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Die MOZ erklärt das Phänomen Pferdewetten / Saisonstart auf der Galopprennbahn in Hoppegarten am 7. April

Pferdewetten
Am Anfang aufs Bauchgefühl setzen

Nervenkitzel: Den erleben alle die, die sich trauen, auf der Galopprennbahn Hoppegarten auf die Pferde zu wetten. Neulingen wird auch gern direkt am Wettschalter geholfen. Vielleicht sollten die aber die Zeit nutzen, nachdem die Könner ihre Scheine abgegeben haben und die größte Aufregung vorbei ist.
Nervenkitzel: Den erleben alle die, die sich trauen, auf der Galopprennbahn Hoppegarten auf die Pferde zu wetten. Neulingen wird auch gern direkt am Wettschalter geholfen. Vielleicht sollten die aber die Zeit nutzen, nachdem die Könner ihre Scheine abgegeben haben und die größte Aufregung vorbei ist. © Foto: Frank Sorge
Jens Sorge / 12.01.2019, 07:30 Uhr
Hoppegarten Winterruhe in Hoppegarten. Jedenfalls, was das Geschehen auf dem grünen Rasen betrifft. Hinter den Kulissen jedoch wird die neue Saison fleißig vorbereitet – sowohl in den Trainingsquartieren als auch im Büro. In der Bilanz eines jeden Veranstalters spielt der Wettumsatz eine entscheidende Rolle.

Darüber sind sich alle Turffreunde einig – so richtig Spaß machen Pferderennen erst durch eine Wette. Das kann man in drei Monaten wieder in Hoppegarten erleben. Am einfachsten sind die Sieg- und Platzwetten. Die Zweier- und Dreierwetten sind zwar wesentlich komplizierter, versprechen aber höhere Gewinne. Sehr zu empfehlen, vor allem für Neulinge, ist die Platz-Zwillingwette. Da müssen zwei Pferde, ungeachtet ihrer Reihenfolge, unter den ersten drei Pferden im Ziel einkommen. Voraussetzung: Es müssen mindestens acht Pferde (mit Wetten) im Rennprogramm stehen. Der Vorteil gegenüber der Zweierwette: Die gewählten Pferde können in der Kombination Erster und Zweiter, Erster und Dritter und Zweiter und Dritter einlaufen.

Richtig rund geht es bei der Dreierwette. Diese und die nur in bestimmten Rennen angebotene und im Programm extra gekennzeichnete Viererwette gelten als schwerste Wettarten und werden in der Regel nur in zahlreichen Kombinationen und mit entsprechend höherem Einsatz getroffen. Allerdings geht das bereits mit dem Mindesteinsatz von 50 Cent. Das ist aber eher etwas für Profis unter den Zockern. Aber wer es noch nicht ist, kann es werden. Die nächste Gelegenheit bietet der erste Renntag am 7. April.

Wichtig beim Wetten ist, einen kühlen Kopf und starke Nerven zu behalten. Jedem Neuling unter den Rennbahnbesuchern sei geraten, durchaus seinem Bauchgefühl zu folgen. Da kann es reinweg auch um das Gefallen des Pferdes, des Jockeys oder der Rennfarben gehen. Alles drei kann jeder vor dem Start im Führring beschauen. Dort präsentieren sich stets Reiter und Pferd, bevor es auf die Rennbahn geht. Gut zu wissen, dass man für Sieg- und Platzwetten keinen Wettschein ausfüllen muss. Es reicht, das Gewünschte am Schalter anzusagen. Auch wer Anregungen zum Ausfüllen des Wettscheines braucht, bekommt diese am Wettservice-Stand.

Untrennbar mit dem Rennsport verbunden ist der Totalisator, das Wettgeschäft. Das sorgt für die wichtigste finanzielle Grundlage der Renntage. Die Verbindung Rennsport und Wette ist so alt wie der Sport selbst. Die ersten Rennen sind in des Wortes doppelter Bedeutung „um die Wette gelaufen“ worden. Die Pferde liefen gegen sich um die Wette, und außerdem liefen sie um eine Wette ihrer Besitzer, die ihre Überzeugung vom Können ihres Pferdes mit einem Geldeinsatz bekräftigten. Die ersten Wetten lauteten Einsatz gegen Einsatz. Wer seiner Sache ganz sicher war, schlug dem Gegner einen geringeren Einsatz vor und leistete selbst eine höhere Garantie. Aus diesen Privatabschlüssen entstand allmählich ein Wettgeschäft, das bis zur Einführung des Totalisators (in Deutschland 1870) ausschließlich von den Buchmachern betrieben wurde.

Beim Totalisator (französisch totaliser = alles zusammenzählen) ist der rechnerische Vorgang der, dass alle Wetteinsätze im Schnitt nach Abzug von 25 Prozent ausgezahlt werden. Mit den einbehaltenen 25 Prozent kann der Veranstalter jedoch heutzutage nicht mehr seine Kosten bestreiten, dazu sind die Wettumsätze zu gering. Seit 1872 besteht übrigens schon die Siegwette, ab 1893 gibt es die Platzwette, ab 1936 die Einlaufwette.

Bereits vor Jahrzehnten hieß es: Der Rennbahn-Besucher leistet sich ein durchaus harmloses Vergnügen, wenn er eine Wette tätigt, und verschafft sich einen kleinen Nervenkitzel. Er ist viel mehr bei der Sache und hat ein größeres Interesse, wenn ein Pferd auch für sein Geld läuft.

Immer mehr Menschen, die eine aufreibende Berufstätigkeit haben, finden im Rennsport einen Ausgleich. Deshalb gibt es gerade in den Großstädten Tausende aus allen Schichten, denen der Rennsport und die Vollblutzucht zur liebsten Beschäftigung in ihren Musestunden geworden sind, der sie durch Wetten Ausdruck verleihen. Wie kaum etwas anderes sind Galopprennen dazu geeignet, dem Wetten Hitze und Farbe zu geben.

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