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Linken-Politiker stellt Autobiografie an den Uckermärkischen Bühnen Schwedt vor

Politik
Gregor Gysi vor ausverkauftem Saal

Anstehen: Gregor Gysi beim Signieren seiner Autobiografie an den Uckermärkischen Bühnen Schwedt
Anstehen: Gregor Gysi beim Signieren seiner Autobiografie an den Uckermärkischen Bühnen Schwedt © Foto: Oliver Schwers
Oliver Schwers / 14.01.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 14.01.2019, 09:26
Schwedt (MOZ) Gysi füllt Säle. Egal, wohin er kommt. 300 Zuschauer strömen an diesem Abend ins Schwedter Theater. Es ist eine Lesung angekündigt zu seiner Autobiografie „Ein Leben ist zu wenig“, erschienen im Aufbau-Verlag. Das Buch türmt sich in Stapeln vor dem Eingang zum Saal auf den Tischen der Ehm Welk-Buchhandlung, dicht umringt vom Publikum. Doch Gregor Gysi liest daraus nur den Mini-Prolog und den Mini-Epilog vor. Mehr nicht. Stattdessen plaudert der Linken-Politiker im Gespräch mit Hans-Dieter Schütt über Geschichte und Ereignisse, über das Ende der DDR und den Neuanfang der PDS, über sich selbst.

Wortgewandt und wie immer mit der ihm eigenen Prise Humor nimmt er sein Publikum mit in die Politik der Bundesrepublik nach der Wiedervereinigung, streift zuvor noch sein Leben als Anwalt im Sozialismus, wo er es den Richtern schon damals schwer machte, weil er die Gesetzestexte mitunter besser auszulegen wusste. Doch der Wechsel vom Anwalt zum Chef einer Partei verändert sein Leben auf unverhoffte Weise. Und nein, wenn er heute noch einmal vor der Entscheidung stünde, würde er es nicht mehr machen.

Doch die Erfahrung des heute 70-Jährigen kann der damals junge Gysi kaum vorhersehen. „Man kann gar nicht so verquer denken, wie das Leben laufen kann.“ Und so erlebt der Links- und Querdenker die heftigsten Anfeindungen, obwohl er selbst nie zu den DDR-Altkadern gezählt hat und schon gar nicht so wirkt. Was er sagt, legen seine Kritiker auf die Goldwaage. Wo er auftritt, muss er sich verantworten. Doch sein Wort zählt vor allem bei vielen Menschen im Osten ungebrochen. Im Kleinen Saal des Schwedter Theaters sitzen viele Mitglieder der Linken, die sich von ihrem früheren Chef der Bundestagsfraktion eine Meinung zu den aktuellen Tendenzen in der Partei erhoffen, vor allem zur neuen Sammlungsbewegung „Aufstehen“, mit ins Leben gerufen von Linken-Politikerin Sarah Wagenknecht. Eine eigene Regionalgruppe Uckermark hat sich vor wenigen Tagen in Schwedt gegründet. Doch Gysi hält sich bedeckt. Schon die einst von ihm mitgegründeten Komitees für Gerechtigkeit hätten gezeigt, dass eine Bewegung von unten entstehen müsse und in der Regel nur funktionieren würden, wenn es um ein einziges Thema ginge. Wer aber alle Themen von A bis Z anbiete, könne nicht 100 000 Menschen auf die Straße bringen.

Gregor Gysi: Ein Leben ist zu wenig. Autobiografie, erschienen im Aufbau Verlag

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