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Früherer Technikchef: BER-Debakel so nicht vorstellbar

Manfred Körtgen (l), ehemaliger Chefplaner, und Rainer Schwarz, damaliger Sprecher der Geschäftsführung
Manfred Körtgen (l), ehemaliger Chefplaner, und Rainer Schwarz, damaliger Sprecher der Geschäftsführung © Foto: Archivfoto/dpa/Stephanie Pilick
dpa / 07.12.2018, 14:35 Uhr - Aktualisiert 07.12.2018, 16:35
Schönefeld (dpa) Die jahrelangen Verzögerungen am neuen Hauptstadtflughafen BER erstaunen auch den früheren Technikchef Manfred Körtgen. „Das war für uns damals nicht vorstellbar“, sagte Körtgen, der nach der geplatzten Eröffnung 2012 entlassen worden war, am Freitag. Zugleich verteidigte er im Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses die zahlreichen Planänderungen während der Bauphase. Sie gelten als ein Grund für das Debakel. Auch der frühere Flughafenchef Rainer Schwarz wies im Ausschuss jede Verantwortung für die geplatzte Eröffnung 2012 von sich.

„Jede Änderung stört den Bauablauf“, gestand Körtgen zu. Deshalb habe er jedoch ein Änderungs-Management eingeführt, so dass immer alle relevanten Abteilungen der Flughafengesellschaft einbezogen worden seien. Alles sei transparent gelaufen. „Da gab es keinen Ansatz, dass da irgendwas gefährdet wäre. Das war für mich nicht erkennbar“, sagte der 65-Jährige. „Jetzt wissen wir natürlich mehr als vor sechs Jahren.“

Das Projekt mit bis zu 7000 Arbeitern auf der Baustelle sei 2012 aus dem Vollspurt von hundert auf null abgebremst worden, erläuterte Schwarz. „Der Aufsichtsrat hat jeden, der so halbwegs etwas von Technik verstand, rausgeworfen.“ Neben Körten musste auch die Planungsgemeinschaft BBI gehen, zu der das Büro des Flughafen-Architekten Meinhard von Gerkan gehörte.

Ursprünglich sollte der Flughafen 2011 in Betrieb gehen, jetzt ist der Start für 2020 geplant. Zusammen mit dem alten Schönefelder Terminal fasst er dann rund 36 Millionen Passagiere im Jahr. Anschließend soll der Airport ausgebaut werden, um die wachsenden Passagierzahlen in Berlin aufnehmen zu können. Im vergangenen Jahr waren es gut 33 Millionen Fluggäste.

Körtgen erinnerte daran, dass der BER ursprünglich für 20 Millionen Passagiere geplant worden sei, was Kritiker damals für übertrieben hielten. „Ich habe so oft gehört: 20 Millionen, wo sollen die denn aus der Brandenburger Gegend herkommen?“

Sowohl Körtgen als auch Schwarz äußerten sich erstaunt, dass sie noch einmal in einen Untersuchungsausschuss eingeladen wurden. Sie hatten vor vier Jahren schon in einem früheren Untersuchungsausschuss ausgesagt. „Ich habe 2014 alles gesagt“, betonte Körtgen. Schwarz verwies darauf, dass er einen Schadenersatzprozess gegen die Flughafengesellschaft gewonnen hatte.

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