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Uckermark-Passagen bleiben vorerst in Privatbesitz / Eigentümer erwirkt Aussetzung des Verfahrens

Schrott-Immobilen
Zwangsversteigerung geplatzt

Begehrte Immobilie? Das ehemalige Einkaufszentrum Uckermark-Passagen im Schwedter Abrissviertel Waldrand bietet 2018 ein Bild des Jammers.
Begehrte Immobilie? Das ehemalige Einkaufszentrum Uckermark-Passagen im Schwedter Abrissviertel Waldrand bietet 2018 ein Bild des Jammers. © Foto: Michael Dietrich
Michael Dietrich / 06.12.2018, 06:45 Uhr - Aktualisiert 06.12.2018, 09:10
Schwedt (MOZ) Die Zwangsversteigerung der Uckermark-Passagen ist am Mittwoch geplatzt. Der Eigentümer der Immobilie war überraschend vor Gericht aufgetaucht. Eine Sprecherin nannte formelle Fehler als Grund für die Absage. Jetzt liegen die Abrisspläne der Stadt vorerst wieder auf Eis.

Das Amtsgericht Neuruppin hatte die Zwangsversteigerung der ehemaligen Schwedter Uckermark-Passagen am Mittwoch angesetzt. Überraschend erschien Torsten Wucherpfennig, Inhaber der Immobilie, zu dem Termin und erwirkte den Aufschub des Verfahrens. Angeblich habe der Ex-Schwedter das Ladungsschreiben des Gerichts nicht erhalten. Nun ist das Verfahren bis zur Festsetzung eines neuen Termins und einer ordnungsgemäßen Zustellung aufgeschoben, erklärte Richterin Miriam-Luise Weiß.

Das Gericht hatte die Anordnung der Zwangsvollstreckung per Zwangsversteigerung an die letzte bekannte  Adresse von Wucherpfennig in der Schwedter Präsidentenstraße zugestellt. Der Schwedter habe sich aber nach eigenen Angaben in der Stadt abgemeldet und sei nach England ausgewandert. In Großbritannien bietet das Insolvenzrecht die Möglichkeit, nach einem Jahr schuldenfrei zu sein, allerdings ist ein Wohnsitz auf der Insel dafür die Voraussetzung.

Vertreter der Stadt Schwedt waren zur Versteigerung gefahren, um für die Immobilie mitzubieten. Erklärtes Ziel der Stadtverwaltung ist es, Grundstück und Gebäude zu erwerben, um den Schandfleck anschließend abzureißen. Die Stadt Schwedt hatte die Zwangsversteigerung beantragt, um darüber Schulden einzutreiben, die Torsten Wucherpfennig bei ihr hat. Vor Gericht gaben Stadtvertreter diese mit 89 000 Euro an.

Torsten Wucherpfennig, der die beiden Grundstücke selbst für wenige Tausend Euro ersteigert hatte, erneuerte gegenüber der Stadt den Vorwurf, dass sie Investitionen in dem Objekt behindere. Angeblich habe er zahlreiche Interessenten an der Hand, die bereit wären, dort zu investieren. Nach Auskunft der Stadt hat es dafür aber nie konkrete Anträge oder Anfragen gegeben.

Auf der heutigen Sitzung der Stadtverordneten ist geplant, per Bebauungsplan rechtlich festzusetzen, dass auf der Fläche nur Wald gepflanzt werden darf. Damit will die Stadt verhindern, dass die Immobilie von Spekulanten erworben und weitere Jahre so stehen bleiben wird.

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