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Fahrradkorso
„Aufmerksamkeit erregen, die Menschen wach rütteln!“

Andreas Trunschke / 14.01.2019, 09:56 Uhr
Borkheide Ungeachtet des wenig einladenden Wetters radelten am vergangenen Sonnabend etwa 40 Menschen in gelben Warnwesten durch die Waldgemeinde Borkheide, um gegen Windkraftanlagen in Wäldern zu demonstrieren. Einige Eltern waren sogar mit ihren Kinder gekommen.

Die Idee zu der privaten Initiative hatte die vor Ort lebende Rose Mandler: „Wir wollen Aufmerksamkeit erregen und die Menschen wachrütteln.“ Aufmerksamkeit hat der Fahrradkorso auf jeden Fall erregt, nicht nur bei den Borkheidern. Auch die Medien waren zahlreich vertreten. Mandler zeigt sich dennoch nur teilweise zufrieden mit der Resonanz. Zwar waren weit mehr Teilnehmer als von ihr erwartet dabei, aber „es fehlen die jungen Leute“, bedauerte sie.

Mit dabei war Winfried Ludwig vom Verein Waldkleeblatt – Natürlich Zauche e.V.. Der Umweltverein ist federführend beim Widerstand gegen die Windräder in den Wäldern der Zauche. Ludwig ist nicht nur Vorsitzender des Vereins, sondern kandidiert außerdem für die Freien Wähler für den mittelmärkischen Kreistag. Er zeigte sich begeistert: „Es ist toll, dass so viele Leute fast ohne logistischen Aufwand gekommen sind, um für den Erhalt unserer Wälder zu demonstrieren.“ Besonders freute er sich, so viele neue Gesichter zu sehen.

Ruth Zeidler, die gemeinsam mit Rose Mandler den Korso organisiert hat, teilte Trillerpfeifen aus: „Damit die Leute mitbekommen, dass wir immer noch etwas tun.“  Als sich ein Bürger über die kurzfristige Ruhestörung an seinem Grundstück aufregte, zeigte sich der Zug wenig beeindruckt: „Wenn die Windräder erst einmal stehen, kann er den ganzen Tag Ruhe schreien.“

Für Norbert Kage, der mit seiner Frau teilnimmt, ist es „unverständlich, dass man Windkraftanlagen in den Wald stellen und hier Wälder für den Klimaschutz roden will. In Brasilien setzen wir uns für den Schutz der Wälder ein, außerdem binden die Wälder CO2.“

Auf der kleinen Abschlusskundgebung wurde gefordert, nicht nur die Bürger, sondern auch die Politiker wachzurütteln. Mehrere Teilnehmer verlangten, dass sich nicht nur die AfD hier sehen lässt: „Wir wollen die AfD nicht wählen, aber dann müssen die anderen Parteien auch mal etwas dafür tun.“ Ludwig wies energisch darauf hin, dass das Waldkleeblatt jeweils vor den Wahlen Veranstaltungen mit den Politikern durchgeführt habe. Da seien alle gekommen. „Wir haben ja bald wieder Wahlen“, stellte ein Anwesnder lakonisch fest.

Auf jeden Falls soll dies nicht der letzte Protest dieser Art gewesen sein. „Wir kommen auch nach Borkwalde und Fichtenwalde“, kündigte Mit-Organisatorin Ruth Zeidler an. Na dann, Trillerpfeifen und Warnwesten griffbereit halten!

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