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Kompost
Gebühren für Grünschnitt-Abfall werden verdreifacht

Burkhard Keeve / 06.12.2018, 16:37 Uhr
Oberhavel (MOZ) Die Kosten für den Hausmüll in Oberhavel bleiben 2019 stabil, so sieht es der Kreis vor. Doch an anderer Stelle schießen die Entsorgungskosten in die Höhe. Das betrifft den Grünschnitt und wie berichtet auch die Dachpappe. Warum werden hier die Gebühren angehoben?

In diesem Jahr kommen Oberhaveler noch günstig davon, wenn sie ihren Grünschnitt aus dem Garten zu den Kleinanlieferbereichen nach Germendorf oder Gransee bringen.

25 Euro wird derzeit für die Tonne verlangt. Mit ein paar Euro ist jeder dabei. Doch ab 2019 kostet es das Dreifache (79,30 Euro).

„Oberhavel hat keine große Vergärungsanlage, keine großen Anbieter oder eine echte Verwertung – weder für den Biomüll, noch für den Grünschnitt“, sagt Manfred Speder, Geschäftsführer der Abfallwirtschaftsunion (AWU). Also müsse der Grünschnitt zu privaten Kompostieranlagen gebracht werden, die es gebe. Problem: Sie sind voll und „haben in diesem Jahr die Preise verdreifacht“, so Speder. Das spiegele sich jetzt in den Gebühren wieder. Nunmehr würden die neuen Gebühren „dem Marktniveau entsprechen“, so Speder. „Vorher war es im Kleinanlieferbereich definitiv zu billig.“

Einen noch größeren Gebührensprung gibt es bei Dachpappe. Statt pro Tonne alter Teerpappe 265,70 Euro zu bezahlen, muss der Kunde künftig knapp 1 485 Euro hinblättern. Das liegt am Asbest, die in der Dachpappe stecken kann. Bislang sei die alte Pappe einfach verbrannt worden. Doch jetzt geht das nicht mehr, weil die Verbrennungsanlagen-Betreiber die Annahme verweigerten, weil Asbest die Anlage verkleben würde, so Speder. Jetzt müsse kontaminierte Dachpappe in Salzstollen unter Tage gelagert werden. Ab 2019 nimmt der Kreis nur dann noch günstig Dachpappe entgegen, wenn ein Nachweis vorlegt wird, dass in der alte Teerpappe kein Asbest vorhanden ist. Mit bloßem Auge ist das nicht zu erkennen, also muss ein Gutachten her. „Dafür gibt es Institute, die findet man im Internet“, sagt Speder. Er rät aber, sich vorher bei der AWU beraten zu lassen, statt 300 Euro für ein Gutachten für ein paar alte Bahnen Dachpappe zu bezahlen. Speder: „Für Kleinstmengen lohnt sich das nicht.“ Er geht davon aus, dass die Entsorgung in diesem Bereich sogar noch teurer wird. Speder appelliert an die Moral der Oberhaveler, Teerpappen nicht einfach in den Wald zu kippen.

Um illegalen Müll geht es auch im neuen Abfallkalender 2019 für Oberhavel, den die AWU ab 10. Dezember verteilt. Oberhavels Landrat Ludger Weskamp (SPD) macht im Vorwort darauf aufmerksam, dass der Landkreis jährlich im Schnitt rund 100 000 Euro für die Entsorgung dieser Umweltsünden ausgibt. Geld, das letztendlich alle Gebührenzahler „mittragen müssen“. Weskamp ärgert sich, dass illegaler Müll nicht nur in der Natur zu finden sind. „Zunehmend vermüllen auch die öffentlichen Stellplätze für Glas- und Papier-Container.“ Die AWU versuche, die gemeldeten Schmutzecken zügig zu beseitigen und vor allem die Verursacher ausfindig zu machen, so Weskamp. Dann bittet er um Mithilfe aus der Bevölkerung. „Melden Sie Müllablagerungen unserem Fachdienst Umweltschutz und Abfallbeseitigung, Ihrem Ordnungsamt, der Forst oder der Polizei!“ Jedem Hinweis werde nachgegangen. „Können die Verursacher festgestellt werden, müssen sie mit einem hohen Bußgeld zusätzlich zu den Entsorgungskosten rechnen“, so der Landrat.

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