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Gedenken am 28. Todestag von Amadeu Antonio

Gedenken
Blumen, Kerzen und ein Wutgedicht

In Andacht: Gäste der Veranstaltung am Donnerstagabend vor der Gedenktafel in der Eberswalder Straße
In Andacht: Gäste der Veranstaltung am Donnerstagabend vor der Gedenktafel in der Eberswalder Straße © Foto: Torsten Stapel
Marco Marschall / 07.12.2018, 06:45 Uhr
Eberswalde (MOZ) Vor der Amadeu-Antonio-Gedenktafel in der Eberswalder Straße haben sich am Donnerstagabend etwa 50 Menschen versammelt und an den Tod des damals 28-jährigen Angolaners erinnert. Er war eines der ersten Opfer rechter Gewalt nach der Wiedervereinigung. An einer Gaststätte, die sich 1990 in unmittelbarer Nähe zur heutigen Gedenktafel befand, wurde der Afrikaner in der Nacht vom 24. auf den 25. November von einer Gruppe aus 50 rechtsextremen Jugendlichen ins Koma geprügelt. Elf Tage später erlag er seinen Verletzungen. Nur wenige Wochen vor der Geburt seines Sohnes.

Fünf der jugendlichen Täter wurden 1992 vom Bezirksgericht Frankfurt Oder zu Bewährungs- und maximal vierjährigen Haftstrafen verurteilt. Wer die tödlichen Schläge ausführte, war nicht nachzuweisen.

An der Gedenktafel wurden auch am diesjährigen Todestag wieder Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet. Augusto Munjunga, Vorsitzender des afrikanischen Kulturvereins Palanca und damals Arbeitskollege Amadeu Antonios, sowie Marieta Böttger, Vorsitzende der Bürgerstiftung Barnim-Uckermark, verlasen den Text „Wir sind mit dir, Bruder Amadeu“ auf portugiesisch und deutsch.

Darüber hinaus gab es mahnende Worte mit Blick auf aktuelle rassistische Gewalttaten. Wie eine Vertreterin der Opferperspektive Barnim im Rahmen der Gedenkveranstaltung berichtete, habe es in diesem Jahr bereits 13 Fälle rechter Gewalt gegeben, acht davon in Eberswalde. Dies sei ein Anstieg gegenüber den Vorjahren.

Bürgermeister Friedhelm Boginski machte mit einem Zitat von Martin Niemöller deutlich, wie wichtig es ist, angesichts solcher Taten nicht zu schweigen. Auch die Berlinerin Stefanie-Lahya Aukongo schwieg nicht und trug ein selbst verfasstes Wutgedicht vor, in dem sie auf persönliche Diskriminierungserfahrungen einging.

Passend zum Thema findet am Montag um 19 Uhr eine Veranstaltung im Martin-Luther-Saal des Gemeindezentrums (Kirchstraße 6) statt. Sie trägt den Titel „Institutioneller Rassismus – benennen, anerkennen, beseitigen“.

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Ines Rauchstädt 07.12.2018 - 09:41:59

Eberswalder Politiker sind genauso weit entfernt von den Bürgern wie unser Bundestag

Dieser Artikel sorgt für viel Gesprächsstoff unter den Eberswaldern. Langsam fühlen wir uns auch Diskriminiert. Jeden zweiten Tag gibt es in der MOZ einen anrührenden Artikel über die ach so armen "Flüchtlinge" und was denn noch alles gemacht werden sollte. Ich gebe allen Recht keiner hat das Recht einen Menschen das Leben zu nehmen. Aber nun lassen wir doch mal die Kirche im Dorf die Spinner wurden verurteilt und gut ist. Die Politiker auch hier kreisen doch nur um sich selbst die Sorgen und Nöte der Bürger die Steuern zahlen um die ganzen Vereine am Leben zu erhalten interessieren doch gar nicht.Auch die MOZ wird immer weltfremder. In allen großen Zeitungen wie Cicero, Welt, FAZ wird von dem Kitaheft Ene mene muh geschrieben , dass von der Amadeu-Antonio Stiftung heraus gegeben wurde. In dem auf gefordert wird Kinder in den Kitas aus zu spionieren ob die Eltern nicht rechts sind. Bsp. wie Zöpfe bei Mädchen sollen dafür schon ein Anzeichen sein sowie Kleidchen und wohl auch gutes Benehmen . Das ist doch der Kipfel des Irrsinns. Denunzieren, dass erinnert mich an Stasi und Nazis. Dies dann unter dem Denkmantel frühkindliche Bildung. Pfui ! In Eberswalde erhebt keiner ein Wort gegen unsere Neubürger weil gleich die Naziskeule geschwungen wird. Dafür fahren die Neubürger in unseren Bussen ohne Fahrscheine (habe ich zwei mal erlebt) in einem Fall wurden die Kontrolleure angegriffen von dem Schwarzfahrer (habe den Vorfal auch der BBG mit geteilt). Nichts wird unternommen weil alle ein geschüchtert sind , sofort als Nazis betitelt zu werden. Hier werden 13 Fälle von rechtsextremer Gewalt genannt aber das es jede Woche ein Fall gibt in dem ein Flüchtling in unserem Land einenm anderen das Leben nimmt wird nicht erwähnt. In Frankreich zeigen die Gelbwesten , dass Sie Ihrer Politiker überdrüssig sind besonders Herrn Macron. Auch wir werden bei den Landtagswahlen ein Wörtchen mitreden wozu ich nur jeden auffordern kann anosnsten setzt sich für uns kein Politiker ein !!!

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