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Wettlauf mit der Zeit
Land will mehr Blindgänger beseitigen

Eine entschärfte 250 Kilogramm Bombe hängt am Kranhaken. Auch 73 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs kommt Brandenburg in Sachen Munitionsfunde nicht zur Ruhe.
Eine entschärfte 250 Kilogramm Bombe hängt am Kranhaken. Auch 73 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs kommt Brandenburg in Sachen Munitionsfunde nicht zur Ruhe. © Foto: Bernd Settnik/dpa
dpa / 03.01.2019, 13:56 Uhr - Aktualisiert 03.01.2019, 16:51
Oranienburg (dpa) Mehr Mittel, mehr Personal: Mit der „Modellregion Oranienburg“ will Brandenburg verstärkt den Boden von Kriegsaltlasten befreien. Zusätzliche Stellen, mehr Mittel und eine bessere Ausstattung für den Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) sollen dafür sorgen, dass zunächst die besonders betroffene Stadt im Landkreis Oberhavel von Blindgängern freigeräumt wird.

Es sei ein Anliegen von Bund, Land und Kommunen, „möglichst schnell diese letzten Relikte des Krieges zu beseitigen“, sagte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) bei einem Treffen mit Oranienburgs Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) und dem Landtagsabgeordneten Björn Lüttmann (SPD) am Donnerstag in Oranienburg.

270 Bomben werden noch im Boden der Stadt vermutet - obwohl seit 1991 bereits mehr als 200 Großbomben entschärft oder gesprengt worden sind. Bürgermeister Laesicke bezeichnete die Belastung als „Oranienburger Schicksalsproblem“.

Die Stadt ist wie keine andere Region in Deutschland von US-amerikanischen Bomben mit chemischen Langzeitzündern betroffen. Diese sind besonders gefährlich, da sie auch ohne äußere Einwirkungen detonieren können. Es ist ein „Wettlauf mit der Zeit“, sagte der Landtagsabgeordnete Lüttmann. Bei den Bomben sei es keine Frage ob, sondern nur wann sie hochgingen. Der Boden wird daher seit Jahren systematisch nach Blindgängern abgesucht.

Das Land hatte mit dem Haushalt 2019/20 die Einrichtung einer „Modellregion Oranienburg“ zur Verstärkung der Kampfmittelbeseitigung beschlossen. Noch im zweiten Halbjahr 2019 sollen sieben zusätzliche Mitarbeiter beim KMBD beginnen. 2020 sind noch einmal sechs weitere Stellen geplant. Die neuen Mitarbeiter sollen sich auf die Region Oranienburg konzentrieren.

Auch sollen mehr Mittel und eine bessere Ausstattung für eine schnellere Beseitigung der Kriegsaltlasten sorgen. Um schneller agieren und private Räumfirmen besser beaufsichtigen zu können, soll der KMBD den Status einer Sonderordnungsbehörde erhalten. Die gesetzlichen Weichen dafür sollen noch vor der letzten Landtagssitzung im Sommer gestellt werden, wie Lüttmann sagte.

Das Modellprojekt für Oranienburg ist zunächst auf drei Jahre begrenzt. Anschließend könnten die geplanten Änderungen auf das ganze Land ausgeweitet werden.

In Brandenburg waren im Vorjahr rund 296 Tonnen Kampfmittel gefunden worden. Bis Ende November wurden in dem Jahr 9 Bomben entschärft und 73 gesprengt.

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