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Helfer im Dauereinsatz
Südbayern im Ausnahmezustand - neuer Schnee erwartet

DPA / 11.01.2019, 22:23 Uhr - Aktualisiert 12.01.2019, 08:10
München (dpa) Es sind zwar etwas weniger Flocken gefallen, die Schneemassen in Teilen Europas bleiben aber weiter gefährlich. Am Freitag kam der 48-jährige Fahrer eines Schneepflugs im bayerischen Lenggries ums Leben, als sein Fahrzeug auf einer Brücke umkippte und in einen Fluss stürzte.

In Bulgarien starben zwei Snowboardfahrer unter einer Lawine, die sie selbst ausgelöst haben. Sie seien außerhalb der Skipisten im südbulgarischen Pirin-Gebirge zusammen mit zwei weiteren Männern unterwegs gewesen, berichteten bulgarische Medien.

An den Flughäfen München und Frankfurt wurden am Freitag jeweils rund hundert Flüge gestrichen. Auch der Bahnverkehr blieb auf vielen Strecken Bayerns unterbrochen. Nach Angaben eines Bahnsprechers fallen auch in den kommenden Tagen zahlreiche Züge aus. In Österreich holte das Bundesheer eine große Schülergruppe aus dem Ruhrgebiet mit zwei Hubschraubern von einer Alm.

In fünf bayerischen Landkreisen gilt mittlerweile der Katastrophenfall. Mehr als 2200 Helfer und Einsatzkräfte waren im südlichen Oberbayern im Einsatz. Die Bundeswehr schickte 350 Soldaten in die tief verschneiten Landkreise. Sie befreiten Dächer von den schweren Schneemassen, versorgten Bewohner in schwer zugänglichen Orten und transportierten Helfer mit gepanzerten Kettenfahrzeugen.

Von Samstagabend bis Montagabend soll es auch in den sächsischen Mittelgebirgen schneien, vor allem aber wieder im Alpenraum und im Bayerischen Wald - und in niedrigeren Lagen regnen. Dies könnte die Lage dramatisch verschärfen und den Schnee auf einsturzgefährdeten Dächern noch schwerer machen.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ zusichern, dass die Zahl der Einsatzkräfte notfalls aufgestockt werden könne. Sie drückte außerdem ihre Trauer über den Tod eines neunjährigen Jungen aus, der am Donnerstag bei München von einem umstürzenden Baum erschlagen wurde.

Viele Turnhallen in Südbayern blieben wegen der schweren Schneemassen auf den Dächern gesperrt. Bei der Räumung hätten deren Dächer aber hohe Priorität, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes Miesbach. Die Turnhallen müssten als mögliche Notunterkünfte - unter anderem für Bürger oder Rettungskräfte - freigehalten werden.

Zahlreiche Auto- und Lastwagenfahrer kamen in weiten Teilen Bayerns auf den Straßen ins Rutschen. Die Straße nach Innsbruck war am Grenzübergang Mittenwald wegen akuter Lawinengefahr gesperrt. Pflegekräfte des Bayerischen Roten Kreuzes bekamen in den tief verschneiten Regionen Unterstützung von Landwirten: Mit Traktoren und Unimogs brachten Bauern die Pfleger zu alten und kranken Menschen.

In Franken freuten sich die Verantwortlichen in den Skigebieten über den Neuschnee auf den Pisten. Auch die bayerischen Landwirte waren froh. „Auf den Feldern und in den Wäldern wird die Feuchtigkeit wegen der starken Dürre im letzten Jahr dringend benötigt“, sagte eine Sprecherin des Bayerischen Bauernverbands.

Die Schulstunden, die wegen des extremen Wetters ausfallen, müssen nach den Worten von Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) nicht nachgeholt werden. In etlichen Schulen fällt auch zu Beginn der neuen Woche der Unterricht aus.

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Werner Matzat 11.01.2019 - 13:24:36

Öffentlich - rechtliche Zwangsfinanzierung verbreitet Hysterie beim Wetter - Wir haben Winterwetter, keinen Notstand!

Der Wintereinbruch in Süddeutschland bringt Massen an Neuschnee, es kann auch die nächsten Wochen Schneerekorde geben. Kein Problem, meint Jörg Kachelmann. Manchmal ist Wetter eben nur Wetter. Man weiß, dass man sich um den Journalismus Sorgen machen muss, wenn die “Neue Zürcher Zeitung“ titelt: “Deutschland versinkt im Schnee”. Das tut es natürlich nicht und außerhalb einer kleinen radikalen Minderheit in Bayern wundert sich Deutschland, was die alte Tante aus Zürich da schreibt, wie die Schneehöhen vom Dienstagmorgen ahnen lassen – zum Glück gibt’s den Brocken im Norden, damit es etwas weniger elend aussieht: […] Auch wenn wir jetzt noch weit von einem Rekord-Lawinenwinter entfernt sind ist es denkbar, dass wir uns in den kommenden Wochen weiter in diese Richtung bewegen, dass wir in Teilen der Alpen einen Schneewinter haben, von dem man immer wieder mal hörte, dass es ihn nie mehr geben würde. Es ist das Kreuz mit der Wissenschaft: Der sich anbahnende Winter ist weder etwas, was gegen den Klimawandel spricht, aber auch nicht das Gegenteil davon. Auch wenn es schwer auszuhalten ist für beide Seiten des Hysterie-Managements: Manchmal ist Wetter einfach nur Wetter. Quelle: https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_85052278/wetter-joerg-kachelmann-schneefall-in-deutschland-ist-nichts-besonderes.html --- passend dazu: "Könnte es noch schlimmer werden?" – der realsatirisch angehauchte ARD-"Brennpunkt" zum winterlichen "Schneechaos" - Winterzeit – Wetter-"Brennpunkt"-Zeit. Wie in jedem schneereichen Winter sendete die ARD auch heuer einen “Brennpunkt” zum “Schneechaos” im Alpenraum. Die viertelstündige Sendung direkt nach der “Tagesschau” am gestrigen Mittwoch war mit knapp acht Millionen Zuschauern die mit Abstand meist gesehene Sendung des Tages. Die teils realsatirisch anmutende Berichterstattung erregte aber auch wieder mal den Unmut zahlreicher Nutzer im Internet. Quelle: https://meedia.de/2019/01/10/koennte-es-noch-schlimmer-werden-der-realsatirisch-angehauchte-ard-brennpunkt-zum-winterlichen-schneechaos/ --- Zunächst muss man festhalten, dass die Entscheidung der ARD, einen Wetter-“Brennpunkt” zu senden, traditionell immer Kritik auf sich zieht. Andererseits sind extreme Wetterlagen natürlich auch relevant. Die Entscheidung, einen Wetter-“Brennpunkt” zu machen und zu senden, sollte man also nicht generell verdammen. Allerdings war das, was die ARD da gestern Abend knapp acht Millionen Zuschauern vorsetzte, schon reichlich dünne Suppe. In weiterer Folge werden uns auch dieses Jahr die Öffentlich - rechtlichen Sender mit "Wetter Brennpunkten" zuschütten die dann so lauten könnten: "Brennpunkt Frühjahrshochwasser", "Brennpunkt Hitze - Dürresommer", "Brennpunkt Waldbrände", "Brennpunkt Herbststürme", "Brennpunkt Herbsthochwasser" und "Brennpunkt beim nächsten Winterwetter". Angesichts der jährlichen Rundfunkbeitragshöhe von ca. 8 Mrd. Euro planen die Öffentlich - rechtlichen Sender die Zwangsgebühr weiter zu erhöhen. Somit ist der Öffentlich - rechtliche m. E. leider Teil des in Deutschland vorliegenden Medienproblems. Dieses Problem kann mit weiteren Milliarden im Richtung Öffentlich - rechtliche nur verschärft werden. Oder ist davon auszugehen, dass noch mehr Geld ein kritisches Umdenken in den Chefetagen der Öffentlich - rechtlichen Sender auslöst? Eine - Zwangsfinanzierung - und darum geht es leider, schränkt jedes bürgerliche Grundrecht ein, denn wenn ich 210 Euro jährlich für ein Medium ausgeben muss, welches ich nicht nutzen möchte, fehlt mir zwangsläufig das Geld für andere Informationsquellen, deren Unterstützung ich als im Sinne der Medienfreiheit für notwendig erachte. Sieht irgend jemand eine mehrheitliche Besserung bei den öffentlichen Medienanstalten? Ist es nicht schon "weit nach Zwölf", um wie die Bewegung der "Gelben Westen", (Gilets Jaunes) der Brüder und Schwestern in Frankreich, zum Widerstand aufzurufen? Soweit ich mich entsinne steht derartiges im GG. Art. 20 Abs. 4

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