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Sechs Frauen und Männer misshandeln in Frankfurt (Oder) eine junge Frau und stoßen sie anschließend in die Oder

Mordversuch
33-Jährige misshandelt und in die Oder gestoßen

Ein Frau wurde in die eiskalte Oder geworfen. Sie konnte sich in Höhe des Winterhafens retten.
Ein Frau wurde in die eiskalte Oder geworfen. Sie konnte sich in Höhe des Winterhafens retten. © Foto: René Matschkowiak
Frank Groneberg / 11.01.2019, 19:15 Uhr - Aktualisiert 12.01.2019, 15:06
Frankfurt (Oder) (MOZ) Drei Männer und drei Frauen haben in Frankfurt (Oder) eine Frau mehrfach misshandelt, unter Drogen gesetzt und ausgeraubt. Anschließend stießen drei von ihnen das Opfer in die Oder – offenbar, um sie zu töten.

So viel ist klar: Es ist nur glücklichen Umständen zu verdanken, dass das 33 Jahre alte Opfer die brutale Tortur überlebt hat. Am Montagabend wird die junge Frau von drei anderen Frauen in die Oder gestoßen – offensichtlich, um vorhergehende Gewalttaten zu verschleiern. Doch die Frankfurterin überlebt. Nachdem sie etwa 50 Meter im eiskalten Wasser getrieben ist, gelingt es ihr, eine Leiter zu fassen und aus dem Wasser zu klettern.

Der Mordversuch – und die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es sich um einen solchen handelt – ist der entsetzliche Höhepunkt einer  Gewalt­orgie, an der drei Männer und drei Frauen im Alter von 18 bis 35 Jahren – alles Deutsche aus Frankfurt (Oder) und Umgebung – beteiligt sind.

Und die laut Frankfurter Staatsanwaltschaft noch immer nicht in allen Einzelheiten aufgeklärt ist. „Der gesamte Tathergang und das Motiv sind noch nicht bis ins Detail ermittelt“, sagt Staatsanwältin Ricarda Böhme, Sprecherin der Behörde, auf Anfrage. „Es stehen noch weitere Nachvernehmungen und Untersuchungen an.“ Zu den genauen Tathergängen möchte sie sich nicht äußern.

Nach Informationen dieser Zeitung treffen am Montag gegen 19 Uhr mehrere der Beschuldigten und ihr Opfer zunächst im Bereich Halbe Stadt in Frankfurt (Oder) aufeinander. Die junge Frau wird beschimpft und angespuckt, getreten und geschlagen, ihr werden die Haare angezündet. Die Täter zwingen sie, eine Ecstasy-Pille zu schlucken. Sie stehlen ihr das Handy und die Wohnungsschlüssel, lassen dann von ihr ab.

Wer genau an dieser ersten Tat beteiligt war, ist unklar. Etwa eine Stunde später dringen die Frauen und Männer mit Hilfe des gestohlenen Schlüssels in die Wohnung ihres Opfers, das in der Sophienstraße wohnt, ein. Dort setzen sie die Misshandlungen mit Tritten und Schlägen fort, zwingen die junge Frau erneut, Betäubungsmittel zu schlucken, rauben ihr mehrere Handys, den Ausweis, einen Fernseher und ein Notebook.

Schließlich zwingen die drei Frauen das Opfer, mit ihnen zur Oderpromenade zu laufen. Im Bereich des Winterhafens stoßen sie die junge Frau ins Wasser – „in Tötungs- und Verdeckungsabsicht“, wie es in einer Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft heißt.

Die Misshandelte kennt fünf der Täter, hat von einer ihr unbekannten Frau den Spitznamen gehört. Die Polizei kann das Sextett schnell fassen. Vier der Täter sind bereits vorbestraft. Die Staatsanwaltschaft beantragt gegen fünf Beschuldigte Haftbefehle. Das Amtsgericht erlässt aber nur gegen zwei Frauen Haftbefehle, einer davon – gegen eine 18 Jahre alte Frau – wird gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt. Die Staatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten unter anderem versuchten Mord vor. Die Mordkommission ermittelt.

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Ralf Rothe 13.01.2019 - 08:36:18

Kuscheljustiz

Nur eine Frau von 6 Tätern in Haft? Wie soll das Opfer sich da fühlen? Wann ist endlich Schluss mit der Kuscheljustiz. Hat selbst der Tod von 2 Polizisten vor einem Jahr durch einen mehrfach auf Bewährung verurteilten Täter (ständige Bewährung ohne Folgen!) nicht zu einen Umdenken in der Justiz geführt? Was muss noch alles geschehen?

Paul Müller 12.01.2019 - 13:49:12

Ohje Harald ...

... wusste gar nicht das Australien ein Vernichtungslager war :)))

Harald Meier 12.01.2019 - 12:41:57

Eine Stelle für menschlichen Abfall ...

... gab es schon mal in der deutschen Geschichte, sie nannte sich Vernichtungslager! Tja, einige Menschen haben daraus nichts gelernt und wollen heute auch wieder Menschen "entsorgen".

Paul Müller 12.01.2019 - 10:33:48

Wir brauchen unbedingt ...

... so eine Art „Australien“ für menschlichen Abfall ...

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