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Gesprächsstoff
Weitere Wolfsvideos im Umlauf

Video vom Wolf in der Mühlenstraße: Der Film ist bisher am eindeutigsten in Joachimsthal entstanden. Ein kürzeres Video, das kursiert, zeigt Isegrim nun wohl auch in der Hövelstraße.
Video vom Wolf in der Mühlenstraße: Der Film ist bisher am eindeutigsten in Joachimsthal entstanden. Ein kürzeres Video, das kursiert, zeigt Isegrim nun wohl auch in der Hövelstraße. © Foto: Screenshot des Videos
Marco Marschall / 09.01.2019, 10:18 Uhr - Aktualisiert 09.01.2019, 10:41
Joachimsthal (MOZ) Der Wolf ist überall Gesprächsstoff. Bürgermeister René Knaak-Reichstein will Verhaltensregeln zur Begegnung mit Isegrim ins Amtsblatt bringen. Außerdem sind weitere Videos mit Wölfen aufgetaucht.

Dass auf dem schon in der vergangenen Woche aufgetauchten Online-Video ein Wolf durch die Mühlenstraße von Joachimsthal läuft, ist laut Bürgermeister René Knaak-Reichstein nicht wegzudiskutieren. Von vielen Bürgern sei er auf den Film angesprochen worden und ist alarmiert. Wie er auf Nachfrage der Zeitung mitteilt, habe er sich bereits mit zwei Wolfsbeauftragten verständigt.

Denn mittlerweile gibt es weitere Filme. „Zwischendurch kursierte ein Video, auf dem ein ganzes Rudel zu sehen ist, das in der Nähe des sogenannten A-Gestells im Waldgebiet zwischen Joachimsthal und Friedrichswalde entstanden sein soll“, sagt Knaak-Reichstein und betont ausdrücklich das Wort „soll“. Denn nach Rücksprache mit der Wolfsexpertin hat er erfahren, dass das Video immer dann auftauche, wenn irgendwo ein Wolf gesehen wurde. Nicht nur in Joachimsthal sondern auch in anderen Teilen des Landes.

Carina Vogel, ehrenamtliche Wolfsbeauftragte im Barnim, kann das auf Nachfrage der Zeitung bestätigen. Das Video sei ihr schon mehr als 20 Mal zugeschickt worden. „Es scheint aus der Lüneburger Heide zu stammen, weil es dort zuerst auftauchte“, sagt die Expertin. Das kurze Machwerk ist von einem Hochsitz aus gefilmt und zeigt mehrere junge verspielte Wölfe, die auf einer Waldschneise angewetzt kommen und miteinander herumtollen.

Ein drittes Video, auf dem erneut ein einzelner Wolf bei Dunkelheit zu sehen ist, zeigt diesen auf einer Freifläche zwischen Wohnbebauung. Höchstwahrscheinlich ist es in der Hövelstraße hinter Sanitär Giersch aufgenommen. Angeblich einen Tag nach dem Mühlenstraßenvideo.

Knaak-Reichstein will keine Panik machen, sieht aber das Thema Wolf durchaus kritisch. „So lange er im Wald bleibt, alles schön. Dass er auch in die Stadt kommt, ist nicht gut“, sagt er und will Bedenken zu den Tieren nicht unter den Tisch kehren. In Absprache mit einer Wolfsexpertin möchte er Verhaltensempfehlungen für die Begegnung mit dem Tier im Amtsblatt veröffentlichen.

„Im Grunde gilt das Gleiche, wie wenn man auf Wildschweine trifft“, sagt Wolfsbeauftragte Carina Vogel. „Nicht wegrennen, sich bemerkbar machen.“ Besonders Hundeeigentümer sollten jetzt auf ihre Vierbeiner acht geben. Im Januar und Februar sei Fortpflanzungszeit oder Ranzzeit, wie es beim Wolf heißt. Bemerkt ein männlicher Wolf einen Hunderüden im Revier, nehme er ihn als Eindringling wahr und werde versuchen, ihn zu vertreiben.

Fälle, in denen Wolfsrüden Hundeweibchen gedeckt hätten, seien bisher noch nicht nachgewiesen. Hunderüden, die in freier Wildbahn Wolfsweibchen decken, hingegen schon. Laut Carina Vogel sei jeweils ein Fall aus Sachsen und aus Thüringen bekannt. „Das kriegt man erst mit, wenn komische Wölfe auf den Bildern der Fotofallen auftauchen“, sagt sie. Die Welpen seien weggefangen worden, da weder der Arten- noch der Naturschutz Hybriden in der Natur haben wolle.

Doch selbst wenn keine Paarungszeit herrscht, sollten Hundehalter mit ihren Vierbeinern eher umkehren, wenn sie einem Wolf begegnen. „Gerade junge Wölfe, die noch alles erkunden, finden Hunde interessant, weil sie sie als komische Wölfe wahrnehmen“, erklärt Carina Vogel. In Niedersachsen sei ein junger Wolf einem Halter mit Hund beim Gassigehen gefolgt.

Auch bei der aktuellen Wolfsbewegung in der Region handele es sich meist um Jungwölfe. Vor Auftauchen des Videos hatten im Barnim vor allem tote Wölfe von sich reden gemacht. Auf der A 11 habe es 2018 drei Wildunfälle mit den Tieren gegeben. Der jüngste ereignete sich, so Vogel, im Dezember in Höhe Sophienstädt.

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