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Tiefste Provinz
Jahrmarkt auf der Bühne

Sophie Schade / 14.01.2019, 06:55 Uhr
Kremmen Das „SchaubudenZauberVarieté“ zog sein Publikum am Samstagabend auf der Bühne der „Tiefsten Provinz“ in Kremmen mit einem rund zweistündigen Programm mühelos in seinen Bann.

„Jahrmarkt“ meint hier allerdings nicht die reizüberflutenden Rummel mit leuchtenden Fahrgeschäften und lauter Musik. Die Show der drei Künstler ist eine Reminiszenz an die historischen Jahrmärkte, auf denen Gaukler und Schausteller die Besucher mit kleinen, aber raffinierten Tricks und Illusionen begeistern.

So wird zu Beginn des Programms erst einmal – gerechnet. „Mathematiker bekommen selten Applaus“, gibt Thomas Thompson zu, der neben seinen eigenen Tricks als Moderator charmant durch den Abend führt. Er weiß das aus eigener Erfahrung, immerhin hat er erfolgreich sein Mathematikstudium abgebrochen, bevor er über das Straßentheater zum Varieté gekommen ist. Die kurzen, cleveren Zahlenspiele, die seine Kollegin Sia Thompson auf eine Tafel bringt, wecken rasch das Interesse der Zuschauer. Schnell wird klar: Es braucht keine effektheischenden Zaubereien. Auch optische Täuschungen und Kartentricks sichern den Künstlern schnell die Sympathie des Publikums.

Das SchaubudenZauberVarieté – das sind Sia Thompson, Thomas Thompson und Eckart Taglinger. Kennengelernt hat sich das Trio auf einem Straßentheater-Festival. Die Künstler taten sich kurzerhand zusammen und traten gemeinsam auf. „Dabei stellten wir fest, dass unsere Programme sehr gut zusammenpassen“, erinnert sich Thomas Thompson. Die Show bietet auch Raum für Stille und Staunen. Außerdem lebt sie vor allem von der Interaktion mit den Zuschauern. Für fast jeden Trick wird ein „Freiwilliger“ aus dem Publikum zur Hilfe geholt.

Ariane Kreis aus Reinickendorf und Uta Pofrehm aus Schwante gehörten zu den Auserwählten, die bereits zu Beginn des Programms auf die Bühne durften. Sie saßen zufällig im Publikum nebeneinander, die Erfahrung im Rampenlicht schweißte die beiden Frauen zusammen. „Es war ein komisches Gefühl, aber es hat auch Spaß gemacht. Man wird ja nicht bloßgestellt“, so ihre Eindrücke. Das SchaubudenZauberVarieté beschreiben sie als „kurios, fantastisch und sehr unterhaltsam.“ Auch Andreas Dalibor, der Chef der „Tiefsten Provinz“, ist zufrieden mit dem Abend. „Das ist anders als die Varietétheater, die ich bisher gesehen habe und sehr erfrischend.“

Die Höhepunkte haben sich die drei Künstler für die zweite Hälfte ihres Programms aufgehoben. Eine Zuschauerin wird zur lebendigen Stehfläche für Sia Thompson allein dank Gleichgewicht und Körperspannung. Schließlich wird es heiß auf der Bühne: Eckart Taglinger wagt in bester Fakir-Manier das Spiel mit dem Feuer. Die Luft war zum Zerreißen gespannt, als er die Brennstäbe schließlich in den Mund nimmt, es war totenstill. Umso tosender war der Applaus nach diesem Auftritt. (so)

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