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Neujahrsplanschen
Badevergnügen bei fünf Grad Celsius

Keine Scheu vor kaltem Wasser: Sabine Daniel aus Lehnitz steigt mit Frostis Funcrew auch mit über 70 Jahren noch täglich in die Havel.
Keine Scheu vor kaltem Wasser: Sabine Daniel aus Lehnitz steigt mit Frostis Funcrew auch mit über 70 Jahren noch täglich in die Havel. © Foto: MOZ/Tilman Trebs
Gabriele Zaspel / 14.01.2019, 10:23 Uhr - Aktualisiert 14.01.2019, 10:54
Oranienburg (Gabriele Zaspel) Die Winterbader von Frostis Fun Crew scheuen keine eisigen Temperaturen. Am Sonnabend sprangen sie in Oranienburg in die eiskalte Havel.

Dicke Wolkensuppe, sechs Grad und Nieselregen. Für die Mitglieder von „Frostis Fun Crew“  war das aber kein Grund am Sonnabend, zu Hause zu bleiben. Ganz im Gegenteil. Da das Wasser mit fünf Grad Celsius nur wenig kälter als die Luft war, verlockte es die wagemutigen Schwimmer zu einem fröhlichen Bad in der Havel.

In bunten Kostümen und überwiegend im Neoprenanzug hüpften gegen 11 Uhr 15 Mutige am Schlosshafen in Oranienburg fröhlich in die Fluten. Vorsorglich waren das DRK und die Wasserwacht zur Stelle. Die Zuschauer, die von der anderen Seite der Havel aus das nasskalte Treiben beobachteten, waren voller Hochachtung vor dem Einsatz, zogen aber gleichzeitig ihre warme Kleidung etwas enger um den Körper. „Es soll ja wohl gesund sein, aber für mich wäre das nichts“, äußerten einige. Barbara Schulz aus Oranienburg sagte: „Ich verfolge schon von Anfang an, seit jetzt sechs Jahren, diese Aktion und bin immer wieder begeistert über den Mut der Schwimmer. Doch auch wenn das lustig aussieht – mich kann das nicht verlocken, bei diesen Temperaturen in die Fluten zu steigen.“

 

Die Schwimmer aber hatten augenscheinlich Spaß an ihrem Tun. Mit Schwimmbrett, Gummi-Delfin und bunten Schwimmreifen paddelten sie gemütlich die Havel entlang am Schloss vorbei bis zur Brücke am Landratsamt. Die Zuschauer begleiteten sie zu Fuß oder Fahrrad und kommentierten den Verlauf der Schwimmaktion.

Nach etwa 20 Minuten stiegen die ersten Wassernixen am Bollwerk gutgelaunt aus den Fluten. Von Kälte und Schwäche war bei ihnen keine Spur zu entdecken. Begrüßt wurden die Schwimmer im Wasserbecken vor dem Landratsamt noch von der ältesten Schwimmerin, Sabine Daniel. Mit mehr als 70 Jahren schwimmt sie noch fast täglich bei jedem Wetter ihre Runden, wie immer so auch diesmal – ohne Neoprenanzug.

Danilo Wiszowaty vom Kurbrandenburgischen Marineverein, der ebenfalls am Schwimmen teilgenommen hatte, ist seit vielen Jahren begeisterter Winterschwimmer. Er ist überzeugt davon, dass diese Art der sportlichen Betätigung nicht nur viel Spaß bringt, sondern auch der Gesundheit gut tut. Auf jeden Fall wird er weiter dabei bleiben.

Organisator dieser Veranstaltung ist seit sechs Jahren der  Verein „Frostis Fun Crew Oranienburg“. Der Verein hat aktuell 29 Mitglieder aller Altersgruppen. Trainiert wird von September bis März etwa zweimal in der Woche vorwiegend im Lehnitzsee, danach wird das Wasser zu warm, wie das Vorstandsmitglied des Vereins, Kevin Blüthgen, erläuterte.

Der Verein arbeitet mit anderen Wasserbegeisterten in Oranienburg eng zusammen, so zum Beispiel mit dem  Wassersportclub „Möwe“ Oranienburg, dem Kurbrandenburgischen Marineverein Oranienburg, dem DRK und der Wasserwacht. Blüthgen liegt auch die Nachwuchsförderung sehr am Herzen. Auf der anderen Seite der Havel im Vereinsgelände des WSC „Möwe“ wartete schon die nächste Aktion auf ihn, hier sollten auch die Kleinsten zu ihrem Recht kommen und in die kalten Fluten eines Planschbeckens tauchen können.

Die nächste Aktion der Winterschwimmer ist die Teilnahme am 49. Donauschwimmen in Neuburg an der Donau am 26. Januar. Eigentlich wäre dies das 50. Schwimmen, aber im vergangenen Jahr musste die Aktion wegen des Hochwassers abgesagt werden. Frostis Fun Crew will auf jeden Fall vertreten sein.

Bei Wiedereinsetzen des Regens verabschiedet sich einer der tapferen Schwimmer am Sonnabend in Oranienburg mit den Worten: „Ich glaube, ich muss jetzt langsam gehen, es wird mir zu nass.“

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