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Weihnachtsoratorium
Leidenschaftliches Frohlocken

Symbolbild - das Weihnachtsoratorium in Dresden
Symbolbild - das Weihnachtsoratorium in Dresden © Foto: Marko Förster/dpa
Peter Buske / 18.12.2018, 13:23 Uhr
Frankfurt (Oder) Alle Jahre wieder erklingt in der Adventszeit Johann Sebastian Bachs „Weihnachtsoratorium“ BWV 248. Selten im Sechsergebinde, eher in mannigfaltigen Kopplungen. In diesem Jahr hat sich die Frankfurter Singakademie unter Rudolf Tiersch wieder einmal für die traditionelle Abfolge der Kantaten I bis III entschieden. Dabei setzt er bei der Aufführung am dritten Adventssonntag in der Konzerthalle auf seine erprobte Ausdeutung der Botschaft von Jesu Geburt. Chor, Mitglieder des Staatsorchesters sowie vier Solisten folgen seinen Intentionen und erzeugen eine festlich-fröhliche Grundstimmung, bei der sich die Zuhörer gut aufgehoben fühlen.

Bereits bei der instrumentalen Intrada zum Einleitungschor ist des exzellent ausbalancierten Jauchzens und Frohlockens kein Ende. Mit Eintritt der Chorstimmen setzt sich das fort. Die sauber intonierenden Stimmen verschmelzen zu einem Klang voller Ausgewogenheit und Lebendigkeit, feiner dynamischer Abstufungen und spannender Übergänge. Man spürt: Hier wird „mit herrlichsten Tönen“ dem inneren Rhythmus der von geistlicher Poesie geprägten Kantaten nachgespürt, werden die monumentalen Choräle innig und schlicht vorgetragen, sodass sich deren Glaubensfestigkeit sinnerfüllt ausbreiten kann. Genauso gelungen die ausdrucksintensiven Chöre mit ihren polyphonen Stimmengeflechten.

Tempozügig, ohne jedoch zu hetzen, geht es durch den Handlungs- und Betrachtungsbericht der Weihnachtsgeschichte. Geschmeidig und präzise im Zusammenspiel, mit solistischer Assistenz von Flöte, Violine oder zwei Oboen bei der Arienbegleitung erweisen sich die Musiker als vorzügliche Bach-Deuter. Fröhlich bewegt und sanft wiegend im Siciliano-Rhythmus schwingt die Hirtenmusik vorüber. Nicht immer in gleicher Vorzüglichkeit präsentieren sich die Solisten. Sie sind größtenteils textverständlich versiert, wissen jedoch in den Dacapoteilen der Arien die barockgemäßen Möglichkeiten zu spontanen Verzierungen nicht zu nutzen.

Kurzfristig hat Isabell Schmidt den Sopranpart von der erkrankten Marie Friederike Schöder übernommen und sich achtbar ihrer Aufgaben gewidmet. Als leichtstimmiger, spannender Berichterstatter des Evangelistenreports und kehlenflinker Ariensänger erweist sich Christian Zenker (Tenor) – ein Genuss für die Sinne. Den verbreitet auch die Altistin Isabelle Rejall als warmtönende, von zärtlichen Trieben erfüllte Mutter Maria. Leider hat der zwischen kraftvoll und fast unhörbar tönende Bassbariton Thomas Wittig als „Großer Herr und starker König“-Verkündiger mancherlei intonatorische Mühe.

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