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Null Plastik
Gute Vorsätze fürs neue Jahr: Einkaufen ohne Müll

Der Laden gehört Carolin Schönborn (29), die ursprünglich aus Eisenhüttenstadt kommt.
Der Laden gehört Carolin Schönborn (29), die ursprünglich aus Eisenhüttenstadt kommt. © Foto: Antje Scherer
Für Kinder
Antje Scherer / 12.01.2019, 12:00 Uhr
Potsdam (MOZ) Habt ihr einen Kaufladen zu Hause? So ähnlich kann man sich den Unverpackt-Laden in Potsdam vorstellen: Kartoffeln und Äpfel liegen in Holzkisten, Backpulver gibt es in einem großen Glas und Gummibärchen kann man abgezählt kaufen.

Gerade kommt ein junger Mann in den Laden und zieht eine riesige braune Papiertüte aus dem Rucksack. Er legt sie auf eine Waage, die an der Wand steht, wiegt sie und schreibt „40 Gramm“ auf die Tüte. Dann hält er sie unter den Spender mit Walnüssen, legt einen Schalter um – und die Nüsse klappern in die Tüte. Er schnappt sich noch zwei Bananen und geht zur Kasse; das, was die Tüte wiegt, wird abgezogen.

Das ist das Besondere an dem Laden: Die Waren sind nicht – wie im Supermarkt – in Plastik eingewickelt. Die Leute bringen Gläser, Tupper-Dosen oder ausgewaschene Eis-Packungen von zu Hause mit und füllen sich ab, was sie brauchen. Es gibt dort alles Mögliche lose zu kaufen – Cornflakes, Schokolade, Nudeln, Popcornmais, Butter, sogar Pulver für Kartoffelbrei.

Der Laden gehört Carolin Schönborn (29), die ursprünglich aus Eisenhüttenstadt kommt. Sie hat ihn im vergangenen Sommer eröffnet, weil sie unbedingt etwas gegen das Müllproblem unternehmen wollte. Sie ist viel gereist und hat überall auf der Welt Abfallberge gesehen; „in Indien war es besonders schlimm“, erzählt sie. Sehr kritisch ist Plastik, das sich kaum zersetzt und tonnenweise im Meer landet - und dann zum Beispiel in den Mägen von Walen oder Vögeln.

In Deutschland sei nur wenig Müll auf der Straße zu sehen – dabei sind wir in der EU die Müll-Spitzenreiter. „Bei uns gilt: Aus den Augen, aus dem Sinn. Aber der Müll ist trotzdem da.“ Zu Hause versucht Carolin Schönborn deswegen schonlang, möglichst komplett ohne Plastik auszukommen.

„Cornflakes und Mais in der Dose habe ich einfach nicht mehr gegessen“, erzählt sie. Aber sie habe überlegt, was sie sonst noch tun könne. Dann hat sie in Kiel einen Unverpackt-Laden gesehen – „und da hab ich sofort gedacht: Das wär´s.“ Abgesehen vom Umweltschutz: „Vielen Kunden macht es Spaß, anders einzukaufen. Es ist wie ein kleines Abenteuer.“

Ungefähr 80 solche Läden gibt es heute in Deutschland. Falls es in deiner Nähe keinen gibt: Weniger Müll verursacht man auch, wenn man Obst und Gemüse auf dem Markt einkauft (und eigene Beutel mitbringt) und eine stabile Trinkflasche benutzt, statt immer neue Plasteflaschen zu kaufen.

„maßVoll“, Zeppelinstr. 1, Potsdam; „Original Unverpackt“, Wiener Straße 16, Berlin-Kreuzberg;„Der Sache wegen“, Lychener Straße 47, Berlin-Prenzlauer Berg

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