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Brandenburgische Landesregierung würdigt 100 Ehrenamtliche mit Empfang

Ehrenamt
Zuwendung für die Zugewandten

Geste der Anerkennung: Ministerpräsident Dietmar Woidke (l.) würdigt den Organisten und Chorleiter Robert Umnuß (M.) aus Vielitzsee (Ostprignitz-Ruppin) sowie den Tierschützer Frank Ehlert (r.) aus Bernau (Barnim).
Geste der Anerkennung: Ministerpräsident Dietmar Woidke (l.) würdigt den Organisten und Chorleiter Robert Umnuß (M.) aus Vielitzsee (Ostprignitz-Ruppin) sowie den Tierschützer Frank Ehlert (r.) aus Bernau (Barnim). © Foto: Land Brandenburg
Boris Kruse / 09.12.2018, 19:16 Uhr - Aktualisiert 09.12.2018, 19:26
Potsdam (MOZ) Mit einem Festakt in der Staatskanzlei hat die Landesregierung am Sonnabend knapp 100 freiwillig Engagierte aus ganz Brandenburg geehrt. Bei dem diesjährigen Ehrenamtsempfang würdigte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) deren Einsatz als „unglaublich wertvoll“.

Sie löschen Brände, bringen anderen Menschen das Lesen und das Schwimmen bei, sie setzen sich für das Wohl bedrohter Tierarten ein oder widmen einsamen Leuten ihre Aufmerksamkeit: Ehrenamtliche springen dort ein, wo Staat und familiäre Strukturen an ihre Grenzen stoßen.

In dem dünn besiedelten Flächenland Brandenburg ist die Anerkennung der Arbeit Ehrenamtlicher Chefsache. Und nicht nur Ministerpräsident Woidke, sondern alle Minister des amtierenden Kabinetts erscheinen am Sonnabend beim diesjährigen Ehrenamtsempfang. Sie nehmen gemeinsam mit den Gästen an festlich gedeckte Tafeln Platz. Auch Vertreter der brandenburgischen Presse- und Medienunternehmen gesellen sich dazu.

Es ist bereits der 14. Ehrenamtsempfang. Keine steife Preisverleihung nach Schema F, mit Medaillen oder Buchpreisen. Sondern einen Nachmittag lang genau das, was die Geehrten in ihrem täglichen Leben ihrerseits anderen Menschen zukommen lassen: Etwas Aufmerksamkeit, Zuwendung und Empathie. Das Treffen bietet neben einem festlichen Mahl auch Gelegenheit zum Austausch und zum Knüpfen von Kontakten.

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100 Ehrenamtler in Staatskanzlei geehrt

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„Sie alle machen unser Land lebenswert“, sagt Dietmar Woidke. „Das alles tun sie freiwillig, ohne Lohn und ohne die Erwartung einer Gegenleistung. Ihr Engagement für andere ist jeden Tag gelebtes Miteinander.“ Unter den Angereisten waren ehrenamtliche Richter, Diabetes-Patientenhelfer wie auch Geflügelzüchter, Feuerwehrleute ebenso wie Sporttrainer. Aber auch Vertreter des kulturellen Lebens sind eingeladen worden. So etwa die Kleinverlegerin und Vertreterin des Musenhofes Margot Prust aus Kunersdorf (Märkisch-Oderland).

„Ehrenamtliches Engagement ist ein Geschenk an das Gemeinwesen“, erklärt die Landtagspräsidentin Britta Stark; „etwas Kostbares, das es ohne Sie, die ehrenamtlich Tätigen, nicht geben würde“. Sie hebt hervor, dass ihr Einsatz die Demokratie stärke und denen den Wind aus den Segeln nähme, „die mit populistischen Sprüchen Angst vor der Zukunft verbreiten und Misstrauen säen wollen gegen die Demokratie“.

Die Auswahl von 100 Ehrenamtlichen soll stellvertretend für die geleistete Arbeit im gesamten Bundesland stehen. Einer von ihnen ist der Mathematiker Uwe Toman (57) aus Petershagen (Märkisch-Oderland), der beruflich als Bereichsleiter in einer IT-Firma tätig ist. Er wurde nach Potsdam eingeladen, weil er sich seit Jahren als Vorsitzender des Landesvereins für mathematisch-naturwissenschaftlich-technisch interessierte Schüler für die Förderung von Talenten in den sogenannten MINT-Fächern einsetzt. Toman äußert sich nach dem Festakt begeistert über den „würdigen Rahmen“ mit dem gesamten Landeskabinett. „Es war auch interessant zu sehen, welche ehrenamtlichen Arbeiten in den anderen Bereichen geleistet werden“, so der Zahlen-Fachmann, der als Schüler im Ostteil Berlins in den 80er-Jahren an der Mathematik-Olympiade teilgenommen hat und sich seither für den Wettbewerb einsetzt.

Mit einem Empfang wurden in Potsdam am Sonnabend 100 engagierte Ehrenamtler geehrt.
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100 Ehrenamtler geehrt

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Nicht alle der für den Festakt Ausgewählten sind mit dieser Form der Anerkennung einverstanden. Der promovierte Meteorologe Bernd Stiller etwa, Leiter des Museums für Achäologie und Aerologie in Lindenberg (Landkreis Oder-Spree), fordert in einem „Offenen Brief an Politiker im Land Brandenburg“ ernsthafte Anstrengungen, das Ehrenamt attraktiver zu machen. Er äußert Zweifel daran, dass im Rahmen eines solchen Festaktes keine „Zeit für ernsthafte Erörterungen örtlicher Probleme einschließlich Lösung“ bleibe und hatte zuvor angekündigt, der Feier unter diesen Bedingungen fernzubleiben.

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