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Eltern sorgen sich um ausreichende Betreuung / Differenzierter Personalschlüssel gefordert

Kinderbetreuung
Engpass beim Kitapersonal

Kinder spielen in einer Kita – Symbolbild
Kinder spielen in einer Kita – Symbolbild © Foto: dpa/Julian Stratenschulte
Olaf Schröder / 07.12.2018, 07:15 Uhr
Biesenthal (MOZ) Nachfragen von besorgten Eltern hat es in den vergangenen Wochen in der Kita St. Martin in Biesenthal zur personellen Situation der Einrichtung gegeben. Darum ging es auch an einem Elternabend, zu dem die Hoffnungstaler Stiftung Lobetal als Träger eingeladen hat.

Dass es im Kita-Alltag immer wieder Situationen gibt, in denen eine Erzieherin mehr Kinder betreut, als es dem Personalschlüssel entspricht, berichtet eine Mutter. In Brandenburg ist nach dem Kitagesetz bei den über dreijährigen Kindern eine Erzieherin für elf Kinder zuständig, bei den unter Dreijährigen kommen auf eine Erzieherin fünf Kinder. Es sei jedoch nicht ungewöhnlich, dass in der Kita etwa 17 Kinder von einer Erzieherin betreut werden. Damit stelle sich für die Eltern die Frage, ob die Aufsichtspflicht noch gewährleistet werden könne und ob die pädagogische Arbeit zum Beispiel bei Ausflügen und in der Vorschularbeit nicht zu kurz komme.

Unstrittig ist der geltende Personalschlüssel für Kita- und Krippenbereich mit 11:1 beziehungsweise 5:1, bestätigt Ralf Klinghammer, Leiter des Bereichs der Kinder- und Jugendpflege noch vor dem Elternabend. In Brandenburg sei dieser Schlüssel jedoch auf eine Betreuungszeit von sechs Stunden festgelegt. Gleichwohl werden manche Kinder sieben, acht oder neun Stunden betreut. In Berlin werde auf diese Elternwünsche eingegangen, dort gebe es eine abgestufte Regelung, die auch die längeren Betreuungszeiten berücksichtige. In Brandenburg sei dies jedoch nicht der Fall. Für die Kita St. Martin sei einmal die Berliner Regelung durchgerechnet worden, so Ralf Klinghammer. Für die Kita St. Martin würde dies die Schaffung einer zusätzlichen vollen Stelle bedeuten. So aber komme es wie auch in anderen Einrichtungen dazu, dass zeitweise 16 oder 17 Kinder von einer Erzieherin betreut werden. Versucht werde, dies unter anderem durch offene Arbeit auszugleichen. Ändere sich die Zahl der Kinder, werde der Personalschlüssel im vierteljährlichen Wechsel angepasst.

Krankheitsfälle, Urlaub, mitunter auch Schwangerschaften kämen hinzu. Dass aber elf Kollegen auf einmal fehlten, wie behauptet werde, sei nicht vorgekommen. Auch die Essenzeiten würden eingehalten. Die 130 Kinder der Einrichtung werden von einem 20-köpfigen Team auf 15,1 Stelle betreut.

Zusätzlich ist die Situation erschwert worden, als im Oktober eine Mitarbeiterin von ihrer Tätigkeit entbunden werden musste. Darüber sei der Kitaausschuss informiert und mit den Kollegen und Eltern gesprochen worden.

Wie im Pflegebereich wirke sich der Fachkräftemangel ebenfalls im pädagogischen Bereich aus. Auch aktuell gebe es eine Stellenausschreibung, so Ralf Klinghammer. Seit Mai 2018 seien drei neue Erzieherinnen eingestellt worden und seit Oktober sei eine weitere Mitarbieterin über die Personalserviceagentur tätig. Bereits seit September werde eine Mitarbeiterin in Ausbildung beschäftigt.

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