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Seelower Grundschüler präsentieren zur Einweihung ihren Song / Viel Lob für Planer und Baufirmen

Stadtzentrum
„Ein Hoch aufs Kaufhaus“

Doris Steinkraus / 12.01.2019, 09:00 Uhr - Aktualisiert 12.01.2019, 15:30
Seelow (MOZ) Hunderte Gäste verfolgten am Freitag die Einweihung des sanierten ehemaligen Kaufhauses. Von allen Seiten gab es Lob und Anerkennung sowie immer wieder Dankeschöns. Mit der 5,3-Millionen-Euro-Investion hat die Stadt wieder einen Leuchtturm im Zentrum.

„Ein Hoch aufs Kaufhaus, huhu, bei uns in Seelow, kommt alle her, zum Kreisverkehr“, singen die Chamäleonkids mit ihrer Leiterin Judith Leopold. Hunderte im großen Zelt klatschen das selbst getextete Lied nach der Melodie von Andreas Bourani (“Ein Hoch auf uns“) mit. Es ist ein Tag der Freude für die Kreisstadt. Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) spart nicht mit Lob. „Hier ist stadtbildprägende Bausubstanz erhalten worden, hier kommt alles zusammen – Wohnen, Soziales und Daseinsvorsorge“, sagt sie.

Es sei ein Projekt, das Mut mache, um auch Schwieriges gemeinsam auf den Weg zu bringen, die Innenstadt zu beleben und ihr wieder Identität zu geben. Hans Peter Thierfeld, Geschäftsführer der Seelower Wohnungsbaugesellschaft (Sewoba) hat als Hausherr zur Begrüßung eine lange Liste vorzuliegen. Sie macht deutlich, wie viele Anteil an dem Werk, das vor vier Jahren kaum jemand für möglich gehalten hätte, haben.

11.01.19/Seelow (MOL):Kaufhaus-Schl�ssel�bergabe.
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Übergabe saniertes Kaufhaus Seelow

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Bürgermeister Jörg Schröder dankt er als Vater des Projektes. Er sei unbequeme Wege gegangen, habe darum gekämpft. Anerkennung zollt er den am Bau beteiligten 24 Unternehmen und dem Seelower Planungsbüro pro3. „Sowohl der Bauzeitplan als auch der Finanzplan wurden eingehalten“, betont Thierfeld. Das sei keinesfalls selbstverständlich. Alle Beteiligten hätten fantastische Arbeit und vielfach Einzigartiges geleistet.

Bürgermeister Jörg Schröder erinnert an den langen Leerstand, als das Kaufhaus als unschöner Klotz das Zentrum prägte.  2014 sei dann der Durchbruch erzielt worden, möglich vor allem durch das Land. Im Dezember 2016 erfolgte der symbolische Start, dann wurde das Haus entkernt. Im Juni 2017 begannen die Bauarbeiten. Zwölf Wohnungen sowie sechs Gewerbeeinheiten entstanden. Von den 5,3 Millionen Euro kamen 1,64 Millionen Euro aus dem Städtebauförderprogramm, 932 000 Euro als zinsgünstiges Darlehen und 550 000 Euro als Eigenanteil der Stadt. Die Sewoba nahm zudem einen Kredit auf.

Landrat Gernot Schmidt (SPD) erinnert an die Einwohnerversammlung, als eine große Debatte um Abriss oder Sanierung entbrannte. Man habe Kompromisse mit der Denkmalpflege gefunden. Das Kaufhaus sei ein Beispiel dafür, wie behutsam mit Baugeschichte und einstiger guter Architektur umgegangen werden kann. „Wir hatten gemeinsam ein Ziel und haben es nicht zerredet“, würdigt er. Es sei einer Herausforderung auch für sie gewesen, das als reines Kaufhaus 1956 errichtet Gebäude komplett neu zu gestalten, bekennt Ralf Meyer von pro3. Es ist angebaut und umgebaut und damit ein Gebäude mit 2900m2. Fläche entstanden. Mit 1842 Euro/m2 habe man einen akzeptablen Baupreis erzielt, sagt er.

Nach dem offiziellen Teil strömen die vielen Menschen durch das gesamte Haus. „Das es so schön werden würde, hätte ich nicht gedacht“, gesteht Magdalena Tismer. Mit mehr als 30 anderen ehemaligen Mitarbeiterinnen des Kaufhauses ist sie der Einladung zur Einweihung gefolgt. Die Wohnungen sind vergeben, können nicht besichtigt werden. Dafür haben Dr. Wolfram Steinborn und Podologin Susanne Menzler ihre Praxen geöffnet. Sie begrüßen im Minutentakt die Besucher, haben Kuchen, Kekse und Kaffee bereitgestellt. „Es ist so, wie wir uns das gewünscht haben“, sagt Dr. Steinborn, dessen geschmackvolle Ausgestaltung der Arztpraxis viel Anerkennung findet. „Wir sind erst am Anfang, werden noch einiges verändern“, sagt Susanne Menzler. „Die zentrale Lage ist einfach perfekt“, freut sich die Golzowerin.

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