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Kurze Filmaufnahme in sozialen Netzwerken zeigt vermutlich Isegrim in Joachimsthal

Joachimsthal
Wolfs-Video sorgt für Gesprächsstoff

Susann Hasse / 05.01.2019, 06:00 Uhr
Joachimsthal Ein Wolf mitten in Joachimsthal: Ein einminütiger Mitschnitt einer Verfolgungsjagd entlang der Mühlenstraße ist derzeit ein großes Thema in der Stadt und lässt vermuten, dass sich das Wildtier in die Innenstadt verirrt haben könnte.

Im Video ist zu sehen, dass ein Auto hinter einem Wolf herfährt, bis er schließlich am Ende der Mühlenstraße im Wald entschwindet. Entdeckt wurde der graue Gefährte ungefähr auf Höhe der Feuerwehr, also mitten in der Innenstadt. Er läuft die gesamte Straße bergauf, um dann rechts in die Verlängerung der Straße in Richtung ehemaliger Mülldeponie zu entschwinden. Auf halber Strecke stoppt das Tier und schaut ratlos in Richtung Auto, kurz sieht es aus, als würde er umkehren. Auf Pfiffe reagiert das Tier nicht.

Ob es sich tatsächlich um einen Wolf handelt, ist derweil nicht hundertprozentig sicher. Auch Carina Vogel, die sich mit Wolfsmonitoring im Barnim befasst, will sich nicht festlegen. „Ich vermute es schon. Aber es lässt sich nicht eindeutig sagen“, bekennt sie auf Nachfrage der Zeitung. Wenn es ein Wolf war, dann möglicherweise ein junges Tier, das noch keine schlechten Erfahrungen bei der Begegnung mit Menschen oder Autos gemacht hat. Generell sei es für Wildtiere nicht ungewöhnlich, in der Nacht auch Siedlungsgebiete zu durchqueren, so Vogel.

Was die Aufnahme zeigt, ist das grau-melierte Fell, der markante Schulterriss und der für Wölfe typische Schwanz. Schaden hat das Tier in Joachimsthal nach derzeitigen Erkenntnissen nicht angerichtet, gerissene Nutztiere sind aktuell nicht bekannt.

Schon öfter wurden in den vergangenen Monaten Wölfe im Stadtgebiet beobachtet. So berichteten Joachimsthaler bereits im Sommer von zwei Tieren, die unterhalb des Bahnhofs in den Bruchwiesen spazierten. Auch Bürger an der Straße Richtung Glambeck wollen den Wolf bereits am Waldrand gesichtet haben.

Eine Uhrzeit ist im Handy-Mitschnitt nicht vermerkt. Der Vorfall soll sich dem Vernehmen nach zwischen 21 und 22 Uhr zugetragen haben. Als Datum wird der 2. Januar angegeben. Zugänglich ist das Video für Mitglieder der geschlossenen Facebook-Gruppe „Juchte meine Heimat - Joachimsthal“. Zudem kursiert der kurze Film über WhatsApp und wurde bereits oft weitergeleitet. Auch erste Kommentare sind bei Facebook zu lesen: „Er hat also offensichtlich seine natürliche Angst abgelegt. Ich bin auch für Schutz von Natur und Tier, dennoch halte ich den Wolf für gefährlich und finde es bedenklich.“, meint eine Nutzerin. „Bloß nicht gleich Panik“, heißt es in einem weiteren Kommentar.

Ob es ein Wolf ist, könne letztlich nur durch die Genetik festgestellt werden, meint der für Joachimsthal zuständige Revierleiter Dirk Weier. Er hält es angesichts der hohen Wolfsdichte in der Schorfheide für möglich, dass sich ein Tier in die Stadt verirrt. „Daran muss der Mensch erst wieder gewöhnen“, sagter.

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