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Zum Abschied
Havelstadt gute Entwicklung bescheinigt

Erinnerung: Auf Anregung von Hartmut Leib trug sich Arno Dahlenburg ins Ehrenbuch der Stadt Zehdenick ein.
Erinnerung: Auf Anregung von Hartmut Leib trug sich Arno Dahlenburg ins Ehrenbuch der Stadt Zehdenick ein. © Foto: Wolfgang Gumprich
Wolfgang Gumprich / 14.01.2019, 09:00 Uhr
Zehdenick Der stellvertretende Bürgermeister Dirk Wendland ließ in seiner Rede Zahlen sprechen: 3 688 Einwohner (ein Drittel über 60 Jahre), 566 Zuzüge, 483 Wegzüge, über 900 Gewerbebetriebe im Jahr 2018, und er fasste zusammen: „Danke, Arno, Du hast alles richtig gemacht.“

Arno, damit war natürlich der scheidende Bürgermeister Arno Dahlenburg gemeint, der beim Neujahrsempfang sichtlich gerührt seinen letzten öffentlichen Auftritt genoss. Wie berichtet, trat er zum Jahresende aus persönlichen Gründen vom Amt des Bürgermeisters zurück. Auf Anregung von Hartmut Leib trug er sich in das Ehrenbuch der Stadt ein. Bis zur gekoppelten Kommunal- und Europawahl am 26. Mai liegen die Geschicke der Stadt Zehdenick nun bei Dirk Wendland.

Der Neujahrsempfang stand unter dem Motto „kleine mittelständische Betriebe“, und so waren unter den rund hundert Gästen sehr viele Unternehmen vertreten, die der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Hartmut Leib, besonders willkommen hieß. Weiterhin begrüßte er die Bürgermeister des Nachbarstädte, Robert Philipp (parteilos) aus Fürstenberg sowie Frank Stege (CDU) vom Amt Gransee. Außerdem waren die Leiter der Zehdenicker Schulen eingeladen und die Geschäftsführer der städtischen Betriebe.

Leib blickte in seiner Rückschau auf die politische Arbeit des höchsten städtischen Gremiums im gerade ausgeklungenen Jahr zurück, darunter den Um- und Ausbau der Kita Sonnenschein, die Straßenbeleuchtung in Wiesdorf oder der Rad- und Gehweg in Klein Mutz. Die Eingliederung der Exin-Oberschule ins Oberstufenzentrum im September sei eine Bereicherung des Bildungskompasses der Stadt. Die Politik werde den Ausbau der B 109 sowie die Verdichtung des Streckentakts der Regionalbahn-Linie 12 im Auge behalten.

Außerdem verwies Leib auf die friedliche Revolution in der DDR vor 30 Jahren und forderte alle Zehdenicker auf, bei den drei anstehenden Wahlen (Kommunal-, Europa-, und Landtagswahl) ihr demokratisches Grundrecht wahrzunehmen. In Zehdenick gebe es keinen Platz für „populistische Scharfmacher“.

In einer guten Verfassung sieht IHK-Präsident Jörg Heydenbluth den Kreis Oberhavel und insbesondere die Städte Gransee und Zehdenick. Seit fünf Jahren verzeichnete die Stadt an der Havel wachsende Einwohnerzahlen, die Marina, die Klosterscheune, das Kurt-Mühlenhaupt-Museum sowie der Ziegeleipark im Ortsteil Mildenberg zögen jedes Jahr sehr viele Besucher nach Oberhavel.

Diese Erfolge trügen einen Namen, den von Arno Dahlenburg, der aus dem Amt geschiedene Bürgermeister sei in den vergangenen 15 Jahren das Gesicht Zehdenicks und auch Oberhavels in Potsdam bei der IHK gewesen.

Bei der Entwicklung der Zehdenicker Innenstadt fand IHK-Präses Heyenbluth noch „Luft nach oben“. So regte er an, Verkehrsflächen in der Innenstadt zu sichern und Perspektiven zu finden, die den Standort prägen. Den Einkaufsführer bezeichnete Heydenbluth als „tolle Aktion“, er sei die „halbe Miete“.

Eine günstige Entwicklung sagte er für den Karlshof voraus, und er empfahl, einen ähnlichen Weg wie Gransee einzuschlagen und Gewerbeflächen in Eigeninitiative als Branchenmix weiterzuentwickeln. Dort könnten attraktive Ausbildungsplätze entstehen. Als einen Weg, Auszubildende in der Region zu halten, forderte der IHK-Präsident ein Azubi-Ticket für ganz Brandenburg. Die politische Entwicklung in Brandenburg gebe ihm dennoch einigen Grund zur Sorge. Deshalb empfahl auch er den Zuhörern in der Klosterscheune, „wählen zu gehen“.

Kirchliche Grüße

Als alle Reden, Rück- und Ausblicke sowie Laudationes gehalten waren, nahm sich Pfarrer Andreas Domke noch das Mikrofon in der Klosterscheune: „Suche den Frieden und gehe ihm nach“, zitierte er auf dem Neujahrsempfang die Jahreslosung der evangelischen Kirche. Damit gab er den Rahmen vor für eine Gesellschaft, die Verantwortung übernehme. Domke legte die Latte des Handelns weiter und höher als nur reines Unternehmen, er blickte über den Tellerrand. Alle in einer Gemeinde trügen Verantwortung für ihr Handeln, Domke appellierte an alle Zehdenicker, ihr Handeln in diesem Jahr unter den Frieden zu stellen, ansonsten sei es „wertlos“. Frieden sei Zusammenhalt und Gemeinschaft, berge aber auch Zumutungen in sich. „Traut es Euch zu und findet einen Weg“, beendete er sein kurzes Grußwort.⇥ (wg)

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