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Laut städtischer Wohnungsgesellschaft WHG liegen Betriebskosten in Eberswalde recht deutlich unter dem Landesniveau

Versorgung
Wärme, Wasser, Steuer und Co. günstiger

Schlussspurt bei der Sanierung: Ende März 2019 sollen die Appartements im Eisenhammer 2 in Westend bezugsfertig sein. Das Angebot richtet sich vor allem an Senioren. Das Haus ist mit einem Aufzug ausgestattet.
Schlussspurt bei der Sanierung: Ende März 2019 sollen die Appartements im Eisenhammer 2 in Westend bezugsfertig sein. Das Angebot richtet sich vor allem an Senioren. Das Haus ist mit einem Aufzug ausgestattet. © Foto: Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 15.12.2018, 06:45 Uhr - Aktualisiert 17.12.2018, 12:04
Eberswalde (MOZ) Mehr als 9100 Eberswalder erhielten in den vergangenen Wochen Post von ihrem Vermieter, der WHG. Die Betriebskostenabrech-nung 2017 flatterte ins Haus. Einige bekommen Geld zurück, andere müssen nachzahlen. Insgesamt, so das Unternehmen, lägen die Kosten unter dem Landesdurchschnitt.

Fristgemäß seien genau 5764 Betriebskostenabrechnungen erstellt worden, für 5683 Wohnungen, in denen gut 9100 Eberswalder leben, sowie für 89 Gewerbeeinheiten. Dies teilt Doreen Boden, Prokuristin der städtischen Wohnungsgesellschaft WHG, mit. Die Widerspruchsquote, die ihren Angaben zufolge „seit Jahren kontinuierlich sinkt“, liege unter 1,5 Prozent. In diesem niedrigen Wert sieht Boden einen Beleg für die „Qualität der Abrechnungen in Bezug auf Nachvollziehbarkeit und Transparenz“.

Insgesamt beliefen sich die abgerechneten Betriebskosten für 2017 auf gut 8,3 Millionen Euro. Davon entfielen knapp 2,6 Millionen Euro auf Heizkosten und Warmwasser. Pro Quadratmeter sind dies für eine WHG-Wohnung 0,73 Euro. Was laut Boden „besonders günstig“ sei. Denn: Damit lägen die Mieter der stadteigenen Gesellschaft in puncto warme Betriebskosten recht deutlich unter dem Durchschnitt für das Land Brandenburg. Laut einer Studie des Verbandes Berlin-Brandenburger Wohnungsunternehmen BBU hätten Mieter landesweit (2016) im Schnitt 0,95 Euro/qm zahlen müssen. Zusammen mit den sogenannten kalten Betriebskosten mussten WHG-Mieter im vorigen Jahr insgesamt 2,01 Euro/qm löhnen. Was ebenfalls weniger als der Brandenburger Durchschnitt (2,14 Euro/qm) sei. Für Wohnungen mit Aufzug erhöhen sich die kalten Kosten in Eberswalde um monatlich 0,33 Euro/qm.

Bei einer Durchschnittsmiete (netto/kalt) von 5,40 Euro/qm müssen Eberswalder Mieter also gut ein Viertel des Gesamtbeitrags für Wasser/Abwasser, Müllentsorgung, Grundsteuer, Wärme und Co. aufwenden.

Für 2019 sagt Doreen Boden allerdings eine Steigerung der Ausgaben für Betriebskosten über den gesamten WHG-Bestand voraus. Und zwar um gleich 11,5 Prozent. Der Grund dafür liege in der Neuvermietung fertiggestellter Bauprojekte: etwa der Werbelliner Straße 13-21, der Pfeilstraße 15, der Eisenhammer Straße 2 und der Bahnhofstraße 22. Mit dem Einzug der Mieter fielen natürlich Betriebskosten an bzw. würden sich diese erhöhen.

Ein weiterer Grund für die Preisentwicklung seien die Mieterwünsche. Boden verweist auf die Positionen Treppenhausreinigung und Grünflächenpflege. Hier sei klar ein Trend erkennbar, „es nicht mehr selbst zu tun“, sondern diese Dienstleistungen durch Firmen erledigen zu lassen. Was sich in der Betriebskostenabrechnung niederschlägt. Zudem würden die Kosten für Versicherungen steigen. Aufgrund zunehmender Versicherungsschäden. Laut Prokuristin verzeichnete die WHG allein in den ersten Quartalen 2018 mehr als 240 Schäden. Vor allem Wasserschäden, Vandalismus sowie Graffiti. Aber auch drei große Wohnungs- bzw. Gebäudebrände gehören dazu.

Darüber hinaus werden 2019 die öffentlichen Gebühren der Niederschlagentwässerung steigen. Die Stadt hat bekanntlich jüngst eine neue Satzung verabschiedet. Und auch die Vorgaben der Bundes- und Landesregierung zu Legionellen sowie Rauchwarnmeldern seien mit zusätzlichen Kosten verbunden, so der Hinweis.

In einigen Positionen kann das Unternehmen aber auch sparen. So wird der Abrechnungsdienst für Heizkosten und Wasser etwas günstiger – 158 000 Euro über den gesamten Bestand. Bei Strom könnten Reduzierungen im Verbrauch durch die weitere Umrüstung der Beleuchtung auf LED erzielt werden. Und: 2019 werde die WHG wieder europaweite Ausschreibungen für die Sparten Gas und Strom durchführen, kündigt Boden an. Dies mit dem Ziel, günstige Preise zu generieren. Zurzeit läuft eine Ausschreibung für Winterdienst und Co. Das Ergebnis bleibe abzuwarten. Im April sei die Vergabe geplant.

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