Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Neujahrsempfang
Bürgermeisterin kritisiert Diskussionskultur

Joachim Eggers / 11.01.2019, 06:15 Uhr - Aktualisiert 11.01.2019, 15:33
Woltersdorf (MOZ) Weit mehr als 100 Gäste sind am Mittwochabend der Einladung der Gemeinde zum Neujahrsempfang gefolgt. Bevor Bürgermeisterin Margitta Decker wie üblich Bürger für ihr ehrenamtliches Engagement ehrte, äußerte sie sich kritisch zur Woltersdorfer Debattenkultur.

Man wolle miteinander ins Gespräch kommen, aber auch kritisch zurückschauen, „damit wir es 2019 besser machen“: So umriss Margitta Decker in ihrer Ansprache den Zweck der Veranstaltung. Denn 2019 „warten anspruchsvolle und gewichtige Aufgaben“, sagte die Bürgermeisterin mit Blick auf Kommunal-, Europa- und Landtagswahlen. Der Wahlkampf habe längst begonnen, und sie müsse „in den sozialen Medien feststellen, dass einige, darunter auch Gemeindevertreter, es offenkundig opportun finden, einfach drauf zu hauen, zum Beispiel auf ,die im Rathaus’, ohne jede Begründung, ohne irgendein sachliches Argument“.

Dagegen warb Margitta Decker für einen demokratischen Wettbewerb. Bei dem Satz „Das geht auch ohne Verleumdungen, Gerüchte und Beleidigungen“ wurde sie von starkem Applaus unterbrochen.

Zuvor hatte sie die Bürgermeisterin kurz den Stand der Entwicklung Revue passieren lassen: Im Frühjahr soll der so konfliktbesetzte Ausbau der Schleusenstraße beginnen, beim arg beschädigten Berghofer Weg gebe es beim Landesbetrieb Straßenwesen keine Einsicht – die Schäden haben mit der langen Sperrung der Stolp-Brücke zu tun –, bei den neben der neuen Seniorenresidenz am Berliner Platz geplanten Wohnungen schilderte sie den gemeindeinternen Konflikt um die Stellplätze: Einige Gemeindevertreter treten weiter dafür ein, dass pro Wohnung ein Stellplatz entstehen soll; der Seniorenbeirat ist dafür, dass nur für jede zweite Wohnung einer verlangt wird, weil unterm Strich sonst weniger Wohnungen gebaut werden. Da gebe es noch Diskussionsbedarf, so die Bürgermeisterin.

Sie begrüßte, dass nach dem Senioren- auch ein Jugendbeirat berufen worden ist und erinnerte an einen Beschluss von 2011: Demnach fehlt noch ein solches Gremium für die Kultur. Das sei dringend nötig. „Aktivisten und Interessenten sind also sehr gefragt.“

Die danach vorgenommenen Ehrungen (siehe Kasten links) gehen auf Vorschläge der Feuerwehr, des Woltersdorfer Bürgerforums, der Volkssolidarität, des Verschönerungsvereins, des Mittelstandsvereins und der Fraktion Linke/Grüne zurück. Diese Form der Ehrung beim Neujahrsempfang gibt es in Woltersdorf seit 2014, den Empfang selbst seit 2012. Bei Häppchen und Getränken aller Art ging der Abend in eine lockere Runde mit angeregten Gesprächen über.

Die Geehrten

■ Heinz Schulze ist seit fast 63 Jahren bei der Feuerwehr. Obwohl seit 2003 in der Altersabteilung, hat der Ur-Woltersdorfer noch 2010 beim Oderhochwasser als Maschinist mitgewirkt

■ Anne Marchand ist seit Jahrzehnten im SV Woltersdorf aktiv. Wöchentlich trainiert sie mit ihrem Team Kinder und Jugendliche.

■ Klaus Lenk ist seit 2011 Sprecher der Ortsgruppe der Volkssolidarität, Initiator vieler Veranstaltungen

■ Frank Bauer und Michael Viete haben die Internetseite des Verschönerungsvereins gebaut und pflegen sie.

■ Kathrin Richter von der Bäckerei Vetter ist bei fast jeder öffentlichen Veranstaltung im Ort dabei.

■ Helgrid Kutz setzte mit ihrer Tochter die Tradition fort, einmal jährlich Eltern mit neugeborenen Babys einzuladen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG