitze, sei sie in der Lage, ihren Einfluss für diese Flächen direkt geltend zu machen, so Andreas Krone (Bündis 90/Die Grünen). Wie Dietrich Sagert (SPD) sagte, dürften nur so wenig wie notwendig Bäume gefällt werden.

Die Nutzung der Windkraft sei aber angesichts rückläufiger Zuwendungen eine wichtige Einnahmequelle für die Stadt. Andreas Jahn (CDU) wies darauf hin, dass durch die Planung samt Veränderungssperre die Aufstellung eines privaten Windrades auf dem Gelände des Bunkers 5005 verhindert worden sei. Kritisch sieht dagegen Detlef Klix (BVB/Freie Wähler) die Pläne. Er forderte für derart hohe Anlagen neue Regelungen.

Hans-Jürgen Klemm, Sprecher der Bürgerinitiative „Hände weg vom Liepnitzwald“ sowie beratendes Mitglied im Regionalausschuss der Planungsgemeinschaft Barnim-Uckermark, warf dem Landesumweltamt vor, „geschlammt“ zu haben, als es um die Ausweisung des Eignungsgebietes ging. Es sei schon zu dieser Zeit bekannt gewesen, dass es sich um ein Schwarzstorchgebiet handele. Ein privater Investor im Wandlitzer Bereich habe seine Pläne vor diesem Hintergrund zurückgezogen.

Darüber hinaus sei Mitte nächsten Jahres die Entschiedung zur gemeinsamen Normenkontrollklage von Wandlitz, Ahrensfelde und Bernau zu erwarten. Dann werde die gesamte Planung hinfällig. Ob der Abstand zur Wohnbebauung am Golfplatz überhaupt eingehalten werde, erkundigte sichPrendens Ortsvorsteher Hans-Joachim Auge. Außerdem wollte er wissen, wie die Bauzufahrten durch den Wald gelegt werden.

Letztere würden ausschließlich über Biesenthaler Gemarkung führen, so Christian Mehnert. Fällungen beträfen hauptsächlich Kiefern  und seien nur in „minimaler Größenordnung“ erforderlich, da die Wege sehr breit seien. Der Abstand zur Wohnbebauung am Golfplatz werde geprüft.

Visualisierungen  der Planung zeigen, in welchen Sichtachsen die Windräder zu sehen sind. Dies ist zum Beispiel von der Kirche in Sophienstädt, dem Prendener Golfplatz und dem Großen Wukensee möglich. Christian Mehnert unterstrich mehrfach, dass die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. So seien im März 2018 zwei Kunsthorste für den Schwarzstorch aufgestellt worden. Bislang seien sie nicht besetzt.

Sobald Abschaltungen der Signalleuchten einsatzbereit seien, würden sie eingesetzt. Sollten sich rechtliche Vorgaben wie die Abstandsregelung ändern, „ist das Projekt tot“, so Mehnert. Dies gelte auch für den Fall, dass der Schwarzstorch auftaucht. Das Risiko, die Planung aufgeben zu müssen, liege allein bei den Kreiswerken.

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