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Volleyball
Lindow-Gransee schlägt Spitzenreiter

Ausgelassene Feierstimmung: Die Volleyballer des SV Lindow-Gransee haben ihre Fans zum Auftakt der Rückrunde verzückt. Spitzenreiter Mitteldeutschland wurde am Sonnabend mit 3:1 Sätzen bezwungen. Mehr als 400 Zuschauer waren begeistert.
Ausgelassene Feierstimmung: Die Volleyballer des SV Lindow-Gransee haben ihre Fans zum Auftakt der Rückrunde verzückt. Spitzenreiter Mitteldeutschland wurde am Sonnabend mit 3:1 Sätzen bezwungen. Mehr als 400 Zuschauer waren begeistert. © Foto: Gunnar Reblin
Gunnar Reblin / 14.01.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 14.01.2019, 09:32
Gransee (MOZ) Spitzenspiel, Spitzenleistung, Spitzenstimmung – der SV Lindow-Gransee hat mit einer Heim-Gala als erstes Team in dieser Saison Tabellenführer CV Mitteldeutschland bezwungen. Über 400 begeisterte Zuschauer sahen grandios aufspielende Hausherren, die 3:1 gewannen.

Einziger Wermutstropfen in der allgemeinem Glückseligkeit: die Verletzung von Mittelblocker Romulo Galiao, Spitzname „Rom“. Der Deutsch-Brasilianer war im vierten Satz umgeknickt und zog sich eine bislang noch nicht genau diagnostizierte Knöchelblessur am linken Fuß zu.  Von Physiotherapeut Mario Seeger bandagiert, wollte Galiao zurück aufs Feld, „doch da war nichts zu machen“, so Seeger. „Was eine Diagnose betrifft, wäre jetzt alles spekulativ“, betont der Fachmann. Galiao habe zwar kein Knacken gehört, „dennoch dürfte wohl etwas kaputtgegangen sein“. Der Verletzte will nun einen Spezialisten seines Vertrauens in Berlin aufsuchen. Bis zu dieser Schrecksekunde – Lindow-Gransee führte 10:8 – war der 1,90-Meter-Hüne mit ein Garant für den bärenstarken Auftritt der Grün-Weißen. Denn ein Schlüssel zum Erfolg war sicherlich die famose Blockarbeit. Und diesbezüglich schwang sich Galiao oftmals als unüberwindbarer Fels am Netz hoch.

Das wohl entscheidende Faustpfand stand jedoch nicht auf dem Feld, es waren die anpeitschenden Lindow-Granseer Fans. „Wir haben hier mit Abstand die beste Stimmung in der ganzen Zweiten Liga“, frohlockte ein sichtlich zufriedener Heimcoach Jan-Philipp Marks. „Die Intensität war enorm, das pusht natürlich.“ Auch Gäste-Trainer Mircea Dudas konnte nur anerkennend Nicken. „Hier ist es immer schwer zu spielen. Lindow-Gransee hat eine gute Mannschaft, heute gar eine sehr gute gehabt“, so Dudas, der sich als fairer Verlierer zeigte. Jan-Philipp Marks lächelte artig: „Zuspiel, Angriff, alles lief. Es war wichtig, klaren Kopf zu bewahren.“

Diese bewahrte Coolness befand später auch Libero Martin Pomerenke als „mit spielentscheidend“. Das Urgestein, seit 2007 für Lindow-Gransee aktiv, hob hervor: „Wir haben immer weiter unseren Stiefel gespielt. Dass wir den ersten Satz noch gewinnen, war nicht selbstverständlich.“ Ein ausführliches Interview mit Martin Pomerenke folgt in der Dienstagausgabe.

Den ersten Satz, den der Libero ansprach, diktierte zunächst der haushohe Favorit aus Spergau (Sachsen-Anhalt). Lindow-Gransee verschlug viele Bälle, zudem setzte der kanadische CVM-Mittelblocker Uchenna Ofoha einen Block nach dem anderen. Stark. Beim Stand von 10:16 aus Sicht der Gastgeber schien die Vorentscheidung in diesem Durchgang bereits gefallen. Doch dann gab es bei den Grün-Weißen richtig Dampf auf den Kessel. Peu à peu schmetterten sie sich bis auf 20:22 heran. Die Annahme passte perfekt. Furios war dann der Ballwechsel zum 24:23. Satzball Lindow-Gransee. Die Halle bebte schließlich beim 26:24. Hüpfende Lindower Ersatzspieler, auch Trainer Marks sprang vor Freude wie in Flummi.

Im zweiten Satz begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe. Doch Lindow-Gransee war im Flow, es lief einfach. Eine kleine Führung wuchs zu einem stattlichen Vorsprung an (8:7, 16:14, 24:18). Satzsieg: 25:20.

Einen klassischen Fehlstart gab es jedoch im folgenden Abschnitt (0:4). Bis die Nummer 13 auf Gastgeberseite aufdrehte: Romulo Galiao. Eine Augenweide als Blocker. Die Fans aus dem Häuschen. Lindow-Gransee schnappte sich beim Stand von 13:12 erstmals die Führung. Es folgte ein nervenaufreibendes Auf und Ab (13:16, 20:19). Die Gäste wirkten genervt, das verrieten Mimik und Gestik. Das Heimpublikum, bestens animiert von Hallensprecher Markus Assemacher, trieb an. Doch in dieser Phase zeigten die CVM-Volleyballer ihre Spitzenklasse. Ruhig und abgezockt wurde der Satz gezogen (25:21).

Doch dem vierten Satz drückten die Grün-Weißen wieder ihren Stempel auf. Auch, weil die eingewechselten Nicolas Marks und Paul Boock (kam für den verletzten Galiao) auf Anhieb voll da waren. Nach einer 16:12-Führung schwamn das Heimteam auf eine Euphoriewelle zur Sensation. 3:1-Sieg gegen den bis dato ungeschlagenen Tabellenführer CV Mitteldeutschland. Eine von den Lindow-Granseern umjubelte Sternstunde.

Lindow-Gransee: Schwerin, Hebling, Schlag, Pomerenke, Stadie, Binder, Nicolas Marks, Weber, Hafemann, Galiao, Boock, Göbert

Mitteldeutschland: Charalampidis, Ofoha, Slomp, Mück, Warsawaski, Madej, Sourdi, Schmidt, Hukel, Breuer

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