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Ernährung
Die Geschichte meines Essens

Spezialität vom Fischpapst: So wird Wolfgang Schalow hierzulande gern genannt. In der Kochhütte bereitete er mit den Auszubildenden Nahel Shawar (v.l.) und Fardin Bahrami Karpfen im Bierteig zu.
Spezialität vom Fischpapst: So wird Wolfgang Schalow hierzulande gern genannt. In der Kochhütte bereitete er mit den Auszubildenden Nahel Shawar (v.l.) und Fardin Bahrami Karpfen im Bierteig zu. © Foto: Patrizia Czajor
MOZ / 12.12.2018, 23:30 Uhr - Aktualisiert 13.12.2018, 08:59
Eisenhüttenstadt (Patrizia Czajor) Gut, sauber, fair. Das ist das Motto der Ernährungs-Bewegung „Slow Food“, die für eine neue Gastronomie steht. Unterstützer und Mitglieder der Regionalgruppen trafen sich am Mittwoch in der Kochhütte, um den Reichtum der Region zu präsentieren  – und das Essen zu feiern.

Bei unserem geliebten Auto verwenden wir nur das beste Öl. Warum orientieren wir uns beim Olivenöl dagegen eher am Preis statt an der Qualität? Mit diesem Gedanken deutete Torsten Kleinschmidt, Leiter des Ausbildungsrestaurants Kochhütte, auf eine paradoxe Einstellung vieler Menschen zum Thema Ernährung hin. „Mit gutem Essen tun wir uns doch selbst etwas Gutes“, betonte Kleinschmidt, der sich schon während seiner Lehrjahre intensiv mit der Herkunft von Lebensmitteln auseinandersetzte. „Ich wollte die Gesichter, die häufig mit Herzblut hinter ihrem Produkt stehen, kennenlernen.“ Seinen Auszubildenden möchte der Koch heute dasselbe mit auf den Weg geben, wie er betont.

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Derzeit lernen in der Gastronomie des Qualifizierungscentrums der Wirtschaft (QCW) insgesamt sieben Lehrlinge das Kochen. Die Ernährungsberatung sei ebenfalls ein Bestandteil ihrer Ausbildung, erläutert Kleinschmidt. Geprägt würden die Azubis aber auch durch die Philosophie der Kochhütte. „Wir verarbeiten hier nur regionale und frische Zutaten“, betont der Ausbildungsleiter. Bei diesem Thema möchte er vor allem die Region weiter voranbringen. „Da ist noch viel Luft nach oben.“ Häufig ist laut Kleinschmidt die fehlende Logistik ein Problem. Als Beispiel nennt er den Wriezener Senf. Zwar bietet der Hersteller das Produkt in für die Gastronomie üblichen Größen an, der Käufer bekommt es hingegen nur vor Ort.

Eine Gelegenheit, die Vielfalt der Region zu präsentieren, ist für den Ausbildungskoch der sogenannte internationale „Terra Madre Day“ der Ernährungsbewegung „Slow Food“. Die Veranstaltung richtete die Kochhütte in diesem Jahr bereits zum wiederholten Mal aus. „Wir feiern das Essen“, so drückte es Kleinschmidt aus, der am Mittwoch in seinem Ausbildungsrestaurant regionale Anbieter und Verfechter der Idee von bewusster Ernährung begrüßte und bekochte. Unter ihnen auch  Mathias Schirmer, Leiter der Regionalgruppe von „Slow Food“ für den Barnim und das Oderland. Der gelernte Ingenieur, der viele Jahre ein Restaurant geleitet hat, betonte, dass es ihm nicht darum geht, Fast Food zu verdammen. „Nicht jeder muss jetzt Gemüse anbauen“, stellte der 68-Jährige aus Neumädewitz klar. Ihm ist wichtig, die Geschichte seines Essens zu kennen, wie er sagte. Dazu gehören seiner Ansicht nach faire Arbeitsbedingungen genauso wie eine gute Qualität. Auch auf den Zusammenhang zwischen Krankheit und Ernährung wies der Unterstützer der Ernährungs-Bewegung hin.

Genuss und Gesundheit in Einklang zu bringen, dieses Ziel verfolgt auch Torsten Kleinschmidt. Dem Leiter der QCW-Gastronomie geht es hingegen nicht um den Verzicht, zum Beispiel während der Weihnachtszeit. „Wichtig ist, wie sich jemand über das ganze Jahr verteilt ernährt.“ In der Kochhütte möchte Kleinschmidt auch in diesem Jahr wieder regionale Weihnachtsrezepte anbieten. Beliebt seien bei seinen Gästen zum Beispiel die Märkischen Mohnpielen, die er in der süßen Variante als Dessert serviert. (siehe Infokasten)

Rezept für Märkische Mohnpielen

Zutaten für 4 Personen:

- drei altbackene Brötchen

- 125 g gemahlenen Mohn

- 75 g gehackte Mandeln

- 75 g Rosinen

- 75 g Zucker

- 1 Prise Zimt

- 40 g Butterflöckchen

- 500 ml Milch

Die altbackenen Brötchen werden in 2 Zentimeter große Würfel geschnitten. Dann werden die Würfel und alle Zutaten (außer der Milch) in einer Schüssel miteinander vermischt. Während dessen wird die Milch zum Kochen gebracht und die Zutaten werden damit übergossen. Es wird noch einmal gemischt, bis sich die Butterflöckchen aufgelöst haben.

Wer die Mohnpielen noch warm essen möchte, der lässt alles etwa zehn Minuten quellen, bis die Milch vollständig aufgesogen wurde. Verfeinert werden kann das Ganze noch mit Vanillesoße.

Man kann die Mohnpielen auch kalt genießen. Dafür einfach mehrere Stunden in den Kühlschrank stellen (4 bis 5 Stunden) und erkalten lassen.

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