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Stadtzentrum
Ideen gibt es reichlich

Die dicht gedrängten Autos auf der Bahnhofstraße könnten das Bestreben um eine belebte Mitte möglichweise erschweren.
Die dicht gedrängten Autos auf der Bahnhofstraße könnten das Bestreben um eine belebte Mitte möglichweise erschweren. © Foto: Silvia Passow
Silvia Passow / 12.01.2019, 14:45 Uhr
Falkensee Wenn Worte wie Stadtzentrum, belebter Stadtkern oder gar Zentrums-Manager fallen, dann denkt man nicht unbedingt gleich an Falkensee. Das soll sich ändern und zwar bald, so zumindest klang es am Montag im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Wirtschaft.

Mit breiter Zustimmung sprachen sich die Abgeordneten für eine parallellaufende, statt aufeinander folgende Verfahrensweise aus. Das heißt, es wird eine Person oder Institution mit dem Beginn der Umsetzung erforderlicher Maßnahmen beauftragt und gleichzeitig ein konkretes Konzept erarbeitet. Das setzt allerdings eine zeitnahe Zuarbeit der Arbeitsgemeinschaft Zentrumsentwicklung (AG Zentrum) voraus, welche Pohl mit den Worten, „Wir geben Gas“, zusicherte.

Die AG Zentrum ist ein Zusammenschluss der Interessengemeinschaft Falkensee (IGF), der Starken Mitte, der CDU Mittelstandsvereinigung (MIT), dem Künstlernetzwerk „Made in Falkensee“ und dem Jugendforum. Gemeinsam hatten die Akteure seit dem Frühjahr letzten Jahres Ideen und Anregungen für eine Zentrumsbelebung Falkensees gesammelt und im Herbst den Stadtverordneten vorgestellt. BRAWO berichtete.

Erste Schritte zum Ziel wurden bereits gegangen. So konnte Kathrin Pollow, Amtsleiterin Stadtplanung und Fachbereichsleiterin Bauleitplanung, schon berichten, dass die strategische Maßnahme „aktives Stadtzentrum“ förderfähig ist. Dagegen wäre die Schaffung einer Stelle für das City-Management nicht förderfähig.

Erste Meldungen zum Aufgabenumfang im Gutspark konnten ebenfalls dem Ausschuss überbracht werden. So liegen zwei Angebote von Planungsbüros für die Erstellung eines Masterplans Gutspark vor. Gemeint ist hier der Park zwischen Europa-Schule und Saftladen. Für das Areal hatte die AG Zentrum einige Ideen und Anregungen vorgebracht, weitere Planungen sollen in öffentlichen Runden stattfinden.

Ideen gibt es bereits reichlich, doch das Gebiet ist begrenzt und um den Schlaggraben herum soll es naturnah bleiben. So wurde im Ausschuss auch an den Wasserspielplatz erinnert, der schon eine Weile als Gedanke zum Gutspark in der Luft schwebt und möglicherweise durch einen Abenteuerspielplatz ergänzt werden könnte. Ulrich Storm (AfD) meint, eventuell sei dieser Wasserspielplatz nicht mehr nötig und verweist auf das geplante Hallenbad.

Für Hans-Peter Pohl ist wichtig, dass der Gutspark nicht allein in die Betrachtungen eingeht, sondern als Teil des Zentrums. Bürgermeister Heiko Müller (SPD) sieht den Gutspark durchaus als einzelnes Thema, allerdings müssten hier die Schnittstellen und Wechselwirkungen, zum Beispiel mit dem Campusplatz, berücksichtigt werden. „Die Planer sollen vorhandene Strukturen und Synergien nutzen“, sagt auch Pollow. Neben der Planung und Umsetzung wird auch die Zusicherung der Fördermittel ihre Zeit in Anspruch nehmen, wie auch die nötigen Ausschreibungen. Für Babett Ullrich, zuständig für die Wirtschaftsförderung in Falkensee, ist die Kommunikation zwischen allen Beteiligten Grundlage des Gelingens. Besonders für Hauseigentümer im „neuen“ Zentrum könnten die Ideen der AG, zum Beispiel Dienstleister aus dem Erdgeschoss in die oberen Etagen eines Hauses anzusiedeln, nicht immer auf offene Ohren und Arme stoßen.

Und dann ist da noch die Frage, wo genau liegt eigentlich das Falkenseer Zentrum? Aktuell ist dies ein Teil der Bahnhofstraße, von der Kreuzung Seegefelder Straße bis zum Bahnhof und weiter, die Dallgower Straße, bis zu dem, was mal das See-Carré werden sollte. Für die Abgeordnete der Bündnisgrünen, Anne von Fircks, stellt sich die Frage, ist das noch aktuell? Laut Müller ist es das, nicht nur weil bisher so geplant wurde, sondern weil in dem geplanten Neubau an der Dallgower- Ecke Schwartzkopffstraße auch Geschäftsräume gebaut werden. Und der Real-Markt ist bereits vor Ort.

Von dieser Frage geht es unweigerlich zur Frage des Verkehrs auf der Bahnhofstraße. Aufenthaltsqualität und Verkehrsader, passt das? Für Norbert Kunz (Die Linke) geht das nicht zusammen. Auch diese Fragen werden sicher weiter der Klärung bedürfen. Für Fußgänger, gerade wenn es ums Schlendern und Bummeln durch ein Zentrum geht, sind verkehrsreiche Straßen und Unterführungen eher ein Hindernis. Die Idee, das Zentrum zu beleben, findet bei den Stadtverordneten weitgehend Zuspruch. Was genau das im Einzelnen heißt, wird sicher noch zu manch lebhafter Diskussion im Rathaus führen.

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